Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Ein kleines Stück Wald sorgt für Diskussionen beim Ausbau des Wilo-Geländes

rnWilo-Campus

Damit der Pumpenhersteller Wilo seine Zentrale wie geplant ausbauen kann, ist noch eine formale politische Hürde zu überwinden. Ein kleines Stück Wald sorgte jetzt für Diskussionen.

Hörde

, 15.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Dass ein Stück Wald für den Bau des Wilo-Campus‘ weichen soll, gefällt nicht allen. Auch Naturschützer Frank Wilke ist gegen diesen Plan. In der Sitzung der Bezirksvertretung Hörde am Dienstag (12.3.) hat er stellvertretend für die Naturschutzverbände BUND und Nabu in der Einwohnerfragestunde seine Bedenken geäußert.

„Warum“, fragte er, „müssen für 1700 Mitarbeiter so viele ebenerdige Parkplätze gebaut werden?“ Und wieso könne keine Tiefgarage oder kein Parkhaus gebaut werden? Zudem sei eine Stadtbahnhaltestelle doch in unmittelbarer Nähe, so Frank Wilke.

Ersatzpflanzungen soll es in Hombruch und Eving geben

Dass Wilo seinen Campus ausbaut, begrüße er. Ihm gehe es lediglich um die „Inanspruchnahme einer naturbelassenen Fläche“. Die Fläche, die er meint, ist ein kleines Stück Wald an der nordöstlichen Ecke des Wilo-Geländes. Das soll abgeholzt werden, Ersatzpflanzungen soll es in Kemminghausen (Eving) und Salingen (Hombruch) geben. Wenn der Parkplatz mit kleinerer Fläche geplant würde, könne dieses Stück Wald doch erhalten werden, so Wilkes Annahme: „Warum muss dieser Wall geopfert werden, wenn die Fläche auch auf dem Wilo-Gelände eingespart werden könnte?“

Jetzt lesen

Wilke hat sich in der Einwohnerfragestunde der BV geäußert, für einen späteren Zeitpunkt standen die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung des Bebauungsplans Hö 280 auf der Tagesordnung. Der regelt den Ausbau von Wilos Unternehmenszentrale. Einen Monat zuvor hatte in der BV ein Wilo-Mitarbeiter die Pläne vorgestellt. In den kommenden Jahren entsteht am Fuße von Phoenix-West der Wilo-Campus - inklusive Verlegung der Nortkirchenstraße.

Die Vorlage spricht eine klare Sprache

Und die Print-Version dieser Veränderung des Bebauungsplans ist ziemlich umfangreich. Darin enthalten sind auch Passagen über den Parkplatz und den kleinen Wald am Nordrand des Firmengeländes.

Bevor der Rat der Stadt Dortmund am 28. März abschließend Grünes Licht für das Vorhaben gibt, können die zuständigen politischen Gremien noch Empfehlungen einbringen. Das hat auch die BV in Hörde getan.

In der Vorlage - und das macht die Sache für Frank Wilke und seine Bedenken ziemlich schwierig - steht allerdings ziemlich deutlich: „Eine Inanspruchnahme dieser als Wald eingestuften Fläche ist für die Umsetzung des skizzierten städtebaulichen Konzeptes unumgänglich. Unter Berücksichtigung der Flächenbedarfe von Wilo war es erforderlich, die neue Nortkirchenstraße unmittelbar am Fuß des Walls entlangzuführen, um ein zusammenhängendes Firmengelände zu schaffen.“

Betroffen von der Rodung ist ein rund drei Hektar großes Stück einer als Wald ausgewiesenen Fläche, die den östlichen Teil des grünen Walls zwischen Wilo-Gelände und Phoenix-West bildet. Eine andere, kleinere Fläche liegt auf dem ehemaligen EDG-Betriebshofgelände.

Die Grünen wollten den Wall komplett erhalten

Werner Sauerländer, Fraktionsvorsitzender der SPD in der BV, wies Frank Wilke darauf hin, dass die Stellungnahmen des BUND bereits von der Verwaltung beantwortet und Teil der Vorlage seien. „In der Vorlage steht auch drin, warum der Parkplatz ebenerdig gebaut werden soll“, so Sauerländer. „Damit er eventuell als Erweiterungsfläche dienen kann.“

Auf Antrag der Grünen-Fraktion hat die BV nicht nur über die komplette Vorlage abgestimmt, sondern auch über einzelne Punkte. So hatten die Grünen vorgeschlagen, die Parkplatzfläche weniger zu versiegeln und ein Parkhaus zu planen. Zudem forderten sie, den gesamten Grünwall mit Bepflanzung zu erhalten. Mit Gegenstimmen der CDU und SPD sind die Anträge gescheitert. Die Gesamtvorlage jedoch empfahlen die Politiker mit den Stimmen von CDU, SPD und AfD bei Enthaltung von Grünen, Linken und Piraten.

Lesen Sie jetzt