Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Frau fast totgetreten - Angeklagter: "Ich war so frustriert"

Prozess am Landgericht Dortmund

Mit einem Teilgeständnis hat am Donnerstag der Prozess um ein Gewaltdrama in einer Wohnung in Scharnhorst begonnen. Der Angeklagte gab zu, seine Partnerin im Mai nach einem Streit krankenhausreif geprügelt zu haben. An brutale Kopftritte will sich der 36-Jährige aber nicht erinnern können.

Scharnhorst

, 02.01.1980 / Lesedauer: 2 min
Frau fast totgetreten - Angeklagter: "Ich war so frustriert"

Der 36-jährige Angeklagte steht wegen versuchtem Totschlags und gefährlicher Körperverletzung vor Gericht. © Werner von Braunschweig

„Ich war so frustriert“, sagte der Angeklagte zum Prozessauftakt am Dortmunder Schwurgericht. Nach einem vorausgegangenen, heftigen Streit mit seiner damaligen Partnerin war der 36-Jährige (1,98 Promille) am Abend des 21. Mai in die gemeinsame Wohnung in der Straße „Buschei“ in Scharnhorst zurück gekehrt.

Verweis auf angebliches Blackout

Dass er damals die Wohnungstür eingetreten hat, gab der Angeklagte ebenso zu, wie Faustschläge und Reißen an den Haaren. „Ich habe auf sie eingeschlagen. Mehrmals...“, nickte der 36-Jährige. Auch die Haarverlängerungen („Extensions“) seiner Partnerin habe er nach einem Gerangel irgendwann in der Hand gehabt.

Bei dem Vorwurf, dass er der bereits am Boden liegenden 40-Jährigen auch „mit voller Wucht“ (so die Anklage) von auf den Kopf getreten haben soll, verwies der Angeklagte allerdings auf einen angeblichen Blackout. „Bei Gott, daran kann ich mich nicht mehr erinnern“, hieß es. Er wisse nur noch, dass die Augen seiner Ex-Partnerin kurz bevor er nach draußen auf die Straße geflohen sei, „immer so komisch hoch und runter gegangen“ seien. Draußen habe er sich widerstandslos von der Polizei festnehmen lassen.

Zwangseinweisung droht

Die Hausfrau und Mutter war damals mit lebensbedrohlichen Kopf- und Gesichtsverletzungen in eine Klinik gekommen. Rechtsmediziner hatten unter anderem Schädelbrüche und einen Jochbeinbruch diagnostiziert. „Er hat mir einen mit der Faust gegeben und dann war ich bewusstlos“, erinnerte sich das Opfer. Als die Frau wieder zu sich kam, saß sie im Krankenwagen im Rollstuhl. Bis heute leidet die 40-Jährige noch unter körperlichen und psychischen Beschwerden.

Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung. Neben einer Haftstrafe droht dem offenbar schwer alkoholsüchtigen 36-Jährigen auch die Zwangseinweisung in eine geschlossene Therapieeinrichtung.

Lesen Sie jetzt

Gerichtsprozess

Audi-Mord: Angeklagter versucht "Befreiungsschlag"

Im Prozess um die Ermordung eines Autobesitzers hat einer der Angeklagten am Donnerstag zu einem „Befreiungsschlag“ ausgeholt, um alles auf seinen mitangeklagten Kollegen aus Dortmund zu schieben. Die Von Jörn Hartwich

Lesen Sie jetzt

Ruhr Nachrichten Kult-Plattenladen am Hauptbahnhof

Schlaraffenland für Schallplatten: Warum Ulrich Bolz mit “Last Chance“ Geschichte schrieb