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Ruhrtriennale vor dem Start

75 Prozent der Karten schon verkauft

DUISBURG Das Team der Ruhrtriennale steckt im Stress. Die Absage der Kunst-Installation von Gregor Schneider in Duisburg belastet das Festival. Hinzu kommt der plötzliche Tod des Künstlers Harun Farocki. Hinter den Kulissen dürfte also die Arbeit fast grenzenlos sein. Dennoch: Drei Viertel der 40 000 Karten sind schon verkauft, das Festival beginnt in neun Tagen.

75 Prozent der Karten schon verkauft

Heiner Goebbels stellte seine letzte Saison vor.

Die experimentellen Angebote des Festival-Intendanten Heiner Goebbels, für den jetzt die dritte und damit letzte Saison beginnt, haben auch in diesem Jahr das Publikum in Scharen angezogen. "Für fast alle Vorstellungen gibt es aber noch Karten", betonte Geschäftsführer Lukas Crepaz.Die Proben laufen

Goebbels probt derzeit für die Eröffnungspremiere am Freitag, 15. August, um 19.30 Uhr in der riesigen Kraftzentrale des Landschaftspark Duisburg-Nord. Im Musiktheaterstück "De Materie" des Niederländers Louis Andriessen geht um die Zusammenhänge von Materie und Geist, zum Beispiel im Leben der Nobelpreisträgerin Marie Curie. "Persönlicher Verlust und wissenschaftlicher Erfolg begegnen sich bei Marie Curie - eine Szene, die kaum auszuhalten ist", sagt Goebbels, der diese Oper sehr schätzt. "Das ist eine Ausgrabung, die jetzt hoffentlich eine neue Chance bekommt."

Nur kurz ging Goebbels bei der Auftaktpressekonferenz auf die beiden Ereignisse ein, mit denen das Festival zu kämpfen hat. "Das Ansehen der Kunststadt Duisburg hat - vielleicht - doch gelitten", kritisierte er die Absage von Gregor Schneiders Installation "totlast" durch den Oberbürgermeister der Stadt Duisburg. Auf die Frage, ob dieser Vorgang rechtliche Konsequenzen haben wird, antwortete er: "Wir hatten noch keine Zeit, darüber nachzudenken." Allerdings werde Schneiders neues Werk, das nun ersatzweise unter dem Titel "Kunstmuseum" vom 29. August bis 12. Oktober im Museum Bochum zu sehen sein wird, sehr beeindruckend ausfallen.

Ein trauriges Ereignis ganz anderer Art war der Tod von Harun Farocki, dessen Video-Installation trotzdem vom 16. August bis 28. September im Essener Museum Folkwang aufgebaut sein wird. "Ein großer Verlust für den kritischen und politischen Film", würdigte Goebbels den Künstler. Zumindest im Vorverkauf hat sich die Produktion Sänger ohne Schatten" bereits als Hit herausgestellt - sicher auch deshalb, weil in der Maschinenhalle Gladbeck-Zweckel unter der Regie von Boris Nikitin die gefeierte Sopranistin Karan Armstrong auf der Bühne stehen wird (ab 22.8.).

Insgesamt werden 1000 Künstler bis zum 28. September 30 Produktionen in Bochum, Duisburg, Essen und Gladbeck stemmen. 180 Menschen machen mit bei "Surrogate Cities Ruhr" (20./ 21./ 26./ 27.9.), einer legendären Choreografie, mit der Heiner Gobebels seit 1994 immer wieder den Charakter großer Metropolen beschreibt.   Karten unter Tel. (0221) 280210 oder in allen CTS-Vorverkaufsstellen.

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