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A 40 steht bald unter (Kunst)-Strom

Ausstellung an Autobahn

Seltsame Dinge erscheinen entlang der Autobahn 40. An der Ausfahrt Dortmund-Barop scheint ein Ufo gelandet zu sein. Am Dückerweg in Bochum sieht der Betrachter nicht nur Rot, sondern rot-weiße Streifen. Der Aufbau der Ausstellung "B1/A 40 - Die Schönheit der großen Straße" hat begonnen.

NRW

von Von Carsten Christian und Bettina Jäger

, 05.06.2014

Die Schau startet dann am Samstag, 14. Juni, 2014. Schön war diese große Straße namens Ruhrschnellweg eigentlich noch nie. Der Titel der Ausstellung war wohl schon bei der ersten Ausgabe der Schau im Jahr 2010 eher ironisch gemeint. Aber interessant dürfte es auch diesmal werden.

 

Die weiße halbrunde Kiste auf dem Hügel über der Ausfahrt Dortmund-Barop zum Beispiel wird ab nächste Woche Kunststrom produzieren. Der Stromanbieter "Performance Electrics" aus Stuttgart ist bekannt für eine künstlerische Energiewende der eigenen Art. Die Installation "Off Road" kombiniert acht Windskulpturen, die aus Straßenleitpfosten und Verkehrsschilder bestehen, mit der "Power Station". Die Windskulpturen erzeugen Strom, die Station speist ihn ins Netz ein.

Eine weiteres Dortmunder Projekt wird im Tal unter der Schnettkerbrücke zu finden sein. Das Forschungslabor "Ruhrbanität" untersucht gemeinsam mit dem Fachgebiet Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitplanung an der TU Dortmund die spezifische Form von städtischem Leben im Ruhrgebiet. Der Künstler Christian Odzuck entwickelt dazu passend eine skulpturale Struktur mit dem Titel "Polypotos Dortmund", in der die Forschungsergebnisse präsentiert werden.Tor des Westens in Bochum

An der Ausfahrt Dückerweg in Bochum - bekannt als Treffpunkt der Tuning-Szene - ziehen vier Künstler in Wetterkleidung gerade die letzten Schrauben am "Tor des Westens" fest. "Die Schlagbäume bauen wir noch auf", sagt Matthias Einhoff. Die rot-weiß-gestreifte, immerhin sieben Meter hohe Konstruktion ist der Kommentar der Gruppe "KUNSTrePUBLIK" zum Thema Willkommenskultur in Deutschland und den Problemen, denen sich Einwanderer gegenüber sehen. Die Anlage ist aus den Symbolen vieler Kulturen zusammengesetzt, im Inneren steckt ein Stück Waschanlage - eine quasi rituelle Waschung des PKW ist also möglich. Deutsche Texte der Band "Die Türen" werden die kritische Haltung der Künstlergruppe unterstreichen.

Ein Stückchen weiter östlich, im Haus Berggate 69 unweit der Ausfahrt Bochum-Hamme, stoßen kulturelle Strömungen ganz anderer Art aufeinander. Heute befindet sich hier ein Sex-Shop. Früher war dies der erste Standort der Galerie Inge Baecker, bei der Kunstgrößen wie Wolf Vostell ausstellten. Es soll ein Museum auf Zeit zur Geschichte des Hauses zwischen Hoch- und Subkultur entstehen - das "Museum Berggate 69".

 

 

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