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Mondo Mio: Wo Kinder und Eltern die Stoffhöhle und den Riesenkaufladen entdecken

rnMuseums-Check

Das Kindermuseum Mondo Mio im Westfalenpark sieht von außen aus wie eine behelfsmäßige, bunt beklebte, große Garage für Regentage. Der Eindruck täuscht.

Dortmund

, 22.06.2018 / Lesedauer: 9 min

Das Kindermuseum Mondo Mio steht im Westfalenpark in der Nähe des Eingangs an der Ruhrallee, gegenüber vom Flamingoteich. Hier machen wir den Museums-Check: Für welches Alter und welche Interessen hat das Mondo Mio etwas zu bieten?

Meine vierjährige Tochter und ich waren an einem Dienstag von 14.20 bis 17 Uhr im Mondo Mio (geöffnet wochentags 13.30 bis 17 Uhr). Erst waren wir in der Ausstellung „Weltenkinder“, dann in der Sonderausstellung „In der Tinte“, schließlich in der Schau „Nijambo – Energie für die Zukunft“.

Station 1: „Weltenkinder“

Die Vierjährige war schon mal im Mondo Mio, und wo die große Spielküche ist, weiß sie noch genau: Schnurstracks pest sie durch den rechten Eingang, vorbei am großen Holzboot, durch den schönen Gang mit den grauen Blättern, die an Fäden bis auf den Boden herabhängen, in den Hintereingang des „Weltenkinder“-Bereichs.

Mondo Mio: Wo Kinder und Eltern die Stoffhöhle und den Riesenkaufladen entdecken

Durch den Blätterwald zum „Weltenkinder“-Areal. © Stephan Schuetze


Familie ist hier das Thema. Am Eingang der Hinweis: bitte Schuhe ausziehen, denn in diesem Bereich dürfen und sollen die Kinder auch über den Boden krabbeln!

Dort ist die Küche aufgebaut: In bunt gestrichenen Holzregalen stehen Tiegel, Töpfe und Schalen zum Kochen-Spielen, Dosen mit raschelnden Gewürzen, Früchte aus Stoff, Löffel und Kellen. An kleinen Holzherden kocht die Vierjährige ein paar Fantasiegerichte zusammen. Ich sitze auf einem der dicken, bequemen Stoffzöpfe und schaue ihr zu.

Mondo Mio: Wo Kinder und Eltern die Stoffhöhle und den Riesenkaufladen entdecken

Ein Ausschnitt der großen Spielküche. © Stephan Schütze

Die Spielküche ist ein guter Platz für schöne Fotos von den eigenen Kindern: Die Töpfe, Schalen und anderen Gegenstände wirken wie auf einem exotischen Flohmarkt zusammengesammelt, alle hübsch und keins wie das andere, und die Kinder sind so versunken im Spiel, dass man sie in Ruhe fotografieren kann.

Mondo Mio: Wo Kinder und Eltern die Stoffhöhle und den Riesenkaufladen entdecken

Na, riecht der Stoffkürbis auch nach Kürbis? Nee, nach Stoff. © Stephan Schütze

Nur das Licht ist für Fotos etwas ungünstig, weil es senkrecht von oben herabfällt und ziemlich orangestichig ist. Wer nicht weiß, wie man das ausgleicht, kann die Bilder nachträglich in Schwarz-Weiß-Fotos verwandeln – das geht mittlerweile ja auch am Handy ganz einfach.

Mondo Mio: Wo Kinder und Eltern die Stoffhöhle und den Riesenkaufladen entdecken

In der Spielküche gibt es auch Säcke voll Reis und Bulgur. Oder so was Ähnliches. © Stephan Schütze

Nach Vorspeise, Hauptgang und Dessert (ein etwas fusseliger Stoffkürbis) stratzt die Vierjährige zum Maltisch gegenüber. Stifte und Papier sind zwar nichts Besonderes, aber etwas, das viele Kinder einfach gern benutzen. Außerdem kann man die bemalten Papiere anschließend zusammenrollen und in eine der Röhren in der Wand stecken – als Brief an Mama, Opa oder die Zahnfee.

Mein Highlight im „Weltenkinder“-Bereich ist die zwielichtige Stoffhöhle. Durch eine Öffnung am Boden, ähnlich dem Eingang eines Iglus, gelangt man hinein: ein etwa halbkugelartiges, kleines Gewölbe mit ein paar Ausbuchtungen, so niedrig, dass man kaum aufrecht darin stehen kann.

Mondo Mio: Wo Kinder und Eltern die Stoffhöhle und den Riesenkaufladen entdecken

Vorlesen in der Stoffhöhle. Gemütlich. © Stephan Schuetze

Durch eine Öffnung in der Decke fällt Licht auf die dunklen, geflochtenen Stoffe, mit denen die Höhle komplett ausgekleidet ist, auch der Fußboden. Perfekt, um sich zusammen in eine Ecke zu kuscheln und ein paar Bücher vorzulesen – vor dem Eingang steht eine Holzkiste mit Vorlese- und Bilderbüchern bereit.

Die große, offene Mitte des „Weltenkinder“-Bereichs ist von verwinkelten Wänden umgeben. In den Winkeln und Ecken verstecken sich weitere, kleine Räume. Den Winkel mit den Familienfotos und Spiegeln entdeckt die Vierjährige, den Raum zum Verkleiden, mit Kostümen, Brillen und Hüten bemerke ich erst spät und zufällig. Hinter jeder Ecke gibt es etwas Neues zu sehen und zu tun.

Mondo Mio: Wo Kinder und Eltern die Stoffhöhle und den Riesenkaufladen entdecken

Die zwei kleinen Fenster des himmelartig bemalten Raums sind eine super Fotomöglichkeit. © Stephan Schütze

Fototipp: Die beiden komplett verspiegelten Schächte im hinteren Bereich der Weltenkinder, die durch die Wand von innen nach außen führen, eignen sich hervorragend für coole Fotos. Einfach von der einen Seite reinschauen und von der anderen Seite fotografieren.
Hinweis: An dem Ende, das in den Innenraum ragt, sind Lampen angebracht, am anderen Ende nicht. Fotografieren kann man also am besten von innen nach außen: Der Fotograf schaut ins innere Ende, der oder die Fotografierten schauen ins äußere Ende.

Station 2: „In der Tinte“

Betrachtet man den inneren Museumsaufbau als etwas verwinkelten Rundgang – links geht man hinein, rechts kommt man wieder heraus –, dann liegt die Sonderausstellung „In der Tinte. Vom Tintenkochen und Schönschreiben“ (verlängert bis 31. August 2018) direkt vor dem Ausgang. Gedacht ist diese Ausstellung für Kinder, die schon schreiben können.

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Schriften-Sammelsurium. © Stephan Schütze


Die Schaukästen mit Papierarten und Schreibwerkzeugen aus der gesamten Menschheitsgeschichte sind für die Vierjährige in zweierlei Hinsicht zu hoch, räumlich und inhaltlich. Aber an den Tischen mit den Alphabeten aus kyrillischen, tamilischen, arabischen und lateinischen Buchstaben nimmt sie sich gern ein paar Pausblätter und paust ein paar der Zeichen durch.

Mondo Mio: Wo Kinder und Eltern die Stoffhöhle und den Riesenkaufladen entdecken

Buchstaben abpausen: lateinische, kyrillische, tamilische und arabische. © Stephan Schütze


Ich setze mich dazu und probiere ein paar arabische Schriftornamente, dann gehe ich zur Schultafel gegenüber und male mit Kreide ein paar altdeutsche Buchstaben ab. Ist mir noch nie aufgefallen: Die Formen der altdeutschen Schriftzeichen sehen aus wie ein Zwischending aus tamilischen und arabischen Zeichen.

Neben der großen Tafel lehnen kleinere Schiefertafeln an der Wand, wie sie früher von Schülern benutzt wurden. Hatte ich noch nie in der Hand. Erst schreibe ich mit Kreide drauf, dann fällt der Groschen: An der Seite der Tafel baumelt ein metallener Griffel. Damit kratzt man offenbar in die Schieferoberfläche.

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Mit dem Griffel auf eine Schreibtafel kratzen. Für die Erwachsenen schön retro, für die Kinder schön schön. © Stephan Schütze

Warum man die Kratzspur mit dem kleinen Topflappen, der an der anderen Seite baumelt, einfach wieder abwischen kann, kapier ich zwar nicht, aber es kommt mir praktisch vor. Ich zeige die Schreibtafel der Vierjährigen, und sie kratzt ihren Namen hinein.

Dann will sie noch mal schnell aufs Boot klettern: Ein hölzernes, etwa sechs Meter langes Motorboot, glänzend poliert, mit einem Steuerrad in der Mitte und einer Windschutzscheibe über der Mini-Kajüte. Über eine Leiter kommt man von außen über die Reling.

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Das Boot. Jedes Kind will da rein. © Stephan Schütze

Soweit ich mich erinnere, stand das von Anfang an im Mondo Mio, und ich habe noch kein Kind erlebt, das da nicht reinklettern, am Steuerrad drehen und den Küsten seiner Fantasie entgegenschippern wollte.

Station 3: Nijambo – Energie für die Zukunft

Diese Ausstellung ist gedacht für Kinder ab 6, um ihnen spielerisch die Zusammenhänge des globalen Handels nahezubringen. Meine Vierjährige findet hier trotzdem so einiges super.

Zuallererst entdeckt sie den Kaufladen. Der ist auch schwer zu übersehen: Groß wie ein ganzer Raum, strahlend gelb, und mit kinderbeinhohen Leuchtbuchstaben steht „Konsum“ oben dran. „Papa, ein Kaufladen!“

Mondo Mio: Wo Kinder und Eltern die Stoffhöhle und den Riesenkaufladen entdecken

Ein Kaufladen, so groß wie ein ... richtiger Kaufladen! © Stephan Schütze


Warum ein Kaufladen für Kinder so aufregend ist wie ein Glas Honig für Pu den Bären, habe ich nie verstanden. Ich schätze, alle Eltern kennen das: „Papa, erst kaufst du bei mir ein. Dann kauf ich bei dir ein. Dann kaufst du wieder bei mir ein. Dann kauf ich…“
Und dann tauscht man Holzgurken und kleine, zerknautschte Schachteln Kakao gegen „1 Geld“ oder „100 Euro“, bitte, danke, auf Wiedersehen mein Herr, jetzt du, jetzt ich, und zwar bis die Sonne untergeht.

Im großen Mondo-Mio-Kaufladen gibt es immerhin richtig hohe Regale, eine richtige Theke und eine richtige Registrierkasse mit einem richtigen Scanner. Und richtiges Spielgeld: Einen Beutel roter Mondo-Mio-Moneten kann man sich an der Kasse ausleihen.

Mondo Mio: Wo Kinder und Eltern die Stoffhöhle und den Riesenkaufladen entdecken

Nicht so einfach, die Bananen und anderen Waren im richtigen Abstand über den Scanner zu bewegen, damit der sie erkennt und piept. © Stephan Schütze

Während mich die Vierjährige mit erwartungsfroher, kundenfreundlicher Miene beobachtet, lege ich mit „Kakao“ oder „Schokolade“ beklebte Holzblöcke in den Einkaufskorb und staple meine Auswahl vor der Kasse. Sie bewegt die Sachen mit dem Strichcode nach unten im richtigen Abstand über den Scanner, gar nicht so leicht, und auf dem Bildschirm tauchen die Waren und der Preis auf. Dann stecken wir die entsprechende Anzahl Mondo-Münzen in den Einwurf, der Bildschirm zählt mit, fertig, Wiedersehen, jetzt du.

Den anderen Bildschirm, der im Regal steht und Informationen über die Weltwirtschaft loswerden möchte, beachtet sie nicht. Vielleicht in zwei, drei Jahren.

Nach ein paar Einkäufen kann ich sie vom Kaufladen loseisen, denn es gibt hier noch einiges mehr. Einige originalgroße Hütten und Häuschen zeigen Lebens- und Arbeitswirklichkeiten aus Indien und Afrika, eins beherbergt eine kleine Werkstatt, ein anderes einen kleinen Kaufladen („äh, ach komm, wir haben doch schon… na gut, aber nur noch einmal“), ein drittes selbstgebaute Musikinstrumente und Kinderspielzeuge aus anderen Ländern.

Mondo Mio: Wo Kinder und Eltern die Stoffhöhle und den Riesenkaufladen entdecken

Dieser große Fahrradwagen steht im Eingang zur Ausstellung „Nijambo“. © Stephan Schütze

Eine große, runde, langsam rotierende Vitrine zeigt eine Miniaturlandschaft mit Bereichen aus südlichen Ländern. Die Vierjährige setzt sich davor, nimmt einen Kopfhörer und hört interessiert ein paar Minuten zu, wie ein Junge von seinem bäuerlichen Leben erzählt.

Mondo Mio: Wo Kinder und Eltern die Stoffhöhle und den Riesenkaufladen entdecken

Über den Ohrlautsprecher ist ein Junge zu hören, der vom bäuerlichen Leben erzählt. © Stephan Schütze

Schließlich entdecken wir noch den kleinen Basteltisch mit Scheren, Kleber, Stiften und Stoffresten. Für je 20 Cent kaufen wir an der Kasse zwei Holzlöffel und verwandeln sie mit Hingabe und Zunge im Mundwinkel in eine Prinzessin und einen müden Mann mit Bart bzw. einen Piraten, wie meine Tochter ihn schmeichelhaft nennt.

Mondo Mio: Wo Kinder und Eltern die Stoffhöhle und den Riesenkaufladen entdecken

Unsere beiden Löffelpuppen aus Holzlöffeln, Stoffresten und Kleber. © Tilman Abegg

Unsere Holzlöffelpuppen könnten wir zu den anderen stecken, die offenbar von früheren Besuchern gestaltet wurden. Wir wollen sie aber lieber mit nach Hause nehmen (darf man auch).

(Noch) nicht so interessant für meine Tochter ist die Ecke, wo kleine Propeller und einfache technische Konstruktionen die Funktion von Solarenergie veranschaulichen. Was ich nicht weiter bedauerlich finde, denn mit meinen Physikkenntnissen hätte ich eh keine Fragen beantworten können.

Die Schauwand mit Beispielen für ungerechte Energie- und Ressourcenverschwendung nimmt sie nur als Raumteiler wahr. Die hätte ich mir gern genauer angesehen, aber die Vierjährige wollte weiter.

Unser Besuch in Kürze

Was gibt es für Kinder?
Das Mondo Mio ist eine einzige große Spielwiese. Fast alles lässt sich anfassen, in die Hand nehmen, ausprobieren, es gibt vieles zu gestalten. Die gesamte Ausstellung ist unterhaltsam für Zwei- oder Drei- bis Sechsjährige, vor allem der „Weltenkinder“-Teil.

Mondo Mio: Wo Kinder und Eltern die Stoffhöhle und den Riesenkaufladen entdecken

Eine von vielen Kleinigkeiten zum Entdecken und Rumspielen. © Stephan Schütze

Ältere Kinder fühlen sich wahrscheinlich in den Bereichen „Nijambo“ und „In der Tinte“ wohler und können dort auch gut mal allein gelassen werden, wenn das jüngere Kind bei den „Weltenkindern“ beaufsichtigt werden muss.

Was gibt es für Erwachsene?

Das ist der Knackpunkt: Genau dasselbe wie für die Kinder. Es gibt hier keine Extrawürste für die Eltern. Wer nicht gern mit seinem Kind oder seinen Kindern bastelt und ihnen beim Entdecken zusieht oder dabei mitmacht, langweilt sich. Das Mondo Mio ist kein Bällebad, wo man seine Kinder abgeben und später wieder abholen kann.

Alles im Mondo Mio ist dafür gedacht, zusammen entdeckt zu werden, und fordert zum gemeinsamen Ausprobieren auf. Wer das gern mit seinen Kindern tut, ist hier goldrichtig.

Was muss man wissen?

Es gibt kein Museumscafé. Für einen Euro gibt es Wasser und zuckerfreie Apfelschorle an der Kasse. Größere Taschen müssen eingeschlossen werden, den Schlüssel gibt es gratis gegen ein Pfand.

In den Ausstellungsräumen sind Kinderwagen, Essen und Getränke und laute Handys untersagt.

Ist die Internetseite hilfreich?

Ja, die ist gar nicht schlecht. Vor allem hilfreich für die Übersicht auf zusätzliche Angebote – davon gibt es nämlich reichlich.

Eintrittspreise:

Für den Westfalenpark zahlt man Eintritt. Der Einzeleintritt ab 6 Jahren kostet 3,50 Euro, ermäßigt 1,50 Euro. Eine Kleingruppe (ein Erwachsener, maximal vier Kinder) kostet 7 Euro, ermäßigt 4 Euro.
Der Museumsbesuch kostet nichts extra.

Öffnungszeiten:

Außerhalb der Ferien: Di bis Fr 13.30 bis 17 Uhr, Sa, So und feiertags 11 bis 18 Uhr.

In den Ferien: Mo bis Fr 13.30 bis 18 Uhr, Sa, So und feiertags 11 bis 18 Uhr.

Anfahrt/Parkmöglichkeiten:

Für den Besuch des Mondo Mio nimmt man am besten den Eingang Ruhrallee oder Florianstraße. An beiden Eingängen gibt es Parkplätze, die meisten davon sind kostenpflichtig.

Etwa 100 Meter vom Eingang Ruhrallee entfernt ist die Haltestelle „Westfalenpark“, hier fahren die Linien U45 Richtung Westfalenhallen und U49 Richtung Hacheney.

Unser Fazit:

Der „Weltenkinder“-Bereich ist vor allem für jüngere Kinder toll. Wie ein übergroßes Kinderzimmer zum Spielen und Entdecken. Nichts wirkt wie einfach gekauft und hingestellt, alles ist liebevoll und ästhetisch gestaltet. Und es ist nicht überladen mit Erklärungen und Anleitungen. Warum auch: Da steht eine Kiste mit Bilderbüchern, direkt dahinter ist der Eingang zu einer Stoffhöhle – was soll man da groß erklären?

Die „Nijambo“-Ausstellung hat zwei Vorteile: Erstens ist sie nicht überladen mit Informationen und langen Texttapeten, bietet aber doch interessante Anreize, sich mit der Weltwirtschaft und ihren Folgen auseinanderzusetzen. Zweitens ist sie bunt, schön und interaktiv, also auch etwas für Kinder, die einfach entdecken wollen.

Unter der Woche hat das Museum täglich 3,5 Stunden geöffnet. Das ist höchstens für manche Erwachsene zu lang – für Kinder nicht.

Mondo Mio: Wo Kinder und Eltern die Stoffhöhle und den Riesenkaufladen entdecken

Professor Norbert Zmyj. © Roland Baege

Das sagt der Experte

Professor Norbert Zmyj, Entwicklungspsychologe an der Technischen Uni Dortmund, kommentiert unseren Bericht übers Mondo Mio:

„Der moderne Mensch ist das einzige Säugetier, das mit Artgenossen über Schriftzeichen kommuniziert.


Dabei entwickelte der Mensch die Schrift erst relativ spät in seiner 300.000-jährigen Stammesgeschichte: Die ältesten überlieferten Schriftzeichen sind 5000 Jahre alt. Es ist also nachvollziehbar, dass Kinder lange brauchen, die Kulturtechnik des Schreibens zu erlernen und zu vervollkommnen.

„In der Tinte“: Blick über den Tellerrand

Die Ausstellung „In der Tinte“ vermittelt den Kindern die Existenz verschiedene Schriftarten und die Tatsache, dass es neben Füller und Smartphone noch andere Schreibutensilien gibt – ein interessanter Blick über den Tellerrand des schulischen Alltags hinaus.

Die Ausstellungen „Weltenkinder“ für Vorschulkinder und „Nijambo – Energie der Zukunft“ für Kinder ab dem Grundschulalter unternehmen den Versuch, den Kindern globale Aspekte des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens zu vermitteln. Die Aktivitäten sind altersgerecht gestaltet und stoßen offenkundig auf das Interesse der Kinder.

Wirklich interessant für Kinder?

Aber wird das Ziel der Ausstellungen erreicht, Kinder für eine „multikulturelle Gesellschaft“ und „nachhaltiges Handeln“ zu sensibilisieren? Kinder im Vorschul- und Grundschulalter sind weitaus weniger an diesen gesellschaftlichen Themen interessiert als einige Erwachsene.

Das liegt daran, dass die wichtigsten Gruppen für sie die Familie und – besonders bei Grundschulkindern – die Gruppe der Gleichaltrigen im sozialen Umfeld sind. Die Erkenntnis, Teil einer Gesellschaft zu sein, in der sich die meisten Menschen persönlich nicht kennen, reift erst bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen heran.“

So funktioniert der Museums-Check Jedes Kind ist anders, jede Familie ist anders. Wir glauben, dass es nicht das beste Museum gibt, das für alle Familien am schönsten ist. Daher besuchen wir die großen und kleinen Dortmunder Museen und zeigen, was sie jeweils bieten, was sie ausmacht. So können Sie beurteilen, ob das Angebot auch etwas für Sie und Ihre Familie ist – denn was Ihnen Spaß macht, wissen Sie selbst am besten.
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