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Schüren: Ein Ort, wo Kinder bestens betreut werden, es aber an einer Kneipe fehlt

rnStadtteilcheck

Wenn die Lebensqualität stimmt, dann sollte es auch mit der Kinderbetreuung klappen. In Schüren ist das der Fall. Und damit kann der südliche Vorort bei seinen Bewohnern punkten.

Schüren

, 01.12.2018 / Lesedauer: 5 min

Wer könnte sich wohl besser eine Meinung über den öffentlichen Nahverkehr bilden als die Person, die ihn täglich nutzt. Paula Schmitz ist so jemand. Die fast 14-Jährige wohnt in Schüren-Ost und geht auf das Phoenix-Gymnasium in Hörde. Von Schüren bis zum Winzerweg nach Hörde dauert es knapp eine Viertelstunde, dann noch ein paar Meter zu Fuß, und Paula ist an ihrer Schule. „Das klappt prima.“

Eine Möglichkeit, aus Schüren in Richtung Hörde zu kommen, sei dann noch die Linie 436. Die hält an der Hörder Hafenstraße. „Den Bus kann ich morgens aber nicht nehmen, dann komme ich zu spät zum Unterricht.“ Aber die Verbindung sei auch klasse. Mit dieser Meinung scheint Paula nicht alleine zu sein in Schüren. Die Verkehrsanbindung wurde in unserem Stadtteilcheck als sehr gut bewertet. „Sie ist schon ideal“, sagt Martin Schmitz. Der 45-Jährige pendelt zwar beruflich aus Dortmund hinaus, sieht aber die Anbindung an die beiden Vorortzentren Aplerbeck und Hörde als richtig gut an.

Schüren: Ein Ort, wo Kinder bestens betreut werden, es aber an einer Kneipe fehlt

Zahlreiche Radwege rund um Schüren bieten beste Möglichkeiten für Radfahrer. © Jörg Bauerfeld

Auch die Dortmunder Innenstadt sei super zu erreichen. „Wir brauchen ja nur bis nach Aplerbeck und von dort entweder mit der U47 oder dem Regionalexpress in die Innenstadt“, sagt Martin Schmitz.

Hervorragend abgeschnitten hat in der Stadtteilbefragung auch die Kinderbetreuung. Schüren liegt hierbei über dem Dortmunder Durchschnitt. Zwar gibt es auch hier in den Kitas Wartelisten, aber mit insgesamt sieben Einrichtungen für Vorschulkinder ist man in dem südlichen Dortmunder Vorort schon ziemlich gut aufgestellt. Auch hier hat Familie Schmitz sozusagen eine Fachfrau anzubieten: Tanja Schmitz (44) ist die Leiterin des katholischen Kindergartens St. Bonifatius. Das Angebot sei schon sehr gut, doch der Bedarf sei noch viel größer. Zudem gebe es in diesem Jahr noch ein anderes Problem. „Wir haben festgestellt, dass in diesem Jahr sehr wenige Kinder unsere Einrichtung verlassen“, sagt Tanja Schmitz. „Ich weiß nicht, ob das allgemein so ist, aber in Schüren gibt es diesmal wenige schulpflichtige Kinder“, sagt die 44-Jährige. Das würde sich auch an den Schulen bemerkbar machen.

Allgemein sei es aber so, dass auch für Kinder und Jugendliche ein gutes Angebot vor Ort vorhanden sei. Das würde auch an dem aktiven Gemeindeleben liegen. „Hier wird eine Menge angeboten“, sagt Tanja Schmitz. Das kann auch Tochter Paula unterschreiben. Aber die 14-Jährige hätte gerne noch etwas, um sich auch draußen sportlich zu betätigen. „Ein Park fehlt hier“, sagt Paula. „So wie der Central Park in New York.“ Da könnten dann Sportgeräte aufgestellt werden.

Sport ist auch durchaus ein Thema in der Familie Schmitz. Moritz (7) spielt Basketball bei der TSG Schüren. Trainer ist Papa Martin. Schön und gut, „aber hier fehlt einfach eine Sporthalle“, sagt Martin Schmitz. Der trainiert den Basketballnachwuchs, und hier gibt es so langsam Platzprobleme. Die einzige Halle, die in Schüren nutzbar ist, ist eine kleine Turnhalle an der Friedrich-Ebert-Grundschule.

Das wurde positiv bewertet

Das Radfahren

Das Angebot für Radler kam bei unserer Stadtteilumfrage, wie auch in den anderen südlichen Vororten, gut weg und liegt über dem Dortmunder Durchschnitt. Das liegt sicher auch am direkten Zugang zum Emscherradweg, der direkt bis zum Phoenix-See führt. Obwohl, Kritik gibt es von Familie Schmitz für die Wegbeschaffenheit, die sei nicht immer so optimal. Ein weiterer, bei Radfahrern sehr beliebter Ort ist das Schürener Feld. Über die Wege dort geht es, ebenfalls an der Emscher vorbei, bis zum Aplerbecker Ortskern, wo im Sommer der Biergarten des Wasserschlosses Haus Rodenberg zur Pause einlädt.

Die Seelsorge

Auch kirchlich fühlen sich die Schürener ganz gut betreut. „Hier gibt es eine lebendige und gut funktionierende Ökumene“, sagt Martin Schmitz. Und es gibt drei Kirchen. Zwei, eine evangelische und eine katholische, an der Gevelsbergstraße, dazu noch die evangelische in Alt-Schüren an der Niergartenstraße. Wie wichtig das „Kirchenleben“ in Schüren noch ist, zeigt sich auch daran, dass an der katholischen Kirche an der Gevelsbergstraße gerade ein neuer Glockenturm errichtet wurde – das passiert heutzutage nicht mehr allzu oft.

Das wurde negativ bewertet

Die Nahversorgung

Schüren: Ein Ort, wo Kinder bestens betreut werden, es aber an einer Kneipe fehlt

In Schüren Ost wird eine neue Mitte mit Wohnungen, Praxen und Geschäften errichtet. © Jörg Bauerfeld

Bei wohl keinem der südlichen Vororte sieht es so schlecht aus mit der Nahversorgung wie in Schüren. Die beiden Supermärkte, die es zurzeit im Stadtbezirk gibt, liegen jeweils am Rande. Netto ganz im Süden an der Schüruferstraße, der Edeka-Markt an der Stadtkrone Ost, ganz im Norden. Dazwischen ist nichts, zumindest bis jetzt noch nicht. Bei der Stadtteil-Check-Umfrage ploppte daher auch immer wieder dieses Thema auf: „Keine Einkaufsmöglichkeiten, außer einem Bäcker ist in Schüren nichts vorhanden“, „Keine Lebensmittelgeschäfte, keine Apotheke.... das finde ich sehr wichtig“ oder „Schüren ohne Auto undenkbar (Wohnort am Steinbruch), daher Umzug nach Kamen“, so die Meinung vieler Bürger. Ändern soll sich die Sache mit der Nahversorgung, wenn die neue Schürener Mitte endlich fertiggestellt ist. An der Gevelsbergstraße sind gerade die Bagger dabei, den ersten Riegel des alten Einkaufszentrums verschwinden zu lassen. Bis Ende 2020 soll es dann aber soweit sein. Büros, Wohnungen, Geschäfte und ein Supermarkt sollen das Vakuum an Nahversorgung, das sich nach der Schließung des Rewe an der Bergmeisterstraße/Gevelsbergstraße Anfang 2016 gebildet hat, füllen.

Die Gastronomie

Schlimmer geht’s nimmer. In Schüren ist keine Kneipe oder Gaststätte mehr zu finden, in der man sich auf ein Getränk oder einen kleinen Plausch treffen könnte. Gut, ein oder zwei Pizzerien gibt es noch, aber ansonsten herrscht die große Leere. „Das ist leider ein Problem, mit dem auch die Vereine zu kämpfen haben. Die haben keinen Treffpunkt mehr vor Ort“, sagt Udo Fricke. Der war lange Jahre im Vorstand der TSG Schüren und hat sogar rund fünf Jahre mit einem Freund eine Kneipe übernommen. Von 2003 bis 2008 war das. In Schüren, an der Bergmeisterstraße – den Pik-Buben. Kleiner Saal, Kegelbahn und Biergarten inklusive. Mittlerweile sind die Räume abgerissen. Hier wird das neue Ladenzentrum in Schüren entstehen. Der „Kneipenkultur“ hilft das aber auch nicht weiter. Eine neue Gaststätte ist hier erst einmal nicht vorgesehen. „Wenn man sich überlegt, was früher an der Schüruferstraßen für Gaststätten waren“, denkt Fricke zurück. Die letzte war der Treffpunkt an der Einmündung zur Adelenstraße. Aber auch hier fließt schon lange kein Bier mehr aus dem Hahn. Der einzige Anlaufpunkt, bei dem man in Schüren noch von „Kneipenbetrieb“ sprechen könne, sei das Vereinsheim des BSV Schüren, so Fricke.

Alle Ergebnisse unseres Stadtteilchecks in der Übersichtskarte:


Schüren: Ein Ort, wo Kinder bestens betreut werden, es aber an einer Kneipe fehlt

Die Erlenbachstraße um 1950. © Archiv Gehring

Schüren ist berühmt geworden durch seine Bergbaugeschichte. Bereits 1296 ist in Schüren der erste Bergmann des Ruhrgebiets, Konrad von Schüren, urkundlich erwähnt. Später siedelte sich Schwerindustrie an. Der Ortsteil Schüren setzt sich aus Alt-Schüren, Schüren-Ost und der Stadtkrone-Ost zusammen. In Schüren leben rund 9700 Einwohner (Stand Dezember 2017), die Arbeitslosenquote liegt bei 7,5 Prozent.
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