Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Regionalverband bedroht das Werner Feld

Geplantes Gewerbegebiet

Der Verein Pro-Feld trat an, um eine Straße durch das Werner Feld zu verhindern. Jetzt steht das Landschaftsschutzgebiet insgesamt vor dem Aus. Der Regionalverband Ruhr möchte es in ein Gewerbegebiet umwandeln.

LÜTGENDORTMUND

, 16.12.2017 / Lesedauer: 3 min
Regionalverband bedroht das Werner Feld

Das Landschaftsschutzgebiet Werner Feld hat eine große Bedeutung als Naherholungsgebiet und für das Mikroklima der umgebenden Siedlungen. © Foto: Holger Bergmann

Mit einem offenen Brief schreckten die Aktiven von Pro-Feld in dieser Woche die Bewohner der Wilhelmshöh auf: Sie hatten entdeckt, dass das Werner Feld im Entwurf zum neuen Regionalplan, den der Regionalverband Ruhr (RVR) im November vorgestellt hat, als mögliches Gewerbegebiet ausgewiesen ist. Damit kämpfen die Dortmunder Anwohner des Bochumer Feldes nun nicht mehr nur gegen den Bau einer Erschließungsstraße zum ehemaligen Opelgelände (wir berichteten), sondern um den Bestand des gesamten Landschaftsschutzgebietes.

Die neue Bedrohung für das Naherholungsgebiet kommt für die Anwohner aus heiterem Himmel. Im Streit um den Straßenbau war gerade vorübergehende Ruhe eingekehrt. Der Rat der Stadt Bochum hatte zuletzt entschieden, für eine Entscheidung zunächst auf ein Verkehrsgutachten zu warten. Das kann nach Einschätzung von Michael Zechner, stellvertretender Vorsitzender von Pro-Feld, Jahre dauern, weil ein aussagekräftiges Gutachten erst nach dem Umbau der B235 möglich sei. Und der startet erst Ende 2018.

Politischer Wille

In diese Ruhe donnert nun die Entscheidung des RVR. Wie kommt es dazu? 2018 beginnt das formale Erarbeitungverfahren für den Regionalplan – eine rechtsverbindliche Grundlage für die Siedlungsentwicklung im gesamten Ruhrgebiet. Im November habe der RVR in einer Fachkonferenz dazu eine Arbeitskarte vorgelegt, erklärt RVR-Sprecher Jens Hapke auf Anfrage unserer Redaktion.

Das Werner Feld: eine Gewerbe- und Siedlungsfläche. Für Michael Zechner, auch Vorsitzender der CDU-Ortsunion Bövinghausen, ist es ein Rätsel, wie das Werner Feld in diesen Plan aufgenommen werden konnte: „Der politische Wille in Bochum, sowohl in der Bezirksvertretung Ost als auch im Rat, geht ganz klar in eine andere Richtung“. Kleinteilige Grünflächen wie das Werner Feld würden im neuen Plan nicht mehr explizit ausgewiesen, schreibt Jens Hapke. „Die konkrete Ausgestaltung ist dann Aufgabe der kommunalen Bauleitplanung.“

Unverzichtbares Naherholungsgebiet

Für den Lütgendortmunder Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp (SPD) kam die Nachricht ebenfalls überraschend: „Das Werner Feld ist ein unverzichtbares Naherholungsgebiet. Die Lütgendortmunder Politik ist ganz klar dagegen, dass die Bochumer ihre Verkehrsprobleme auf Dortmunder Gebiet lösen wollen.“ In seinen Augen hätte ein Gewerbegebiet Werner Feld keine Chance, denn Verkehr müsse über Dortmunder Straße führen. „Das ist mit uns nicht zu machen.“

Die Bewohner der Wilhelmshöh haben konkrete Befürchtungen. Laut Michael Zechner habe ein Gutachten bereits gezeigt, dass eine Bebauung des Feldes die Temperatur in ihrer Straße um 2 Grad im Jahresmittel erhöhen würde. Außerdem fürchten sie, dass versiegelte Flächen bei Starkregen für Überschwemmungen sorgen. Umweltverträglichkeitsgutachten habe der Regionalverband noch keine in Auftrag gegeben, räumt RVR-Sprecher Hapke ein. Bis zur Erarbeitung werde es eine solche Prüfung aber für alle Regionalplanflächen geben.

Pro-Feld will schnell mit dem RVR ins Gespräch kommen. „Im Idealfall kann man das Werner Feld noch aus dem Regionalplan streichen“, so Zechner. „Vielleicht war das Ganze nur ein Kommunikationsproblem zwischen Bochum und Essen.“

Lesen Sie jetzt

„Volkszählung“ im Grünen

Profeld erfasst 1000 Passanten im Werner Feld

Der Verein Profeld unterstreicht mit einer Zählung aller Passanten am vergangenen Sonntag die Bedeutung des bedrohten Werner Felds für die Dortmunder und Bochumer Bürger. Die Vorsitzende war selbst erstaunt, Von Rafael Buglowski

Lesen Sie jetzt