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Abschied und Aufbruch im Theater Dortmund

Spielplan Saison 2010/11

DORTMUND Die Opernchefin geht, der neue Schauspielchef kommt: Das Theater Dortmund bietet eine Saison voller Kontraste.

von Von Julia Gaß

, 18.05.2010

Trotz der Auflage, eine Million Euro einzusparen, sei der neue Spielplan wirtschaftlich gesichert, so Theaterdirektorin Bettina Pesch bei der Präsentation des (weißen) Saisonbuchs aller fünf Sparten.

36 neue Gesichter gibt es vor und hinter den Kulissen im Schauspiel, ein neues Gesicht bei den Philharmonikern: Lancelot Fuhry (Foto) ist der neue erste Kapellmeister und stellvertretende Generalmusikdirektor. Vor einem Jahr hat er in einem Philharmonischen Konzert schon gezeigt, wie ansteckend seine Musizierlust ist.

Den Sparzwang sieht man dem Spielplan von Schauspieldirektor Kay Voges nicht an: Mit 15 Premieren, vier Wiederaufnahmen und zwei Specials ist sein Programm das umfangreichste. Voges setzt auf Klassiker, die er in modernem Gewand präsentieren will. Er eröffnet mit Büchners "Woyzeck", bietet zwei Brechts (Dreigroschenoper und Kleinbürgerhochzeit), Shakespeares "Mac-beth", Lessings "Miss Sara Sampson", den Hitchcock-Klassiker "39 Stufen" und Garcia Lorcas "Bluthochzeit". Mit der "Stadt ohne Geld" (einer urbanen Krisenintervention) und "Heimat unter Erde" (eine Dortmunder Tiefenbohrung) entdeckt Voges seine neue Heimatstadt.

Opernintendantin Christine Mielitz, in deren achtjähriger Amtszeit über 100 Produktionen zu sehen waren, wird von ihrer Referentin Dominique Caron vertreten bis Jens-Daniel Herzog zur Spielzeit 2010/11 Opernintendant wird. Das Sängerensemble der Oper bleibt (noch) unverändert.Ballett: Tanz mit Mozart und Hamlet Das Ballett eröffnet die Saison wieder mit einer Gala am 25./26. September. Zwei weitere Galas mit Weltstars des Tanzes folgen am 16. und 24. Oktober. Ballettchef Xin Peng Wan choreografiert die Uraufführung von „Hamlet“ zu Musik von Arvo Pärt (6.11.) und bietet mit der zweiten Premiere „Körper.tanzen.formen“ am 26.3. wieder einen Abend mit Choreografien von Weltstars wie George Balanchine, Benjamin Millepied und William Forsythe. Zu Weihnachten gibt es eine Neufassung des Mozart-Balletts (Foto). „The last future“ wird wiederaufgenommen, ein Jugend- und Seniorenprojekt ergänzt den Spielplan.Oper: Belcanto, Mörder und MärchenSechs Premieren (eine weniger) bietet die Oper, dazu zwei Stücke in der Kinderoper. Im Alltag will Mielitz das Publikum mit der Schreibmaschinen-Revue „Sekretärinnen“ zur Saisoneröffnung abholen. Das Puccini-Trittico ist dann ihre Abschiedsinszenierung. Ab 20. Mai ist noch mal Mielitz’ „Butterfly“ als Wiederaufnahme zu sehen. Zu Weihnachten kommt Dvoraks Märchen „Rusalka“, im Januar Mörder Blaubart in der Offenbach-Operette und am 5. März der Spielzeit-Höhepunkt Donizettis Belcanto-Oper „Lucia di Lammermoor“. Hamlet von Christian Jost (Foto) beendet die Saison.Philharmoniker: Die "Musikmacher"Die Dortmunder Philharmoniker präsentieren im Konzerthaus unter dem Motto „Wir sind die Musikmacher“ mit Generalmusikdirektor Jac van Steen (Foto) zehn Konzerte dienstags und mittwochs (das Montagskonzert ist gestrichen). Im Mittelpunkt steht Brahms, Residenzkomponist ist Christian Jost (47). Außerdem gibt es Kammer-, Jugend- und Familien- sowie zwei Sonderkonzerte mit Wiener Klassik und eine Gala zur Spielzeiteröffnung. Im Neujahrskonzert bieten die Philharmoniker (wie auch zeitgleich das Konzerthaus) Beethovens 9. Sinfonie. Gastspiele führen nach Rotterdam und Eindhoven.Kinder- und Jugendtheater: Tiintenherz und ein kaltes HerzDas Kinder- und Jugendtheater um Andreas Gruhn (Foto) zeigt im Theater Sckellstraße sechs Premieren und drei Wiederaufnahmen. Mit Kleists „Prinz Friedrich von Homburg“, einem Abiturthema, beginnt die Saison. Es folgt eine Jugendfassung von Schillers „Räubern“ in Koproduktion mit dem Theater Kohlenpott Herne, „Das kalte Herz“ von Hauff als Weihnachtsmärchen, „Koma o.k.“ über Jugendalkoholismus und als einer der Spielzeithöhepunkte „Tintenherz“ nach dem Bestseller von Cornelia Funke“. „Frühstück mit Wolf“ ist die letzte Premiere des engagierten, kleinen Ensembles.Der Aboverkauf läuft, Tel. (0231) 50-272 22. www.theaterdo.de