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Kita- und Wohnheimbau in Lütgendortmund – Politik zeigt Standort die Rote Karte

rnInklusionsprojekt

Die Stadt und die Stiftung Volmarstein wollen in Lütgendortmund ein Gebäude für Kita-Kinder und Menschen mit Behinderung bauen. Die Lage ist aus Sicht der Politik aber ungeeignet.

Lütgendortmund

, 15.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Eigentlich sind es ja gute Nachrichten: Die Stadt Dortmund plant den Bau einer neuen Kindertagesstätte in Lütgendortmund. Zusammen mit einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung der Stiftung Volmarstein soll es die zukünftige Heimat für die Musikkita Fliewatüt werden.

Doch Begeisterung löst das Vorhaben bei der örtlichen Politik nicht aus. Im Gegenteil: Die Lütgendortmunder Bezirksvertreter halten den Standort auf der Freifläche zwischen Westermannstraße 79/81 und Limbecker Straße 59, für völlig ungeeignet.

Und nicht nur das – das Gremium ist von der städtischen Vorlage mehr als genervt: „Wann gibt es endlich mal einen Vorschlag der Verwaltung für eine Kita, der aus verkehrstechnischer Sicht akzeptabel ist, so dass wir ihn gutheißen können?“, fragte Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp während der Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Lütgendortmund am Dienstag.

Hubschrauber-Eltern fahren bis in den Gruppenraum

Denn schon in der Vergangenheit hatte die BV andere Kita-Standorte abgelehnt, etwa den bereits realisierten an der Westricher Straße in direkter Nähe zu einem Bahnübergang oder den an der Gehrenstraße in Kley, über den final noch nicht entschieden wurde.

Auch im aktuellen Fall ist es wieder die Verkehrssituation, die aus Sicht der Politik einen Kita-Bau an dieser Stelle nicht zulässt. In dem Ballungszentrum von Schulen, Sportvereinen und Krankenhaus sei die Verkehrsbelastung einfach zu hoch, der vorhandene Parkraum zu gering.

Kita- und Wohnheimbau in Lütgendortmund – Politik zeigt Standort die Rote Karte

Hier soll das Gebäude entstehen. Die Erschließung der Kita soll über die Westermann-, des Wohnheims über die Limbecker Straße (bislang Fußweg) erfolgen. © Leonie Sauerland (Grafik)

„Der Kreuzungsbereich ist schon jetzt morgens und nachmittags verstopft“, so Brankamp. Die „Helikopter-Eltern“, die ihre Kinder am liebsten bis in den Gruppenraum führen, und auch die nötige Verlegung der Bushaltestelle sprächen eindeutig gegen den Standort.

Bezirksbürgermeister schlägt alternative Standorte vor

Diese Bedenken äußerte die BV gegenüber Moritz Franke, zuständig für städtebauliche Rahmen- und Bebauungsplanung, und Winfried Sagolla, Bereichsleiter Mobilitätsplanung, die das Vorhaben vorstellten. Das Werben der beiden Verwaltungsmitarbeiter für dringend benötigte Kita-Plätze oder ihr Hinweis auf fehlende Alternativ-Standorte änderte nichts an der Meinung der Politiker: Bei drei Enthaltungen (Grüne, Linke) sprach sich das Gremium mehrheitlich gegen den Standort aus.

Heiko Brankamp gab den Vertretern der Verwaltung Alternativstandorte mit auf den Weg: an der Idastraße (Friedhofsbereich) und im Grevendicks Feld. Die Vorsitzende der Elterninitiative Kita Fliewatüt, Petra Strutz, wollte das BV-Votum gestern nicht kommentieren.

Für die Kita wäre das neue Gebäude am geplanten Standort, Luftlinie 150 Meter vom jetzigen entfernt, ein Glücksgriff, auch wenn „es verkehrstechnisch eine Herausforderung“ sei. Ihrer Meinung nach überwögen aber die Vorteile, unter anderem könne man im neuen Gebäude mehr Kita-Plätze als bisher anbieten. „Und auch der Inklusionsgedanke gefällt uns“, so Petra Strutz.

Für Stiftung ist politisches Nein ein Schlag ins Gesicht

Neben der Kita sind in dem dreigeschossigen Gebäude 24 stationäre Plätze für Menschen mit Behinderung in den oberen Etagen vorgesehen. Ekkehard Meinecke, Geschäftsbereichsleiter der Stiftung Volmarstein, zeigte sich vom „Nein“ der BV enttäuscht: „Das ist ein Schlag ins Gesicht. Unsere Planungen sind schon sehr weit fortgeschritten.“

Ausschuss entscheidet am 20. März

  • Die Bezirksvertretung Lütgendortmund gab zum Kita- und Wohnheimbau nur eine Empfehlung ab.
  • Die Entscheidung liegt beim Ausschuss für Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen, der am 20. März (Mittwoch) tagen wird.
  • Der ursprüngliche Termin zur Beschlussfassung war bereits am 13. Februar. Weil die BV das Thema in ihre Märzsitzung geschoben hatte, vertagte der Ausschuss es ebenfalls, um so die Beratungsfolge der zuständigen Gremien einhalten zu können.
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