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Neues Lager am Kohlenhafen soll auch Böden mit Gefahrstoffen aufnehmen

rnDortmunder Hafen

Im Hafen soll eine Umschlaganlage für Abfälle aus dem Straßenbau entstehen, auch für gefährliche Abfälle wie etwa teerhaltigen Asphalt. Das Vorhaben muss von Arnsberg genehmigt werden.

Dortmund

, 31.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Bauherr der Anlage ist die im Kohlenhafen beheimatete Firma Ruhrmann Logistik GmbH & Co. KG. 1929 gegründet, transportiert und lagert Ruhrmann in Dortmund jährlich rund 200.000 Tonnen Schüttgüter. Darunter Sand, Kies, Splitt und beispielsweise Sintermagnesit zur Produktion feuerfester Materialien.

Nun soll ein weiteres Geschäft hinzukommen: Ruhrmann hat bei der Arnsberger Bezirksregierung die Genehmigung zum Bau eines Zwischenlagers und einer Umschlaganlage für Abfälle aus dem Straßenbau beantragt.

Ein Teil der Abfälle landet in Boxen

Ein Teil der Abfälle gilt als ungefährlich; darunter Rost- und Kesselasche, Ofenschlacke, aber auch Bitumen ohne Teergehalt. Diese Abfälle sollen zeitweilig in drei „Schüttgutboxen“ auf einer Freifläche zwischen den beiden Hallen I und II gelagert werden. Beantragt ist eine Lagerkapazität von 3500 Tonnen. Den Umschlag pro Jahr schätzt Uwe Bergter, Leiter Häfen und Technik bei Ruhrmann, auf „erst einmal 60.000 Tonnen pro Jahr“.

Darüber hinaus sollen Lkw auch Stoffe anliefern, die als gefährlich eingestuft sind: beispielsweise teer- beziehungsweise kohlenhaltige Bitumengemische, die früher im Straßenbau eingesetzt wurden und krebserregende Stoffe enthalten können. Auch Gleisschotter und Straßenaushub mit erhöhter Schadstoffbelastung befindet sich unter den als kritisch geltenden Stoffen.

Diese Materialien sollen in einer Größenordnung bis zu 6000 Tonnen gelagert werden. Ihren tatsächlichen Umschlag beziffert Bergter auf ebenfalls „bis zu 60.000 Tonnen im Jahr“. Nach einer kurzen Lagerzeit soll das Material aufs Schiff umgeschlagen, vom Kohlenhafen zur thermischen Behandlung in die Niederlande verbracht und anschließend wiederverwertet werden.

Halle I dient als Zwischenlager

Insgesamt hat Ruhrmann für seine Verlade- und Umschlaganlage eine Kapazität von 420.000 Tonnen pro Jahr beantragt. „Wie sich der Umschlag tatsächlich entwickelt, müssen wir abwarten“, sagt Bergter.

Neues Lager am Kohlenhafen soll auch Böden mit Gefahrstoffen aufnehmen

„Weder Staub- noch Lärmbelastung werden signifikant zunehmen“, sagt Uwe Bergter von Ruhrmann Logistik. © Gregor Beushausen

Rund eine Million Euro will das Unternehmen investieren. Der Löwenanteil dürfte in den Umbau von Halle I fließen, in der die schadstoffhaltigen Materialien unterkommen sollen. Ankommende Lkw würden das Material über einen Trichter direkt in einen Tiefbunker abladen, sagt Bergter. Dort werde es über eine Förderanlage entweder in die Halle oder sofort auf ein Schiff geleitet, das unter dem Vordach der Halle festmache.

Beladen werden die Schiffe mit einer speziellen Anlage, die mit einer Entstaubungseinrichtung ausgestattet werden soll. „Weder die Staub- noch die Lärmbelastung werden signifikant zunehmen“, sagt Bergter mit Verweis auf vorliegende Gutachten. Läuft alles glatt, könne die Anlage, für die vorsorglich ein 24-Stunden-Betrieb beantragt ist, im Frühjahr 2019 gebaut und Mitte desselben Jahres in Betrieb gehen.

Bürger können Unterlagen einsehen

Die Arnsberger Bezirksregierung wird das Genehmigungsverfahren am Montag, 3. September, auf ihrer Internetseite veröffentlichen. Bürger können den Antrag zudem in Kürze im Landesbehördenhaus einsehen. Danach bleibt ihnen Zeit vom 4. Oktober bis 5. November, um mögliche Einwände zu formulieren.

Der Arnsberger Umweltdezernent wollte das Vorhaben zurzeit nicht bewerten. Dazu sei es noch zu früh, hieß es. Uwe Büscher, Vorstand der Dortmunder Hafen AG, sagte auf Anfrage, er begrüße die Pläne der Firma Ruhrmann Logistik. „Da werden Güter von der Straße aufs Wasser umgeschlagen“, so Büscher. „Genau dafür ist der Dortmunder Hafen gebaut worden.“

Der Antrag und die Unterlagen zum Genehmigungsverfahren sind für Bürger ab Montag, 10. September 2018, einsehbar. Sie liegen im Landesbehördenhaus an der Ruhrallee 1 bis 3, Zimmer 443. Die genauen Zeiten sind montags bis donnerstags jeweils von 8.30 Uhr bis 12 Uhr und von 13.30 Uhr bis 16 Uhr sowie freitags von 8.30 Uhr bis 14 Uhr.
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