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„Flucht“ war Thema beim Gedenktag der Realschule

Mahnende Erinnerung

Es regnete in Strömen, als die Schüler der Jahrgangsstufe 10 der Realschule am Mittwoch weiße Rosen niederlegten. Sie hatten vor dem Waggon auf dem Schulhof ein Mahnmal errichtet: Die Aktion war Teil ihres Gedenkens an die Opfer des Holocausts aus Anlass des Gedenktages am 27. Januar. Dabei beschäftigten sie sich auch mit den Aspekten von Flucht in der Vergangenheit und heute.

HALTERN

, 27.01.2016 / Lesedauer: 2 min

Nach einem Gottesdienst am Morgen waren die Schüler und ihre Lehrer in einem Gedenkmarsch durch die Halterner Innenstadt zur Schule gegangen. Dort begrüßte sie Schulleiter Frank Cremer. Er griff den Besuch der niederländischen KZ-Überlebenden Eva Weyl auf, die bereits mehrfach die Schule besucht hat.

Rechte Parolen

"Sie hat den Satz gesagt: Keiner von uns trägt Verantwortung für das, was damals während des Naziregimes geschehen ist, aber wir tragen Verantwortung für das, was heute geschieht." Schon wieder sei festzustellen, dass angesichts der Flüchtlingssituation rechte Parolen salonfähig würden, so Cremer. "Wir dürfen nicht zulassen, dass Angst und Wut uns die Fähigkeit nehmen, zu differenzieren und dass wir die Menschen aus dem Blickfeld verlieren."

Seit November haben sich die Schüler in Projektgruppen mit unterschiedlichen Aspekten des Themas Flucht auseinandergesetzt. Sie schlugen dabei den Bogen von den Schicksalen jüdischer Flüchtlinge in der NS Zeit bis zu Fluchtbewegungen und fremdenfeindlichen Gewalttaten heute.

Algerien und die DDR

Nach dem Lied "Feuertanz" von Herbert Grönemeyer, das die Schüler beim Gedenken am Waggon sangen, stellten sie die Ergebnisse ihrer Projektarbeiten den Mitschülern und Besuchern vor.

Der bilinguale Zweig hatte sich des Themas Flucht aus Algerien angenommen. Natalie Garbatschok, Maren Vierhaus und Moritz Löbbert hatten die Geschichte des Landes von der französchen Besatzung, über den Befreiungskrieg bis hin zur Flucht aus dem nordafrikanischen Land aufgearbeitet. "Es kam zu Fluchtbewegungen, bei denen zum Teil bis zu 400.000 Menschen in einem Jahr aus Algerien nach Frankreich kamen", trugen die Schüler vor. "Das ist durchaus vergleichbar mit der heutigen Situation."

Modell der ehemaligen Grenzanlagen

Flucht aus der DDR: Das war das Thema, mit dem sich die Schüler der Klasse 10a beschäftigt hatten. Was waren "Fluchthelfer", was verstand die DDR unter "Republikflucht"? Diese Aspekte hatten die Schüler aufgearbeitet. Sebastian Holtkamp und Marc Heckenkamp hatten dazu mit mehreren Mitschülern sogar ein Modell der ehemaligen DDR-Grenzanlagen nachgebaut.

Der Gedenktag an der Realschule im Video:

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