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Halterner Schulklassen dürfen nicht nach London

Entscheidung des Schulleiters

Zwei Gruppen des Halterner Joseph-König-Gymnasiums fahren im Herbst zu Klassenfahrten nach England. Zunächst geplante und eigentlich obligatorische Ausflüge in die Hauptstadt London sind aber wegen der vergangenen Terroranschläge gestrichen worden. Der Schulleiter erklärt die Hintergründe der Entscheidung.

HALTERN

, 21.06.2017 / Lesedauer: 2 min
Halterner Schulklassen dürfen nicht nach London

Beim Terroranschlag auf der Westminster-Brücke und am Parlament im Herzen Londons am 22. März hat ein Angreifer mindestens vier Menschen getötet und rund 40 weitere teils schwer verletzt.

„Eine Kollegin aus einem der Leistungskurse bat nach den vergangenen Terroranschlägen, die Tagestour nach London aus dem Programm der Stufenfahrt zu streichen“, erklärt dazu Schulleiter Ulrich Wessel auf Nachfrage. „Wir wollen nicht in Hysterie verfallen, sollten die Schüler aber auch nicht unnötig einer Terrorgefahr aussetzen“, so Wessel weiter. Privat habe er keine Bedenken gegen solche Reisen. Es sei möglicherweise ein falsches Signal, „aber bei Klassenfahrten, die ich zu verantworten habe, sehe ich das anders.“

Bekanntlich sind europäische Hauptstädte verstärkt Angriffsziele von Terroristen. Ulrich Wessel steht deshalb zu seiner Entscheidung und verweist in diesem Zusammenhang auf Regelungen an französischen Schulen. Klassenfahrten nach Paris finden zurzeit nicht statt. Auch das Gymnasium wählt als nächstes Ziel für Französisch-Kurse statt Paris nun Rouen, eine Hafenstadt im Norden Frankreichs.

Eltern der betroffenen Schüler haben unterschiedlich reagiert. Die einen tragen laut Ulrich Wessel die Bedenken der Schule mit, die anderen sind der Überzeugung, dass die Schule die Terrorgefahr zu hoch hänge. Gleichwohl fahren Leistungskurse vor den Herbstferien nach Berlin, wo es ebenfalls einen Anschlag gegeben hat. Ulrich Wessel: „Für diese Fahrt waren bereits alle Verträge abgeschlossen. Da gab es kein Zurück mehr.“

Die Alexander-Lebenstein-Realschule pflegt lediglich einen Austausch mit Frankreich, das allerdings seit 44 Jahren. „Gleich nach dem ersten Anschlag in Paris stand fest, dass keine Tagesausflüge mehr von Roost-Warendin aus in die französische Hauptstadt organisiert werden“, erklärte Schulleiter Frank Cremer. Diese Entscheidung hat ihm allerdings die Partnerschule Collège Dr. Schaffner auf Weisung der Regierung abgenommen. „Sie will das Risiko für die jungen Gäste aus Deutschland nicht verantwortlich tragen.“ Die meisten Eltern und Schüler hätten verständnisvoll auf diese konsequente Haltung reagiert. „Klassen- oder Stufenfahrten sind eben keine Privatreisen“, verdeutlicht Cremer die besondere Situation.

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