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Museum Kunstpalast Düsseldorf

Akseli Gallen-Kallela ist der finnische Visionär

DÜSSELDORF In Finnland wird er als Visionär geschätzt. In Deutschland jedoch ist Akseli Gallen-Kallela als führender skandinavischer Künstler der frühen Moderne vergessen. Das Düsseldorfer Museum Kunstpalast zeigt seine Werke in der Schau "Überirdisch Nordisch".

Akseli Gallen-Kallela ist der finnische Visionär

Mythenumwoben: Akseli Gallen-Kallelas Gemälde »Die Verteidigung des Sampo« von 1896.

100 Jahre lang war dem kurzzeitigen Mitglied der Dresdner Expressionistengruppe "Die Brücke" keine deutsche Ausstellung mehr vergönnt. In Kooperation mit dem Pariser Musée d'Orsay und dem Helsinki Art Museum, das heute sein Urenkel Janne Gallen-Kallela-Sirén leitet, feiert das Düsseldorfer Museum Kunstpalast mit 70 Gemälden aus seiner wichtigsten Schaffensperiode zwischen 1884 und 1911 die Wiederentdeckung seines bedeutenden Werkes. Als Universalkünstler und Kosmopolit sog Akseli Gallen-Kallela (1865-1931) in Paris viele Einflüsse auf. Hier verfeinerte er dank eines staatlichen Stipendiums seine künstlerische Ausbildung. Der französische Naturalismus und der Symbolismus prägten ihn.Später streifte er sogar den Expressionismus. Aber in der europäischen Kunstszene blieb er ein finnischer Einzelgänger. Das erklärt ebenso wie seine thematische Bindung an Finnland, warum ein Werk von solcher Bedeutung lange vergessen blieb. In seinen besten Arbeiten gewinnen die Mythen des finnischen Schöpfungs- und Nationalepos Kalevela prägnante Bildkraft. Sechs dieser Bilder sind in Düsseldorf zu sehen, darunter das als nordische Pietà gerühmte Gemälde "Lemminkäinens Mutter".Kampf mit dem heiligen Schwan Mit entschlossenem, himmelwärts gerichtetem Blick hockt die Mutter neben ihrem im Kampf mit dem heiligen Schwan getöteten Sohn, den darauf ein Zauber-Balsam zu neuem Leben erwecken wird. Naturalistisch geprägt sind die Genrebilder des einfachen Lebens auf dem Lande. Sie driften nicht ins nordisch Verklärende ab, sondern rücken prägnante Typen ins Bild und zeigen Gespür für raffinierte Lichtstimmungen. Landschaften hat Gallen-Kallela nie in Frankreich, nur in Finnland gemalt. Es sind Hymnen auf Einsamkeit und Weite der finnischen Seen- und Wald-Landschaft.Künstler im Krieg Gallen-Kallela focht als Künstler und im Bürgerkrieg 1917 sogar mit der Waffe für die Befreiung vom russischen Joch und eine unabhängige finnische Republik. Sein Atelierhaus Kalela entwarf er selbst, ebenso wie Möbel und Teppiche. Kurios wirkt ein Kabinett mit einem Dutzend Kleinformaten aus Britisch-Ostafrika, wo der Weitgereiste zwei Jahre mit seiner Familie verbrachte. Hier wendet sich die bis dahin so delikate Palette ins Grelle. Zum Expressionisten wurde Gallen-Kallela dennoch nicht.

 

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