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Seit mehr als zehn Jahren laufen an der TU Deutschkurse des Vereins InterStuDo. Damit ist jetzt Schluss. Die Uni strukturiert um und prüft Studienbewerber aus dem Ausland in Zukunft selbst.

Dortmund

, 28.06.2018 / Lesedauer: 3 min

Die Sprachlehrer von InterStuDo e.V., Verein zur Förderung der Internationalität des Studienstandorts Dortmund, geben seit 13 Jahren angehenden Studierenden aus dem Ausland an der TU Dortmund Deutschunterricht. Sie nehmen den Bewerbern auch die erforderliche Prüfungen für die Studienzulassung ab. Das wird sich bald ändern. Im Juli beginnen die letzten Sprachkurse, Anfang September endet das Angebot.

Reorganisation im Bereich Fremdsprachen

Die Hochschule bestätigt die Einstellung der Sprachförderung und die Übernahme der Prüfungen. „Die TU Dortmund hat sich dazu entschieden, die Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH) ab Herbst 2018 vollumfänglich selbst durchzuführen. Dazu erfolgt derzeit eine Reorganisation im Bereich Fremdsprachen am Zentrum für HochschulBildung der TU Dortmund, um noch stärker Synergieeffekte in der Sprachausbildung nutzen zu können“, teilt Sprecherin Eva Prost mit. Es gebe ein ausreichendes Angebot an Sprachkursen diverser Sprachschulen. An diesem Wettbewerb teilzunehmen sei für die TU nicht wirtschaftlich.

Bis zu 600 Teilnehmer im Jahr

Mehr als zehn Jahre hat das aber offensichtlich geklappt. Mit vier jeweils sechs Gruppen umfassenden Kursphasen bediente der Verein jährlich 520 und 600 Teilnehmer. Sie zahlen zwischen 400 und 500t Euro pro neunwöchigem Kurs, die DSH-Prüfung - Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang für fremdsprachige Studienbewerber - kostet zusätzlich rund 150 Euro.

Die bisherige Konstruktion über den Verein InterStuDo aber ist nicht mehr gewollt. „Das ist historisch gewachsen“, sagt Eva Prost. „Wir wollen aber die Strukturen klarer und effizienter machen.“ Die Abnahme der Sprachprüfungen behält die TU als hoheitliche Aufgabe bei, „das macht die Prüfungssituation auch neutraler, als wenn die Kursleiter das übernehmen“.

Sieben Sprachlehrer verlieren ihren Job

Simone Weidinger bereitet seit zehn Jahren mit dem Umfang einer vollen Stelle für InterStuDo angehende ausländische Studierende auf die Sprachprüfung vor. Wie sie arbeiten insgesamt sieben Freiberufler an der Uni. „Ab September haben wir alle keine Arbeit mehr und die Studenten keine Sprachkurse“, sagt die 49-Jährige verärgert.

Sie müssten sich ein anderes Angebot suchen, die Qualität sei aber nicht vergleichbar, meint siet. „Die Uni profiliert sich mit ihrer internationalen Ausrichtung und stellt gleichzeitig die Sprachkurse ein. Das ist inkonsequent.“

Bisher arbeiten zwei Hauptamtliche im Sprachenzentrum. „Die Kurse erwirtschaften doch gutes Geld“, hat Simone Weidinger ausgerechnet. „Wir sind enttäuscht, dass die Kurse schließen und sind sicher, dass es eine andere Lösung gäbe.“

TU schreibt Stellen aus

Die Website von InterStuDo ist bereits inaktiv. Die TU aber baut den Sprachbereich am Zentrum für Hochschulbildung personell aus. Aktuell sind drei Teilzeitstellen mit dem Umfang von zwei vollen Stellen für „Lehrbeauftragte für besondere Aufgaben – Deutsch als Fremdsprache“ öffentlich ausgeschrieben. „Mit diesem Stellenausbau wird die TU Dortmund zukünftig in der Lage sein, die rund 1.000 DSH-Prüfungen pro Jahr vollumfänglich selbst abzunehmen.“

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