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Von der Industriekauffrau zu Selbstständigkeit an der Nähmaschine. Das hat sich Marina Peek-Feldmeier (37) getraut - und der Erfolg gibt ihr Recht.

Herbern

, 21.11.2018 / Lesedauer: 4 min

Selbstgenähte Halstücher mit eingesticktem Namen zur Geburt des Sohnes ihrer besten Freundin waren der Anstoß für den Weg in die Selbstständigkeit. Seit sieben Jahren näht Marina Peek-Feldmeier alles rund ums Baby.

Die gelernte Industriekauffrau hat das Nähen bereits in frühester Kindheit von ihrer Mutter gelernt. „Ich komme aus dem Osten“, erzählt die Mutter von zwei Söhnen. „Da gab es ja nicht wirklich viel Auswahl an Kleidung. Wenn einem das Angebot nicht gefiel, musste man halt selbst nähen.“

Herbern war ein zufälliger Glückstreffer

Für die berufliche Zukunft ging sie von Wittenberg nach Bad Salzuflen, bevor sie mit ihrem zweiten Ehemann nach Herbern zog, was „für uns ein absolut zufälliger Glückstreffer war“.

Inzwischen hat sie sich so gut etabliert, dass ihre Kunden schon einmal bis zu vier Wochen auf ihre Bestellung warten müssen. In ihrem Arbeitszimmer, dessen Größe gerade einmal neun Quadratmeter beträgt, ist vom Zuschneidetisch über die Nähmaschine bis hin zu zwei Stickmaschinen, die ihr ganzer Stolz sind, jedes noch so kleine freie Plätzchen ausgenutzt.

Stoffregale reichen bis zur Decke

Die Stoffregale reichen bis hin zur Decke und die Wandregale sind zum Bersten mit Knöpfen, bunten Bändern und allerlei Zubehör prall gefüllt. „Auf Dauer müssen wir uns etwas überlegen“, sagt die Näherin aus Leidenschaft. „Der vorhandene Platz für die Lagerware stößt schon jetzt an seine Grenzen.“

Das Sortiment, das auf die Bedürfnisse von Kleinkindern ausgerichtet ist, bietet sie ausschließlich über ihren eigenen Onlineshop an. Mützen, Strampler, Halstücher, Spucktücher, Namenskissen, Bettschlangen: Die Liste der Artikel ließe sich noch viel weiter fortsetzen. Nur für den Kartoffelsamstag und das Frühlingsfest macht sie eine Ausnahme und ist dort mit einen Stand vertreten.

Schock durch das Aus eines Online-Shops

Mit deutlich weniger Auswahl hat Marina Peek-Feldmeier im Jahr 2011 ihren ersten Dawanda Shop im Internet eröffnet.

„Als Dawanda dann Ende August dieses Jahres das endgültige Aus bekannt gab und offline ging, war mir schon mulmig zumute“, sagt sie. „Ich habe mit meinem Angebot dort rund 60 Prozent meines Umsatzes erwirtschaftet.“

Der vierjährige Sohn Levin unterstützt seine Mutter

Da über das Aus des ehemaligen Onlineportals bereits schon länger spekuliert worden ist, hat sich Ehemann Thomas rechtzeitig um einen eigenen Internetauftritt gekümmert – und am 1. September ging „Selfmade by Marina“ an den Start. Neben seinem Beruf als Einzelhandelskaufmann kümmert er sich um die leidige Büroarbeit und die Buchhaltung.

Auch Sohn Levin (4) unterstützt seine Mama und fährt die Pakete für die Kunden mit seinem kleinen Trecker zur Post. Für Sohn Felix ist Mamas Job eher „langweilig“. Ganz im Gegensatz zu ihr selbst. „Ich liebe das, was ich mache“, sagt sie voller Überzeugung.

Schon 10.000 Facebook-Fans

Sehr stolz ist sie auch auf ihre Facebook-Abonnenten. Im November hat sie die erste magische Grenze von 10.000 Fans geknackt. Auf die Frage, ob es irgendetwas gibt, was ihr an ihrem Job so gar nicht gefällt, fallen ihr gleich ein paar Sachen ein: „Bürokratie und so Sachen wie das Verpackungsgesetz. Ja, das gibt es wirklich und das macht es einem nicht immer einfach.“

Auch die „Nähmuttis“, die ihre Arbeiten im Netz für wenig Geld anbieten, sind ihr ein Dorn im Auge. „Klar können die ihre Waren günstiger als ich anbieten. Viele von denen machen das ja gar nicht offiziell und schön an Vater Staat und am Finanzamt vorbei.“

Peek-Feldmeier möchte eigenes Personal einzustellen

Um die zahlreichen Onlinebestellungen auch zeitnah zu erledigen, muss sich über kurz oder lang etwas ändern. „Ich möchte meine Kunden nicht zu lange vertrösten und überlege bereits seit Längerem, jemand dauerhaft einzustellen, der mich beim Nähen unterstützt. Ab und an helfen Freundinnen aus, aber das kann keine Dauerlösung sein.“ Momentan stapelt sich neue Ware im Flur bis zur Decke.

Marina Peek-Feldmeier freut sich jedes Mal wie ein Kind zu Weihnachten über neue Ware. „Klar habe ich die anhand von Mustern bestellt, aber wenn ich sie dann hier habe, ist das was ganz Großartiges.“

  • Die Produkte von Marina Peek-Feldmeier sind im Internet zu erwerben.
  • Weitere Infos gibt es unter Tel. (02599) 4 36 99 21.
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