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Abenteuerspielplatz der Töne

DORTMUND Seine Musik entführe die Zuhörer auf "Klangerlebnisreisen" und auf "Abenteuerspielplätze der Töne", lobt Musikjournalist Manuel Brug das Werk des Bochumer Komponisten Stefan Heucke.

Abenteuerspielplatz der Töne

Der Komponist Stefan Heucke bekam am Dienstagabend in Dortmund vom LWL den Henze-Preis.

Am Dienstagabend überreichte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) dem 48-Jährigen Heucke den mit 12 800 dotierten Hans-Werner-Henze-Preis. Die Auszeichnung wird seit 1959 alle sechs Jahre an zeitgenössische westfälische Komponisten vergeben - Stefan Heucke bekam ihn im Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund, der Stadt, in der er Klavier und Komposition studiert hat.

Ein mutiger Mann

"Stefan Heuckes Musik spricht die Zuhörer unmittelbar an", zitierte LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch in seinem Grußwort die Jury.

Davon überzeugen konnten sich die Festgäste bei der Uraufführung von Heuckes Bearbeitung von Schuberts Marsch D 819 und später bei der Interpretation seines Klavierquintetts, einem nächtlich-melancholischen, eingängigen Pendant zu Schuberts Forellenquintett. Das "Ensemble Horizonte" spielte beide Werke.

"Sie sind ein mutiger Mann", betonte Laudator Manuel Brug mehrfach: "Sie lassen sich auf kontroverse Stoffe ein wie in Ihrer Oper ,Das Frauenorchester von Auschwitz'. Ihre Musik kann trösten, ist versöhnlich, doch sie wütet auch rabiat los, ist aggressiv und verstört. Sie ist Experimenten aufgeschlossen, mäandert aber auch auf den Pfaden der Tradition."

"Ich habe mich über diesen Preis besonders gefreut, weil ich versuche, die Musik der klassischen Moderne fortzusetzen und denke dabei besonders an Schostakowitsch, Britten und Henze. Deshalb fühle ich mich durch den Henze-Preis besonders gut verstanden", dankte Heucke.

Neugier nach Neuem

51 Opusnummern umfasst Heuckes Werkverzeichnis; sein jüngstes Werk, "Heimat", wurde am 13. November in Münster uraufgeführt. Die meisten Heucke-Kompositionen sind in Westfalen aufgeführt worden - oft vor großem Publikum und von großer Anerkennung begleitet. Wie die Uraufführung des Tanzoratoriums "Die Ordnung der Erde" im Musiktheater Gelsenkirchen und die Oper "Das Frauenorchester von Auschwitz".

Neugier nach Neuem, nach ungewohnten Klängen und Klangräumen, verbindet Heucke in einer Tonsprache, die das Publikum anspricht und berührt. Das hat er mit Henze gemeinsam und das macht ihn zu einem so würdigen Preisträger.

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