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Vandalismus, Dreck, benutzte Spritzen: Hilferuf aus dem Schulzentrum Hörde

rnSchule

Ein Schulleiter schlägt Alarm: Christof Nattkemper, Direktor des Goethe-Gymnasiums fordert einen besseren Schutz des Geländes. Er wünscht sich einen Zaun. Doch den will nicht jeder.

Hörde

, 28.11.2018 / Lesedauer: 4 min

Christof Nattkemper, Schulleiter des Gymnasiums an der Stettiner Straße, ist in den vergangenen Jahren nicht als jemand aufgefallen, der schnell in Panik verfällt. Und auch in der jetzigen Situation bleibt er ruhig.

Obwohl die aktuelle Situation am Schulzentrum Hörde mit Goethe-Gymnasium und der Hauptschule Konrad-von-der-Mark-Schule ihn und andere vor Ort ziemlich aufwühlt. Bei der Frage nach Lösungen sind sich die beteiligten Schulen jedoch uneinig.

Das Problem, das alle erkennen, sind unerwünschte Personen auf dem Schulgelände, die Müll, Glasscherben und auch benutzte Spritzen hinterlassen.

Immer wieder komme es zu Auseinandersetzungen und Polizeieinsätzen am Nachmittag. Einen Vorfall von außerordentlicher Qualität gab es erst am 12. November.

Schulfremde Personen hatten an der Konrad-von-der-Mark-Schule in den frühen Abendstunden Reinigungspersonal und Hausmeister bedroht und mit hohem Aggressionspotenzial ein Rolltor zerstört.

Keine Reaktion aus der Verwaltung auf Brief von September

„Das Problem drängt. Lehrer beider Schulen wissen sich nicht mehr zu helfen“, sagt Christof Nattkemper. „Es ist kein neues Thema. Aber wir müssen jetzt etwas für unsere Kinder tun“, so der Schulleiter in der Sitzung der Bezirksvertretung Hörde. Bereits im September hat er einen Brief an die Schulverwaltung formuliert. Bisher ist nichts passiert.

Das Schulverwaltungsamt ist laut Nattkemper bisher der Linie der Bezirksvertretung Hörde gefolgt, das Schulgelände öffentlich zugänglich zu belassen.

Weiterhin tauchen neue Spritzen, neue Graffiti und neuer Müll auf. Zudem haben Lehrer Drogenhandel auf dem Schulgelände beobachtet. „Das ist kein Zustand, den man so hinnehmen kann“, sagt der Goethe-Schulleiter.

Für Nattkemper liegt die Hauptschwierigkeit in der Lage des Schulgeländes. „Speziell der Bereich des hinteren Schulhofes und die vielen Zugänge zum Schulgelände und -gebäude sind in der Beaufsichtigung schwierig“, schreibt er. Spaziergänger treffen direkt auf den Pausenhof. Zuletzt wurde ein Siebtklässler durch einen Hundebiss verletzt.

Vandalismus, Dreck, benutzte Spritzen: Hilferuf aus dem Schulzentrum Hörde

Das Goethe-Gymnasium an der Stettiner Straße. © Andreas Klinke

Direktor des Gymnasiums fordert einen Zaun – Hauptschulleiter widerspricht

Aus der Sicht von Christof Nattkemper würde dagegen eine Einzäunung des Geländes helfen – so wie es auch an mehreren anderen Dortmunder Gymnasien der Fall sei.

Bisher wurde der Einbau von Rolltoren angedacht und in Pläne aufgenommen. Dieses sei zu verwerfen, findet Nattkemper. „Stattdessen müssten Zäune und Tore den Schulhof zwischen den Schulgebäuden und Turnhallen weiträumig absperren. Gleiches gilt für den hinteren Teil des Schulgeländes in Richtung Kleingartenanlage.“

Dem widerspricht Carsten Schlagowski, Leiter der Konrad-von-der-Mark-Schule. Er sagt: „Auch ich bin selbstverständlich der Meinung, dass das Gelände besser geschützt werden muss. Leider hat mich Herr Nattkemper in seine Überlegungen zu seinem Schreiben nicht einbezogen. Ich weiß nicht, ob ein Zaun wirklich zum Schutz geeignet ist. Wie muss ein Zaun gebaut sein, damit er Randalierer aufhält?“

Schlagowski regt ein Gespräch zwischen allen Beteiligten an. Nattkemper möchte möglichst schnell eine Lösung und findet nach rund zehn Jahren als Schulleiter, dass das Problem deutlich genug benannt sei.

Die Lage erschweren mehrere Baustellen rund um die Schule, etwa der Abbruch der alten Feuerwache. „Es ist einfach zu viel auf einmal“, sagt der Direktor des Gymnasiums.

Gibt es Probleme zwischen Gymnasiasten und Hauptschülern?

In seinem Brief benennt er einen weiteren Aspekt: die Nachbarschaft der beiden Schulen. „Zusätzlich nutzen immer mehr Schüler der benachbarten Hauptschule das Schulgelände des Goethe-Gymnasiums als Aufenthaltsfläche, benehmen sich schlecht und fangen Streit an.“

Er nennt einen Vorfall, bei dem ein Mittelstufenschüler der Konrad-von-der-Mark-Schule bei einem Disput mit einem Goethe-Schüler ein Messer präsentierte.

Ursache für Konflikte sei eine veränderte Regelung an der Hauptschule, dass Schüler das Gelände verlassen dürfen. „In solchen grundsätzlichen Fragen wünsche ich mir mehr Abstimmung. Wir müssen gemeinsam Aufsichten organisieren und dafür sorgen, dass die Schüler sich unter ständiger Beobachtung fühlen.“

Sein Kollege Carsten Schlagowski ist überrascht von den Äußerungen zum Verhältnis der Schulen. Er möchte dieses Thema „nicht weiter befeuern“ und spricht von einem „professionellen Verhältnis der Schulen untereinander, in dem jede das Fehlverhalten auf ihrer Seite auf ihre Weise löst.“

Stadt plant Vor-Ort-Termin mit beiden Schulleitern

Stadtsprecherin Katrin Pinetzki sagt auf Anfrage: „Derzeit ist ein Vor-Ort-Termin mit beiden Schulleitern, Bezirksvertretung und Verwaltung in der Abstimmung, um über mögliche Lösungen zu sprechen. Letztlich geht es um eine Abwägung von Interessen: öffentliche Zugänglichkeit und Nutzung vs. Schutz des Schulgeländes.“

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