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In Lichtendorf und Sölderholz gibt es für 6000 Einwohner keinen Hausarzt

rnHausärztemangel

Sölderholz hat seit mehreren Jahren weder einen Hausarzt noch eine Praxis, in die einer einziehen könnte. Trotz zahlreicher potenzieller Patienten. Das könnte auch noch bis 2020 so bleiben.

Sölderholz

, 06.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Schon eine Umfrage für unseren Stadteilcheck hatte ergeben, dass die Bürger in Lichtendorf und Sölderholz mit der medizinischen Versorgung unzufrieden sind. Über 6000 Einwohner haben dort keinen Hausarzt in der Nähe. Jetzt soll sich etwas ändern.

Wie heißt es doch so schön: „Wenn das Kind erst in den Brunnen gefallen ist, ist alles zu spät.“ Im Fall der hausärztlichen Betreuung in Sölderholz und Lichtendorf trifft diese Aussage sicher zu – hier will man nun schauen, dass man das Kind wieder aus dem Brunnen bekommt, sprich einen Hausarzt für den Bereich begeistern kann.

Alte Praxis schloss 2015

Seit Sommer 2015 stehen die Menschen in Sölderholz schon ohne Hausarzt da. Und schlimmer noch, eine Praxis, die ein neuer Arzt übernehmen könnte, gibt es auch nicht mehr. Jetzt soll sich auf die Suche gemacht werden – nach neuen Praxisräumen und eben auch nach einem Hausarzt.

Als Edith Schwerlinski im Juli 2015 die Tür ihrer Praxis an der Ecke Nelkenstraße / Lichtendorfer Straße für immer zuschloss, glaubte man, dass die nur für kurze Zeit sei und sich bald ein neuer Hausarzt im Dortmunder Süden vorstellen würde. Aber schon vor knapp vier Jahren war man sich bei der Kassenärztlichen Vereinigung sicher, dass es zumutbar sei, dass Sölderholz und Lichtendorf ohne Hausarzt auskommen könnte.

Es geht um die kassenärztliche Zulassung

Die durch die Schließung frei gewordenen Arztstelle, also die kassenärztliche Zulassung, ging nach Sölde, wo sich mittlerweile drei Hausärzte die Patienten teilen. Denn der Verteilungsschlüssel für eine Stadt sieht vor, dass die Ärzte sich praktisch ihr Betätigungsumfeld aussuchen können – und da gingen Sölderholz und Lichtendorf eben leer aus. Das soll sich jetzt ändern, so der Wille von Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel. Denn es sei für die vielen älteren Mitbürger nicht zumutbar, sich immer auf den Weg nach Sölde zu machen.

Ein weiteres Problem: in Sölderholz und Lichtendorf gibt es keine leer stehende Praxis mehr. Die alte Hausarztpraxis ist in Wohnräume umgewandelt worden – nun ist guter Rat teuer.

„Unserer Zielsetzung muss jetzt sein, erst einmal eine geeignete Praxis zur Verfügung zustellen und dann eben einen Arzt zu finden, der in den Dortmunder Süden möchte“, sagt Schädel. Die Krux an der Sache: woher kommt eine kassenärztliche Zulassung und vor allem wann ist so eine zu bekommen. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung wird dies erst wieder 2020 der Fall sein.

Bauträger soll sich melden

Eine Chance eher eine dieser sehr begehrten Zulassungen zu bekommen ist, wenn woanders in Dortmund ein Hausarzt seine Praxis schließt. „Aber das muss man wissen“, sagt Schädel, der dabei auf die Kassenärztliche Vereinigung setzt. Jetzt gibt es aber die Schwierigkeit mit einer neuen Praxis. „Es wird hier doch genug gebaut. Ärzte sind solvente Mieter, da müsste doch etwas zu machen sein“, sagt Schädel und setzt auf die Bauträger in Sölderholz und Lichtendorf. „Wir brauchen hier wieder einen Hausarzt, der Bedarf ist eindeutig da“, sagt Schädel.

Sölderholz und Lichtendorf sind vom Durchschnittsalter seiner Einwohner die ältesten Ortsteil im Stadtbezirk Aplerbeck. „Die hausärztliche Versorgung sollte schon fußläufig gegeben sein“, sagt Schädel. Man müsse einfach auf die Außenbezirke schauen und hier etwas gegen den Ärztemangel tun. Aber welche Möglichkeit hat die kommunale Politik, wenn es um die Frage eines Hausarztes vor Ort geht? „Wir können nur einen Aufruf starten, dass sich die Ärzte bei der Kassenärztlichen Vereinigung bewerben und dass sich ein Bauträger findet, der eine Praxis vorsieht“, sagt Schädel.

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