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Wie Litfaßsäule und Ladestation für Elektrofahrzeuge verschmelzen

rn Elektromobilität

Zwei Absolventen der TU Dortmund haben eine Lade-Infrastruktur für Elektroautos geschaffen, die mehr kann als Autos ausschließlich mit Strom zu versorgen. Sie stellten es in Hombruch vor.

Hombruch

, 14.03.2019 / Lesedauer: 3 min

An der Harkortstraße, nahe des Frischemarktes Dornseifer, steht eine von knapp 180 Ladepunkten für Elektrofahrzeuge in Dortmund. In Dortmund gibt es damit bundesweit den dichtesten Bestand an Ladesäulen. Es sind jedoch immer noch zu wenig, was viele davon abhält, sich ein E-Auto zu kaufen.

Um die Ladeinfrastruktur zu erweitern, hat das Dortmunder Start-up LoyalGo eine Idee. Das Team um Sebastian Schramm und Tarik Mian, Absolventen des Master-Studiengangs Elektro- und Informationstechnik der TU Dortmund, denkt dabei aber nicht nur an die Fahrer von Elektrofahrzeugen, sondern gleichzeitig auch an Handel, Gastronomie und attraktive Innenstädte.

Einkaufen und tanken gleichzeitig

Während das Fahrzeug geladen wird, können sich die E-Mobilisten auf einem bis zu 46 Zoll großen Touch-Display über das Angebot von Geschäften und Gastronomie im zu Fuß erreichbaren Umfeld der Säule informieren. Das helfe vor allem nicht ortskundigen Fahrern.

Wenn einem E-Mobilisten beispielsweise in der Mittagszeit ein Restaurant im näheren Radius als Werbung präsentiert wird, kann der Autofahrer eben essen gehen und dabei gleich noch einkaufen. „Auf diese Weise wird ein ursprünglich rein technischer Vorgang zum Start in ein kleines Lifestyle-Event“, sagt Sebastian Schramm. „Die Verknüpfung zwischen Ladestation und Werbeflächen für lokalen Handel sind weltweit einzigartig“, sagt Rusan Müller. Er ist in dem jungen Unternehmen für den Vertrieb zuständig.

Die Idee hinter der Ladestation

„Wir haben das Beste aus einer Ladesäule und einer digitalen Litfaßsäule zu einem innovativen Produkt zusammengefügt“, erläutert Sebastian Schramm. Da selbst an sogenannten Schnellladestationen eine Ladung je nach Auto und Akkugröße über eine Stunde dauern kann, macht es Sinn, diese Zeit sinnvoll zu überbrücken. So sind die jungen Techniker auf das LoyalGo-System gekommen. Und vielleicht kommt dieses sogar in Hombruch zuerst zum Einsatz.

Die Technik hinter der Ladestation

Da LoyalGo ausschließlich regenerativen Strom anbietet, ist diese Ladevariante umweltschonend. Wenn die Werbung dazu führt, dass Autofahrer in die Innenstädte gehen, profitieren darüber hinaus Handel und Gastronomie vor Ort. So der Gedanke. Dieser Effekt biete letztendlich Vorteile für die Attraktivität von Innenstädten und Stadtteilzentren.

Um Geschäfte und Gaststätten mit der LoyalGo-Säule zu vernetzen, ist viel Technik notwendig. „Mit unserem Content-Management-System, einem zweistufigen Algorithmus und einem Bonussystem ist es möglich, intelligente Werbung auf den Displays der Ladesäulen zu schalten“, so Rusan Müller. Dazu konstituiere man eine Verbindung zwischen der Ladesäule und dem Handel sowie der Gastronomie im Umfeld, um Anreize für E-Mobilisten zu schaffen.

Sabine Pezely, Fraktionsgeschäfsführerin von Bündnis 90/Die Grünen in Dortmund, ist bei der Bewertung der LoyalGo-Säule zurückhaltend. „Grundsätzlich ist alles gut, was die E-Mobilität und Ladeinfrastruktur verbessert. Ob man dadurch die Belebung der Innenstädte betreibt, bin ich mir nicht sicher. Aber wir würden uns auch wünschen, dass man sich Gedanken darüber macht, wie man die Autos aus der Stadt lässt“, sagte sie auf Anfrage der Stadtteil-Redaktion.

LoyalGo sucht potenzielle Partner

Unabhängig von solchen Bedenken ist LoyalGo einsatzbereit und das Start-up sucht im Ruhrgebiet und bundesweit nach Partnern für die ersten Einsätze. „Das können insbesondere Energieversorger, Ladesäulenproduzenten, Werbegemeinschaften, Supermärkte, Hotels und Kommunen sein“, skizziert Rusan Müller die möglichen Zielgruppen.

Kontakt und weitere Informationen zu LoyalGo ist per Mail an info@loyalgo.de und telefonisch unter 0157/ 70 52 73 74 möglich. Weitere Informationen zum System auch im Internet unter https://www.loyalgo.de/.

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