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Warum der RRX-Ausbau in Dortmund weiter auf sich warten lässt

rnBahnverkehr

Dortmund hinkt beim Ausbau der Bahnstrecke für die RRX-Züge weiter hinterher. Erst im Sommer 2019 soll die Vorplanung dafür starten – mit einer Verbindung nach Münster. Und die hat Folgen.

Dortmund

, 08.03.2019 / Lesedauer: 4 min

Seit Dezember 2018 rollen die neuen RRX-Züge durch Dortmund. Doch bis auch die Bahnstrecke in Dortmund für den schnellen Rhein-Ruhr-Express (RRX) ausgebaut ist, werden wohl noch mehr als zehn Jahre vergehen. Denn die Planung geht erst in diesem Jahr in eine neue Runde.

Die einspurige Bahn-Strecke zwischen Dortmund und Münster ist ein Hindernis

Grundsätzlich hinkt die Planung für den RRX-gerechten Umbau des Bahnknotens Dortmund seit Jahren hinterher. Die Planfeststellung für den Ausbau der Bahnstrecken in NRW ist in sechs Teilbereiche unterteilt. Für den ersten Abschnitt im Kölner Raum gibt es schon seit 2014 eine Plangenehmigung. Für den Bereich Dortmund liegt aber sogar der Start des Planfeststellungsverfahrens noch in weiter Ferne.

Der Grund ist die lange Zeit unklare Zukunft der Bahnstrecke zwischen Lünen und Münster. Über sie sollen auch RRX-Züge zwischen Dortmund und Münster rollen. Doch für den Bund hatte der dringend nötige Ausbau der großteils einspurigen Strecke keine Priorität.

Für die RRX-Planer der DB Netz AG galt deshalb zuletzt die Botschaft, den RRX-gerechten Umbau des Bahnknotens Dortmund ohne die RRX-Anbindung nach Münster zu planen. Schließlich macht es keinen Sinn, den schnellen RRX auf eine eingleisige Strecke zu schicken.

Die RRX-Pläne für den Bahnknoten sind deutlich abgespeckt worden

Die Folgen: Die Planung für den Bahnknoten Dortmund wurde deutlich abgespeckt. Vor allem wurde auf den Bau einer neuen Brücke verzichtet, die im Bereich Gronaustraße über die Gleise in Richtung Hamm nach Münster führen sollte. Denn bislang galt der Grundsatz, dass der RRX kreuzungsfrei auf eigenen Gleise fahren sollte.

Für das auf das Jahr 2030 ausgelegte RRX-Zielnetz hieß das, dass die geplante Linie 7 statt über Dortmund über Essen und Gelsenkirchen fahren sollte. Eine RXX-Verbindung Dortmund-Münster war kein Thema mehr.

Grünes Licht für Ausbau Lünen-Münster

Das hat sich inzwischen geändert: Nach dem neuesten Zielkonzept für den RRX soll nun die RRX-Linie 3 über Dortmund nach Münster statt nach Hamm rollen. Denn im November 2018 hat das zuständige Bundesverkehrsministerium nach langem Drängen den Ausbau der Strecke Lünen-Münster in den „vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplans 2030 aufgenommen.

Wobei unklar bleibt, ob die Strecke ganz oder teilweise auf zwei Gleise ausgebaut werden soll.

Für die zuständigen RRX-Planer heißt der Schwenk: Nach dem Ausbau der Strecke ist eine Führung des RRX zumindest prinzipiell möglich.

Warum der RRX-Ausbau in Dortmund weiter auf sich warten lässt

So sieht das aktuelle RRX-Zielnetz für das Jahr 2030 aus. Danach soll der RRX3 von Dortmund nach Münster fahren. © Kompetenzcenter Marketing NRW

Die eigentlich für 2017 und 2018 terminierte Vorplanung dafür soll nun im Sommer 2019 anlaufen, berichtet auf Anfrage Michael Kolle, Projektleiter bei der DB Netz AG. Eine Rückkehr zur großen Lösung mit einer Brücke für eine kreuzungsfreie Streckenführung in Richtung Münster soll es aber nicht geben. Die Verbindung nach Münster soll die Bahnstrecke östlich des Dortmunder Hauptbahnhofs nun höhengleich kreuzen.

Gleisbett muss am Burgtor erweitert werden

Allerdings muss es künftig unmittelbar östlich des Hauptbahnhofs ein zusätzliches Gleis geben. Dazu müsste vor allem die Burgtor-Brücke in Richtung Norden erweitert werden.Die unmittelbar angrenzende Ladenzeile an der Nordseite des Burgtors müsste ihr wohl weichen. Geprüft wird auch ein Abriss und Neubau der Bahnbrücke über die Leuthardstraße. Die Bahnbrücke an der Gronaustraße muss wohl zumindest teilweise erneuert werden.

Warum der RRX-Ausbau in Dortmund weiter auf sich warten lässt

Die aus dem Jahr 1910 stammende Bahnbrücke am Burgtor muss für den RRX um ein Gleis erweitert werden. © Oliver Volmerich

Große Hoffnungen, dass das Nadelöhr Burgtor verschwindet und durch eine komplett neue Bahnbrücke ersetzt wird, kann man sich in Dortmund nicht machen. Auch wenn die bestehende Bahnbrücke inzwischen 109 Jahre alt ist. „Der Bund finanziert nur, was für das Projekt unmittelbar nötig ist“, erklärt Michael Kolle.

Während die große Lösung für den Umbau des Bahnknotens Dortmund ursprünglich einmal mit Kosten von 600 Millionen Euro beziffert wurde, hofft man nun mit etwas mehr als der Hälfte auszukommen. Preissteigerungen sind dabei noch nicht eingerechnet.

Langer zeitlicher Vorlauf

Dabei ist klar, dass es allein mit Blick auf die Zeitschiene teurer werden dürfte. Nach der Vorplanung könnte 2020 die Genehmigungsplanung starten, die Grundlage für die Planfeststellung ist. Das formelle Planfeststellungsverfahren, das noch einmal zwei bis drei Jahre dauern dürfte, könnte frühestens 2022 starten.

Unabhängig davon ist klar, dass RRX-Züge erst Richtung Münster fahren können, wenn die Bahnstrecke nördlich von Lünen ausgebaut ist. Und das ist nicht die einzige Unwägbarkeit für die RRX-Planer. Nötig ist auch die Einrichtung eines neuen elektronischen Stellwerks in Dortmund für den Bereich zwischen der Stadtgrenze Bochum und dem Bahn-Betriebswerk am Spähenfelde.

Warten auf neues elektronisches Stellwerk

„Aktuell wird dafür die betriebliche Aufgabenstellung erarbeitet“, erklärt eine Bahnsprecherin auf Anfrage. Das heißt, dass man noch ganz am Anfang der Planungen steht. Zur Orientierung: Bei dem im Sommer 2017 in Betrieb gegangenen elektronischen Stellwerk für die Bahnstrecke von Dortmund nach Herne hat es von der Planung bis zur Umsetzung sieben Jahre gedauert.

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