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Klavier-Festival Ruhr

93-jährige Legende imponierte mit einem wachen Geist

BOCHUM Es ist selten, wenn der Künstler bei einem Konzert der Älteste im Saal ist. Dann muss es sich um eine Legende handeln. Menahem Pressler ist eine Legende, 93 Jahre alt, mit mehr als 70 Bühnenjahren der dienstälteste Pianist der Welt. Am Freitagabend gab er im Musikforum Bochum sein Debüt als Solokünstler beim Klavier-Festival Ruhr.

93-jährige Legende imponierte mit einem wachen Geist

Tochter Edna führte Menahem Pressler ans Klavier.

Tochter Edna führte den Methusalem der Tasten an den Flügel. Pressler braucht zum Laufen einen Stock und Hilfe, am Klavier, an dem er auf Kissen sitzt, nicht.

Flinke Finger

Seine Finger sind noch flink, sein Geist ist wach. "Das Klavier hat meinen Geist gerettet", hat er vor zwei Jahren gesagt, als ihm der "Echo" für sein Lebenswerk, zu dem die Gründung des "Beaux Arts Trio" gehört, verliehen wurde.

Jubel für ein LebenswerkPressler spielt fünf Préludes von Debussy und drei Mazurken sowie eine Ballade von Chopin im zweiten Teil. Sanft klang das; in den weich auf die Tasten gestreichelten Stimmungsbildern hörte man, dass dieser Mann immer große Kunst demonstriert.

Ausdrucksstark

Klar geht das in diesem Alter nicht immer makellos über die Bühne. Aber Menahem Pressler ist Routinier genug, um in Händels Chaconne zu Beginn zum Warmspielen und Mozarts Fantasie und Sonate KV 475 kleine Fehler geschickt zu kaschieren. Um im zweiten Teil dann zu zeigen, dass er immer noch ein großer und vor allem ausdruckstarker Pianist ist.

Ovationen im Stehen im ausverkauften Saal für das Lebenswerk einer Legende, die die Strapazen einer solchen Reise zu denen, die ihn lieben, immer noch auf sich nimmt. Und nach mehr als zwei Stunden Programm sogar mit zwei Zugaben dankte: Debussys "Claire de Lune" und einem Intermezzo von Brahms. Es war ein Ereignis, diesen Pianisten live erlebt zu haben.

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