Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Kreuzviertel: Das teure Szene-Viertel mit dem Parkplatzproblem

rnStadtteilcheck

Das Kreuzviertel ist Dortmunds Szene-Viertel. Bars, Kneipen, Boutiquen gibt’s an jeder Ecke. Dazu schöne Gründerzeithäuser. Aber die Mieten sind hoch und der Kampf um Parkplätze endet nie.

Kreuzviertel

, 12.12.2018 / Lesedauer: 8 min

Wenn Julia Dobat (37) und Sven Bodenburg (32) aus der Haustür gehen, sind sie direkt mittendrin im Geschehen. Das Paar wohnt mit Sohn Bela im Herzen des Kreuzviertels. Zur U-Bahn, zum Supermarkt, zum hübschen Café und zum gemütlichen Restaurant sind es manchmal nur ein paar Schritte, nie mehr als ein paar Meter. „Wir wohnen hier sehr gerne“, sagt Julia Dobat. Dass Bela, der jetzt zweieinhalb ist, hier im Viertel groß wird, können sich Julia Dobat und Sven Bodenburg sehr gut vorstellen.

2012 ist Julia Dobat vom Gerichtsviertel ins Kreuzviertel gezogen, es war eher der Zufall, der sie hierherführte. Ein Jahr später zog Sven Bodenburg aus Bochum zu ihr. „Dieses Viertel hat einfach Flair mit den Wohnungen und den Restaurants drum herum“, sagt Sven Bodenburg. „In Bochum gibt es so etwas nicht.“ Man könne eben einfach aus der Tür stolpern, spontan ein Bierchen mit Freunden trinken gehen, im Restaurant einen Burger essen gehen. Auch jetzt mit Kind sei das noch immer möglich, weil alles so schön nah ist. Und wenn der BVB spielt, dann sind, wenn der Wind gutsteht, die Jubelschreie auch im Kreuzviertel noch zu hören. „Das hat was“, sagt Sven Bodenburg.

Kreuzviertel: Das teure Szene-Viertel mit dem Parkplatzproblem

Das Kreuzviertel von oben: Die Häuser sind in Blocks gebaut worden. Rechts oben im Bild ist der Vincekplatz und die angrenzende Kreuzkirche. Durch die Bildmitte führt die Lindemannstraße. © Hans Blossey

Vor einem Jahr ist die Familie in eine größere Wohnung gezogen. Bewusst haben sie sich wieder eine im Kreuzviertel gesucht. „Bela kann hier aus der Haustür gehen, ohne dass er sofort an einer viel befahrenen Straße steht“, sagt Julia Dobat. Das wisse sie sehr zu schätzen. Die Kita sei direkt um die Ecke, zur Innenstadt sei es nicht weit, man kenne sich untereinander, für einen Schnack mit dem Pizzabäcker oder dem Café-Betreiber sei immer Zeit. Und trotz allen Trubels würden sie nicht nur super schön, sondern auch ruhig wohnen.

Friedrich Fuß ist stellvertretender Bezirksbürgermeister für die Innenstadt-West und vor allem ist er Bewohner des Kreuzviertels. Wenn er über sein Quartier redet, dann schwärmt er vor allem von der Schönheit und von seinen Bewohnern. „Das Zusammenleben hier ist hervorragend, das Kreuzviertel lebt von den gesellschaftlichen Gruppen und davon, dass hier so viele Angebote sind.“ Es lebe von der Nähe zum BVB-Stadion und davon, dass es ein Kiez ist und gleichzeitig offen für alle.

„Für mich ist das Viertel wie Klein-Berlin“, sagt Romy Schneider. Sie hat ihre Wurzeln in der Hauptstadt Berlin, seit Jahren lebt sie mit Freund Tobias Franke und Tochter Mila im Kreuzviertel. „Das Kreuzviertel hat so viel Charme und versprüht so viel Kreativität.“ Sie habe, sagt Schneider, das Gefühl, „dass die Leute, die hier wohnen, zufriedener sind. Alle sind hier auch so entspannt.“

Aber auch ein Viertel wie das Kreuzviertel hat Probleme. Die, die hier wohnen, wissen um die ewige Parkplatznot, die steigenden Mieten und die Gentrifizierung. „Es ist sehr elitär geworden“, sagt Julia Dobat. Und trotz aller Herzlichkeit gebe es auch viele rücksichtslose Bewohner. Sowohl sie als auch Romy Schneider berichten zum Beispiel von Hundekot, der nicht wegmacht werde. Da wünschen sich die beiden Mütter mehr Rücksicht von den Hundebesitzern. „Und einige Häuser hätten auch mal dringend einen Anstrich nötig“, sagt Romy Schneider.

Das wurde positiv bewertet:

Dreimal hat das Kreuzviertel in unserer Umfrage 10 von 10 Punkten bekommen.

Gastronomie : Abgesehen von der City ist die Gastronomie-Dichte und -Vielfalt wahrscheinlich nirgends so groß wie im Kreuzviertel. Hier reihen sich szenige Restaurants, gemütliche Cafés und alteingesessene Kneipen aneinander. Ständig gibt es neue Angebote, wenn etwas Hippes nach Dortmund kommt, dann oft als erstes ins Kreuzviertel. Bei BVB-Spielen und an Wochenend-Abenden ist’s hier besonders voll. Auch von auswärts kommen die Leute bewusst her, um im Viertel ausgehen zu können.

Kreuzviertel: Das teure Szene-Viertel mit dem Parkplatzproblem

Restaurants, Kneipen und Bars gibt‘s im Kreuzviertel an fast jeder Ecke. An der Arneckestraße / Ecke Kreuzstraße etwa liegen die Restaurants Viertelliebe und Uncle Toms, daneben sind ein Bäcker und ein Dönderladen. In die andere Richtung liegt der Hubertusgrill. © Dieter Menne

Wo viele Menschen sind, ist aber auch Müll: Sven Bodenburg und Julia Dobat ist aufgefallen, dass vor allem an der Möllerbrücke durch das „Möllern“ (hier gibt es mehr zur Entstehung dieses Phänomens) die Zahl der Glasscherben enorm zugenommen hat. „Ich hatte schon so einige platte Reifen am Fahrrad“, sagt Bodenburg. Und auch BVB-Fans, die mitten im Viertel an Bäume pinkeln, seien leider keine Seltenheit.

Nahversorgung: „Das Angebot ist unglaublich gut“, sagt Julia Dobat. Auch Romy Schneider sagt: „Für uns ist von hier aus alles Wichtige zu Fuß erreichbar.“ Supermärkte stehen gleich eine ganze Handvoll zur Auswahl. An der Lindemannstraße gibt’s einen Netto und zwei Bio-Supermärkte, an der Möllerbrücke sind Rewe und Edeka. Im benachbarten Saarlandstraßenviertel gibt es weitere Supermärkte und am anderen Rand des Viertels, am Tremoniapark, gibt’s einen Lidl und einen Getränkemarkt.

Kreuzviertel: Das teure Szene-Viertel mit dem Parkplatzproblem

Die Nahversorgung im Kreuzviertel ist sehr gut. Supermärkte gibt es viele, zum Beispiel diesen Netto an der Lindemannstraße. © Dieter Menne

Wer nur schnell eine Kleinigkeit kaufen möchte: Trinkhallen und Kioske gibt’s fast an jeder Ecke. Dazu etliche kleine Boutiquen und Geschäfte. Ute Kersting etwa betreibt seit 1985 das Blumengeschäft Kersting an der Lindemannstraße / Ecke Kreuzstraße. Das Kreuzviertel sei vor allem deshalb besonders, weil es hier so viele kleine, individuelle Geschäfte gebe. „Kein Viertel ist so innovativ und gut vernetzt untereinander“, sagt sie. Die Menschen seien weltoffen, das spüre sie jeden Tag.

„Das Einzige, was fehlt“, sagt Julia Dobat, „ist ein Drogeriemarkt.“ Auch wenn das sicher Klagen auf hohem Niveau sei, so vermisse sie diesen im Angebot.

Verkehrsanbindung: Das Kreuzviertel ist perfekt angebunden. Zwei U-Bahnlinien fahren hierdurch. Die U46 hält an der Saarlandstraße und am Polizeipräsidium – sie fährt zum Stadtgarten und zu den Westfalenhallen, wo sie zur U45 wird, die wiederum zum Hauptbahnhof fährt. Die U42 – Richtung Homburch und durch die Innen- und Nordstadt bis Grevel – hält an Kreuzstraße und Möllerbrücke. Dort hält zudem die S-Bahnlinie 4 Richtung Lütgendortmund und Unna. An der Kreuz- und Lindemannstraße fahren Buslinien. Zu Fuß sind es etwa 15 Minuten in die Innenstadt, und etwa ebenso lang läuft man zum Signal Iduna Park. Wer mit dem Auto unterwegs ist, ist in wenigen Minuten auf der A40/B1. „Ich pendle viel zum Bahnhof“, sagt Sven Bodenburg. „Das geht super unkompliziert.“

Die Lebensqualität im Viertel bewerteten die Teilnehmer unserer Umfrage insgesamt mit 9 von 10 Punkten.

Das wurde negativ bewertet:

Jeweils 5 von 10 Punkten und damit die schlechtesten Werte bekamen drei Themen.

Verkehrsbelastung: Zu viele Autos, zu wenig Platz. Das Kreuzviertel ist in einer Zeit entstanden, als das Auto noch lange nicht das Fortbewegungsmittel Nummer 1 war. Die Wohnblöcke sind eng und dicht gebaut, die Straßen vergleichsweise schmal – und sie werden durch die parkenden Autos noch schmaler. Das hat Folgen:

Wer im Kreuzviertel wohnt, kennt ihn besonders gut: den (abendlichen) Kampf um die wenigen freien Parkplätze. „Die Situation ist alles andere als gut und es nervt, wenn man fünfmal um den Block für einen Parkplatz fahren muss“, sagt Sven Bodenburg. Er und seine Freundin haben sogar zwei Autos, für eines aber einen festen Stellplatz. „Wir haben aber bislang immer einen Parkplatz gefunden“, sagt der 32-Jährige.

Kreuzviertel: Das teure Szene-Viertel mit dem Parkplatzproblem

Fußgänger haben es nicht immer leicht, vor allem mit Kinderwagen. Denn die Autos parken oft auch die Gehwege zu. © Dieter Menne

Was das Paar viel mehr stört, ist das Verhalten vieler Autofahrer. Die würden mittlerweile nämlich auch Zufahrten und Gehwege rücksichtslos zuparken. „Mit dem Kinderwagen komme man da teilweise nicht mehr her“, sagt Sven Bodenburg. Seine Freundin ergänzt: „Man muss wenigstens den Fußgängern ein wenig Platz lassen.“

Das Parkplatzproblem sei kaum zu lösen, sagt Friedrich Fuß. „Es ist eine Illusion zu glauben, dass wir das in den Griff bekommen“, sagt er. „Die Situation stellen die Leute ja selbst her, weil sie zu viele Autos haben.“

Kreuzviertel: Das teure Szene-Viertel mit dem Parkplatzproblem

Die Parksituation im Kreuzviertel ist wohl das, was die Anwohner am meisten nervt. Um die wenigen Parkplätze gibt‘s abends einen regelrechten Kampf. Viele parken deshalb verboten und rücksichtslos. Immer mal wieder werden Autos abgeschleppt. © Dieter Menne

Anwohner-Parkplätze, nach denen auch einige Teilnehmer unserer Umfrage verlangen, brächten nichts, sagt Fuß. Zum einen dürften ohnehin nur 50 Prozent der Parkplätze zu Anwohnerparkplätzen erklärt werden und diese seien nicht umsonst, sondern würden die Anwohner auch etwas kosten. „Und was ist“, fragt Fuß, „wenn sich trotzdem jemand ohne Ausweis dahin stellt?“ Der würde höchstens ein Knöllchen bekommen, abgeschleppt wird er nicht. Dafür zu sorgen, dass die Anwohnerparkplätze auch für Anwohner frei blieben, sei ein Personalaufwand, den das Ordnungsamt nicht stemmen könne.

Besonders groß ist die Parknot immer dann, wenn der BVB spielt oder in der Westfalenhalle eine Messe läuft. Weil die Parkplätze rund um das Messezentrum bis zu 7 Euro kosten, parken viele im nahe gelegenen Kreuzviertel. „Eine Möglichkeit“, sagt Friedrich Fuß, „wäre sicher, die Parkplätze an den Hallen kostenlos anzubieten, damit sich der Druck auf das Kreuzviertel minimiert.“

Kreuzviertel: Das teure Szene-Viertel mit dem Parkplatzproblem

Autos, Fußgänger, Radfahrer - das Kreuzviertel ist sehr belebt, dadurch entsteht aber auch ein massives Verkehrsproblem. Fahrärrder etwa werden an Masten befestigt, weil es kaum Abstellmöglichkeiten gibt. © Dieter Menne

Ute Kersting von Blumen Kersting, die auch Vorsitzende der Aktions- und Interessen-Gemeinschaft im Kreuzviertel ist, glaubt, dass vor allem eine bessere Kommunikation helfen könne. Die Viertel-Bewohner untereinander würden sich schon oft austauschen, das könnte aber noch besser werden. „Wir haben ja alle die gleiche Not“, sagt sie. Auch wünscht sie sich, dass die Kommunikation der Stadt mit den Anwohnern noch klarer ist.

Radfahren: Wie in fast allen Innenstadt-Vierteln schneidet das Radfahren auch im Kreuzviertel schlecht ab. Es gebe da sicher mehrere Probleme, sagt Friedrich Fuß. So fehle zum Beispiel auf der Kreuzstraße ein durchgehender Radweg, für den schlichtweg der Platz fehlt. „Dann müsste man schon die Vorgärten zu Bürgersteigen umfunktionieren“, sagt Fuß. Aber das sei teuer und politisch auch eigentlich nicht gewollt.

Kreuzviertel: Das teure Szene-Viertel mit dem Parkplatzproblem

Die Situation für Radfahrer, hier auf der Sonnenstraße, wurde in unserem Stadtteilcheck als negativ bewertet. © Dieter Menne

Die Lindemannstraße habe zwar einen sehr gut ausgebauten Radweg. „Der ist ideal – aber nur für Radfahrer, die keine Angst haben“, sagt Fuß. Denn der Radweg sei schmal und auf der Lindemannstraße viele LKW-Fahrer unterwegs. Das kann auch Julia Dobat gut nachvollziehen. Als „Gelegenheits-Radfahrerin“, fühle sie sich manchmal unsicher. Auch wegen der von Schlaglöchern durchzogenen Straßen.

Werner Blanke vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) in Dortmund fährt jeden Tag durch das Kreuzviertel. Er sagt: „Grundsätzlich kann man hier gut fahren, wenn man sich nicht auf Wege führen lässt, die überwiegend Autofahrer nutzen.“ Gerade am Knotenpunkt Möllerbrücke sei es für Radfahrer oft brenzlig. Er kritisiert zudem, dass es für den Radverkehr keine vernünftige Führung gibt. Ampeln und Poller etwa bremsten Radfahrer an der Lindemannstraße aus.

Die Führung des Radverkehrs über die Große Heimstraße, sagt Blanke, sei deshalb viel angenehmer. Für 2019 ist dort der Radschnellweg Ruhr geplant. „Aber auch rund um den Radschnellweg muss noch einiges geschehen“, sagt Blanke.

Autofahrern wiederum ist der Radschnellweg ein Dorn im Auge. Denn dafür sollen bis zu 100 Parkplätze wegfallen.

Wohnen: Sven Bodenburg und Julia Dobat wohnen in einem der hübschen und gut erhaltenen Altbauten im Viertel. Die Wohnung ist groß, die Lage ideal, die Nachbarschaft sehr nett – dafür zahlen die beiden aber auch entsprechend: 8 Euro kalt pro Quadratmeter, warm sind es 10 Euro.

Insgesamt ist das Kreuzviertel eine der teuersten Wohngegenden in Dortmund. Bei Neuvermietungen liegen die Kaltmieten im Durchschnitt bei 7,5 bis 9 Euro pro Quadratmeter.

Kreuzviertel: Das teure Szene-Viertel mit dem Parkplatzproblem

Die hübschen Altbauten machen das Kreuzviertel zu einem beliebten Wohnviertel. © Dieter Menne

Das Viertel ist beliebt, das wissen die Vermieter auszunutzen. Die Mieten steigen kontinuierlich, die Gentrifizierung ist hier in vollem Gange. Und wer es sich leisten kann, der muss sich gegen Dutzende Mitbewerber durchsetzen – oder gute Kontakte haben. Sven Bodenburg und Julia Dobat hatten Glück, sie kannten die Vormieter ihrer jetzigen Wohnung, haben sie so bekommen.

Gleichzeitig, sagt Julia Dobat, könnten sich die Vermieter erlauben, nur das Nötigste in die Wohnungen zu investieren. „Man nimmt bestimmte Dinge in Kauf, weil man sonst die Wohnung nicht bekommen würde“, sagt sie. Auf der anderen Seite gibt es große Wohnungsunternehmen, die ihren Bestand im Kreuzviertel – teilweise unnötig - modernisieren und so die Mieten in die Höhe treiben.

Günstiger sind die Mieten in den Wohnungen der Genossenschaft. Die haben im Kreuzviertel einen durchaus hohen Bestand, doch die Wartelisten für Wohnungen sind lang. „Man müsste also noch viel mehr Genossenschaften gründen“, sagt Friedrich Fuß.

Einzig die Parkplatzsituation, sagt Tobias Scholz vom Mieterverein, halte sicher den ein oder anderen ab, ins Viertel zu ziehen, sonst wäre der Andrang wohl noch größer.

Er rät Wohnungssuchenden, sich vor allem Zeit zu nehmen und sich auf die Wartelisten setzen zu lassen. Wer schon Mieter sei und eine Mieterhöhung bekommt, sollte diese auf jeden Fall prüfen. Dabei helfe ein Blick in den Mietspiegel (wann der Vermieter nicht erhöhen darf, erklären wir hier).

Jugendliche: Im Vergleich zu den restlichen Themen hat auch das Angebot für Jugendliche im Kreuzviertel schlecht abgeschnitten - hier gibt es lediglich 6 von 10 Punkte. Was fehlt, ist ein Jugendzentrum wie einst das FZW am Neuen Graben. Seit dessen Wegzug aus dem Viertel Ende der 2000er-Jahre fehle ein solches Angebot, gibt Friedrich Fuß zu. Die Jugendlichen hätten sich zum Beispiel im Westpark und an der Möllerbrücke ihre eigenen Räume gesucht. „Aber das ist nicht von uns gelenkt.“

Das Problem: Platz für den Neubau einer Jugendfreizeitstätte gibt es eigentlich nicht. Auf der anderen Seite sei das Viertel eben auch sehr stadtnah und damit durchaus interessant für Jugendliche, sagt Fuß.

Alle Ergebnisse unseres Stadtteilchecks auf einen Blick in unserer Übersichtskarte:



Geschichte

Das Viertel entstand um die Jahrhundertwende

  • Das Kreuzviertel entstand um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert.
  • Seit 1903 waren im Gebiet zwischen Hoher Straße, Rheinlanddamm, Sonnenstraße und Lindemannstraße die Wohnhäuser wie Pilze aus dem Boden geschossen. Bis in die 20er-Jahre wuchs das Kreuzviertel rasant.
  • Der Name Kreuzviertel ist noch relativ neu. Zunächst hieß das Areal „Gebiet südlich der Rheinischen Eisenbahn“, dann „Vinckeplatz“, dann „Südweststadt“. Mitte der 1970er-Jahre entstand dann der Begriff Kreuzviertel, vermutlich, um Wohnungsangebote besser lokalisieren zu können.
Kreuzviertel: Das teure Szene-Viertel mit dem Parkplatzproblem

Das Schulzentrum an der Kreuzstraße ist 1967 eröffnet worden. © RN-Archiv

Lesen Sie jetzt