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Dieser Mann aus Marten singt und fühlt wie Freddy Quinn

rnGlühender Fan

Jürgen Schröder aus Marten ist glühender Freddy-Quinn-Fan, sogar seine Keller-Bar hat er nach seinem großen Idol benannt. Nicht nur durch die Musik fühlt er sich dem Schlagerstar sehr nah.

Marten

, 03.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Jürgen Schröder war noch keine zehn Jahre alt, als er zum ersten Mal Freddy Quinn im Radio hörte. „Heimweh“, 1956. Die erste veröffentlichte Single des Schlagerstars faszinierte Millionen – und auch den kleinen Jungen aus Marten. „Ich wollte die Platte unbedingt haben.“ Der Beginn einer großen Leidenschaft.

Von Stund an war der damals Neunjährige Freddy-Fan. Über sechs Jahrzehnte hat sich daran nichts geändert. Heute ist Jürgen Schröder 71 Jahre alt, vielleicht einer der größten, ganz sicher aber einer der ungewöhnlichsten Bewunderer des österreichischen Sängers und Schauspielers. „Freddy Quinn war und ist meine Welt.“

400 Scheiben und 300 Autogramme

Die große Verehrung, sie spiegelt sich unter anderem in diesen Zahlen wider: 400 Schallplatten und CDs, darunter etliche Sondereditionen, und 300 Autogramme hat der Martener Unternehmer und Kommunalpolitiker im Laufe der Jahre gesammelt. Bei mindestens 40 Live-Konzerten war er dabei, immer in der ersten Reihe, und 80 Prozent der deutschen Quinn-Titel kann er auswendig singen. Junge, komm bald wieder. La Paloma. Große Freiheit Nr 7.

Das allein ist schon eine Leistung, doch es kommt noch besser: Denn bis heute singt der 71-Jährige die Hits seines Idols nicht nur unter der Dusche oder im stillen Kämmerlein, sondern am liebsten vor Publikum. Früher auf öffentlichen Bühnen, zum Beispiel wenn er mit seinem Fußballverein Arminia Marten unterwegs war, heute eher für die Gäste in seinem Partykeller.

Keller-Bar heißt „Beim Quinn“

Diese Bar könnte mit ihrem stattlichen Tresen und den üppig gefüllten Regalen so mancher Dorfkneipe Konkurrenz machen. Doch das soll sie gar nicht, vielmehr ist sie eine Liebeserklärung der besonderen Art: Jürgen Schröder hat seinem Partykeller den Namen „Beim Quinn“ gegeben. So leuchtet es neonblau in großen, verschnörkelten Buchstaben über dem Zapfhahn. Dazu ein lächelnder Quinn auf allen vier Wänden. Autogramme, Plakate, Fotos wohin das Auge reicht.

„Beim Quinn“, das ist für Jürgen Schröder nicht nur seine kleine Bühne. Es ist auch sein Refugium. Wann immer es die Zeit des viel beschäftigten Marteners zulässt, zieht er sich hierher zurück. Um alte Scheiben abzuspielen, um in Erinnerungen zu schwelgen. Und davon gibt es reichlich.

Seien es die persönlichen Begegnungen und Gespräche mit Freddy Quinn, oder die vielen Reisen auf den Spuren des Schlagerstars: New York, Las Vegas mit einem Besuch bei Siegfried und Roy, die Niagarafälle. Oder San Francisco, wo Jürgen Schröder im Schaufenster einer Friseurs zufällig das Foto von Freddy Quinn entdeckte – und sich dort aber nicht die Haare schneiden ließ.

Dieser Mann aus Marten singt und fühlt wie Freddy Quinn

Auf dem guten alten Plattenspieler legt Jürgen Schröder die Scheiben von Freddy Quinn auf. © Beate Dönnewald

Gemeinsame Philosophie und biografische Parallelen

Nicht nur durch die Lieder, die Geschichten aus dem Leben erzählten, würde er sich Freddy Quinn ganz nahe fühlen, sagt Schröder. Sondern auch durch die biografischen Parallelen und ihre gemeinsame Lebensphilosophie: „Aus dem Leben das Beste machen, ihm immer das Positive abgewinnen.“ Als junger Mann hätte er ein Zwillingsbruder von Quinn sein können, so Schröder.

Dieser Mann aus Marten singt und fühlt wie Freddy Quinn

Als junger Mann (l.) hätte er ein Zwillingsbruder von Quinn sein können, sagt Jürgen Schröder. © Beate Dönnewald

Das größte Geschenk sei für ihn aber seine Stimme. „Meine Stimme klingt fast wie Ihre“, das habe er mal zu Freddy Quinn gesagt, als er ihn hinter den Kulissen in der Westfalenhalle traf. Da habe er ein wenig geknurrt, sagt Schröder und lacht. Tatsächlich wollten ihn früher einige Manager unter Vertrag nehmen, er habe sich dann aber doch lieber für sein Leben zu Hause mit Frau, Familie und Firma entschieden.

Das ist Jürgen Schröder

  • Hans Jürgen Schröder ist Jahrgang 1947 und lebt seit seiner Geburt in Marten.
  • Er ist Sohn eines Bergmanns, verheiratet, zweifacher Vater und vierfacher Großvater.
  • Er ist Inhaber von Grafia-Druck Schröder in Marten, Mitglied in über 30 Vereinen, unter anderem Ehrenmitglied im Närrischen Rat, und war 25 Jahre Vorsitzender des Sportvereins Arminia Marten.
  • Außerdem ist der 71-Jährige Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Lütgendortmund. Die nächste Sitzung ist am 12. Februar (Dienstag) ab 17 Uhr im Haus der Sozialen Dienste, Werner Straße 10.
  • Jürgen Schröder ist unter anderem Träger der DFB-Verdienstnadel und der Verdienstnadel in Gold des Fußball- und Leichtathletik-Verbands Westfalen.
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