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Philharmonie Essen

80 Manager aus ganz Deutschland spielen in einem Orchester

ESSEN 80 Führungskräfte aus ganz Deutschland treffen sich von Donnerstag bis Sonntag in Essen. Nicht zum Wirtschaftskongress, sondern um Musik zu machen. Sie spielen in der "Management Symphony", die seit 1999 einmal im Jahr im Gewandhaus Leipzig geprobt hat und sich nun zum ersten Mal in Essen trifft.

80 Manager aus ganz Deutschland spielen in einem Orchester

Dr. Ludger Dohm ist Europa-Chef bei BP in Bochum und spielt Cello im Manager-Orchester.

Zu den Gründungsmitgliedern des Manager-Orchesters gehört Dr. Ludger Dohm, Vorstandsmitglied von BP Europa mit Sitz in Bochum. Julia Gaß sprach mit dem Cellisten, der im Orchester Pultnachbar von Werner Bahlsen ist.

Sie führen ein Unternehmen mit fast 10 000 Beschäftigten und sind gewohnt, Anweisungen zu geben. Wie leicht ist es, nur noch das zu tun, was der Essener Generalmusikdirektor Tomás Netopil sagt? Das klappt sehr gut, weil wir alle erfahrene Orchestermusiker sind. Es ist trotzdem immer wieder spannend, weil die Dirigenten wechseln. Und auch ein Viertel bis ein Drittel der Mitspieler ist neu. Dass man sich unterordnen muss, weiß jeder, man muss sich zusammenreißen, so ein Orchester ist ganz undemokratisch, da wird nicht diskutiert. Es geht um Unter- und Einordnung, für uns ist das anders als im Beruf. Aber es ist ein Privileg, mit so hervorragenden Profis arbeiten zu dürfen. Deshalb ist es befriedigend, der Stadt, dem Orchester, Kindern und Jugendlichen etwas zurückzugeben.

Sie proben die sechste Sinfonie von Dvorák. Wann haben Sie Zeit zum Üben? Spät abends und am Wochenende. Ich bin beim Üben ganz entspannt, hab dann auch keine anderen Dinge mehr im Kopf, die stressigen Dinge sind dann weg. Für mich ist Cellospielen eine Aktiv-Erholung. Ich muss mich konzentrieren, aber kann mich vollkommen einlassen auf die Musik.

Haben Sie schon einmal für Ihre Mitarbeiter gespielt? Noch nicht, und in meinem bisherigen Berufsleben war das auch eine Ausnahme. Dabei exponiert man sich sehr, weil Musizieren etwas sehr Persönliches ist.

Sie unternehmen zwischen den Proben auch zusammen etwas in der Region. Tauscht man sich in den Pausen schon mal aus und führt dann doch Manager-Gespräche? Klar fragt man mal, wie es die anderen mit der Ukraine machen oder wie sie die Entwicklung in China sehen, aber wir widmen uns in diesen vier Tagen ganz der Musik. Vier Tage sind enorm viel Zeit für jemanden, der eingespannt ist und viel reisen muss. Wenn man sich bei uns anmeldet, ist das ein Signal. Und die Anmeldezahlen waren in Essen genauso hoch wie vorher in Leipzig.

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