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1500 junge Dortmunder treten ab August ihre Lehre an. Aufregung gehört dazu. Doch wer die Tipps von Experte Dirk Vohwinkel beachtet, kann dem Ausbildungsstart entspannter entgegen blicken.

Dortmund

, 30.07.2018 / Lesedauer: 4 min

Der erste Ausbildungstag ist ein bisschen wie der Sprung ins kalte Wasser. Es ist alles neu: das Umfeld, die Menschen, die Gepflogenheiten. Völlig cool bleiben da die wenigsten von uns. Aufregung gehört irgendwie dazu. Wer jedoch nicht gleich ins Fettnäpfchen treten will, sollte sich an einige Regeln halten, sagt Dirk Vohwinkel (49), Leiter der Ausbildungsberatung bei der Dortmunder Industrie- und Handelskammer. Der Experte gibt aus seiner langjährigen Erfahrung elf wichtige Tipps für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben.

Tipp 1: Pünktliches Erscheinen

Unpünktlichkeit gleich am ersten Tag macht keinen guten Eindruck und ist der schlechteste Start in den Ausbildungsbeginn überhaupt. Deshalb sollte sich jeder Auszubildende genau überlegen, wie er am besten zur Arbeit kommt. Im Falle öffentlicher Verkehrsmittel nicht die letztmögliche Bahn, sondern besser die Bahn vorher nehmen. Lieber eine Viertelstunde zu früh im Betrieb sein als fünf Minuten zu spät.

Tipp 2: Unterlagen mitbringen

Die Personalabteilung freut sich, wenn sie wichtigen Unterlagen nicht erst tagelang hinterher telefonieren muss, sondern alles komplett am ersten Tag eingereicht wird. Dazu gehören der Sozialversicherungsnachweis, die Bescheinigung der Krankenkasse zum Versicherungsschutz und die Steuer-Identifikationsummer.

Tipp 3: Die richtige Kleidung

Sie hängt in erster Linie vom Beruf und der konkreten Tätigkeiten ab. Im Baugewerbe und in einer Autowerkstatt beispielsweise lohnt es sich zu fragen, ob der Betrieb die Kleidung stellt. Für Auszubildende, die in einem Büro anfangen und vielleicht noch Kundenkontakt haben, ist es nicht empfehlenswert, automatisch in Shirt, kurzer Hose und Flip Flops aufzulaufen. Die Kleidung sollte angemessen, sauber und ordentlich sein. Vielleicht hat der oder die Auszubildende bereits beim Vorstellungsgespräch den ein oder anderen Kollegen gesehen, daran kann man sich gut orientieren. Gibt es Unklarheiten über die Kleiderordnung, sollte man keine Hemmungen haben, höflich nachzufragen.

Tipp 4: Authentisch auftreten

Der erste Tag dient meistens zur Einführung in die Betriebsabläufe. Dem Auszubildenden wird vieles erklärt, zudem werden ihm die Kollegen vorgestellt. Wer dabei im Stil von „Hoppla, hier bin ich“ aufläuft, sammelt in aller Regel wenig Punkte. Man sollte weder flapsig noch unterwürfig daherkommen, sondern authentisch, offen und interessiert. Der Auszubildende stellt sich seinen Kollegen mit vollem Namen vor und sagt, in welcher Abteilung er eingesetzt ist. Unterhalten sich Kollegen über private Belange, ist erst einmal Zurückhaltung angesagt.

Nicht gleich nach der Pause fragen! 11 Tipps für einen guten Start in die Ausbildung

Gibt Tipps für einen guten Start in die Ausbildung: Dirk Vohwinkel (49), Leiter der Ausbildungsberatung bei der Dortmunder Industrie- und Handelskammer. © Silvia Kriens

Tipp 5: Kollegen siezen

Auf keinen Fall unaufgefordert „Du“ sagen! Der Auszubildende ist gut beraten zu warten, bis ihm Kollegen das „Du“ anbieten. Zudem zeugt ein freundlicher Gruß mit Augenkontakt - egal ob auf der Baustelle, im Büro oder im Flur – von Höflichkeit und Respekt.

Tipp 6: Eigeninitiative zeigen

Auch wenn der erste Tag der Einführung und dem Kennenlernen dient: Bevor der Auszubildende hilflos herumsteht, weil ihm keine Arbeit zugewiesen wurde, sollte er Eigeninitiative zeigen und aktiv um Arbeit bitten. Dazu gehört auch, nachzufragen, wenn man etwas nicht verstanden hat und sich zu wichtigen Dingen Notizen zu machen. Das zeigt Interesse.

Tipp 7: Nicht als erstes nach der Mittagspause fragen

Natürlich steht Auszubildenden die Mittagspause zu. Wer aber gleich in den ersten beiden Stunden nach Dienstbeginn unverblümt zu verstehen gibt, dass er die Pause herbeisehnt, gibt keine gute Visitenkarte ab. Wesentlich geschickter ist es, die Kollegen nach den Arbeitsabläufen innerhalb des Betriebes zu fragen – in den meisten Fällen sind die Pausenzeiten in den Antworten enthalten. Ähnliches gilt für das Thema Urlaub: Wer gerade angefangen hat, sollte nicht schon am dritten Tag deutlich machen, dass er seinen Urlaub herbeisehnt.

Tipp 8: Keine Angst vor dem Telefon

Das Telefon des Kollegen läutet, der momentan aber nicht anwesend ist. Was tun? Ohren zuhalten? So tun, als wäre nichts? Nein. Auch fürs allererste Telefonat gilt: Der Auszubildende meldet sich mit seinem Namen und dem Namen der Firma, notiert sich das Anliegen und die Rufnummer seines Gesprächspartners und reicht die Angaben nach Rückkehr des Kollegen weiter.

Tipp 9: Keine Surftour durchs Internet

Wer seinen Chef offen fragt, ob er während der Arbeitszeit auch ins Internet gehen oder private Mails versenden darf, macht sich verdächtig, dass sein Engagement nicht zu 100 Prozent dem Betrieb gelten könnte. Klüger ist es, den Chef allgemein um Aufklärung zu bitten, welche Datenschutzbestimmungen für den Internetzugang gelten und welche Regeln dabei einzuhalten sind. Aus der Antwort dürfte schnell deutlich werden, was zulässig ist.

Tipp 10: Keine Privatgespräche am Handy

Es kommt nicht gut, wenn der Auszubildende gleich am ersten Arbeitstag am Handy hängt und seiner Freundin erklärt, wie es im Betrieb läuft. Privatgespräche gehören nicht an den Arbeitsplatz. Weil die Versuchung aber recht groß ist, sollte das Handy zumindest in den ersten Tagen ganz einfach zuhause bleiben.

Tipp 11: Nicht überstürzt den Schreibtisch verlassen

Wer beispielsweise um 17 Uhr Feierabend hat, sollte nicht schon um 15.30 Uhr anfangen, seinen Schreibtisch aufzuräumen. Das wäre kein gutes Signal. Eleganter ist es, bis kurz nach 17 Uhr zu warten, dem Chef deutlich zu machen, dass es ein interessanter erster Tag mit spannenden Eindrücken war und fragen, ob es noch etwas zu tun gibt. In aller Regel wird der Chef das Signal zum Aufbruch geben.

Serie zum Ausbildungsstart: Den gesamten August über begleiten wir den Ausbildungsstart in Dortmund mit einer Serie. Zweimal die Woche geben wir Tipps, stellen Trends vor und blicken bei einigen Betrieben hinter die Kulisse.
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