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Schulnoten auf dem Prüfstand

Vermehrte Beschwerden

Mangelhaft: Dieses Wort kann eigentlich nie etwas Gutes bedeuten. Erst recht nicht, wenn es auf dem Schulzeugnis steht. Immer mehr Eltern verschaffen ihrem Unmut über die Schulnoten ihrer Kinder mit einer Beschwerde und Widersprüchen teilweise sogar mit einer Klage Ausdruck. Das bestätigte die Bezirksregierung Münster auf Anfrage der Halterner Zeitung.

HALTERN

, 16.01.2016 / Lesedauer: 2 min
Schulnoten auf dem Prüfstand

Wenn es um Schulnoten geht, können viele Konflikte entstehen. dpa

Genaue Statistiken dazu führt die Bezirksregierung allerdings nicht. Mit anderen Worten: Es gibt keine genauen Zahlen für den Bezirk, für den Kreis oder für die Stadt Haltern. "Insgesamt ist die Tendenz zur Beschwerde aber gestiegen", so Ulla Lütkehermölle von der Pressestelle der Bezirksregierung Münster. Das gilt vor allem für Widersprüche und Beschwerden - weniger aber für Klagen, die tatsächlich nur vereinzelt vorkämen. "Viele Dinge erledigen sich auch einfach durch Gespräche", sagt Ulla Lütkehermölle.

"Ein Elternrecht"

"Grundsätzliches ist es ein legitimes Elternrecht, Noten zu hinterfragen", sagt Ulrich Wessel (Foto), Leiter des Halterner Gymnasiums, auf Anfrage der Redaktion. Eine Häufung der Beschwerde- oder Widerspruchsfälle kann er mit Blick auf seine Erfahrung allerdings nicht feststellen. Den Fall einer Klage habe er seit 2009 überhaupt nicht mehr erlebt. Ähnlich sieht es bei der Realschule aus: Hier gab es in den vergangenen Jahren keine gerichtliche Klage und auch keinen Widerspruch, der an die Bezirksregierung weitergegeben werden musste.

Grundsätzlich sagt Schulleiter Frank Cremer zu dem Thema: "Das kommt schon mal vor, das war aber auch immer schon so. Dass es bei Noten Reibungspunkte gibt, halte ich für normal."

Vermittler bei Konflikten

Der Weg zum Anwalt sei dabei aber alles andere als der normale. Stattdessen, so empfehlen es Wessel und Cremer, sei es immer ratsam, das Gespräch mit den Fachlehrern zu suchen. Als Elternteil bekomme man zu Hause ja erst mal nur eine Seite mit. "Das war bei mir als Vater ja nicht anders", sagt Wessel. "Wir sehen uns als Mediatoren", sagt Ulla Lütkehermölle und empfiehlt die Bezirksregierung bei Konflikten so auch als Vermittler zwischen Schule und Elternteil. 

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