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Disney-Musical in Oberhausen

Alexander Klaws probt für Tarzan

OBERHAUSEN Hinter den vielen Türen in einem ehemaligen Oberhausener Filmstudio wimmelt es von schwitzenden und erschöpften Menschen, die immer wieder Affenlaute ausstoßen. Alexander Klaws und eine Hundertschaft weiterer Musical-Darsteller proben hier für Disneys "Tarzan".

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Statt an Lianen bewegt sich Alexander Klaws als Tarzan an langen Seilen über die Köpfe des Publikums hinweg. stage Entertainment

An der Seite von Klaws spielt Tessa Sunniva van Tol die Jane.

Am Sonntag, 6. November, um 19 Uhr feiert die Adaption des Zeichentrickfilms ihre Premiere im Stage Metronom Theater Oberhausen. Bis dahin ist für die Darsteller täglich bis zu zehn Stunden Schwerstarbeit angesagt. Denn für das, was Regisseur Jeff Lee vorschwebt, müssen sie ihre Rollen ohne Wenn und Aber leben.

"Das hier ist nicht das Musical, das man bereits in Hamburg oder Stuttgart gesehen hat, das ist eine völlig neue Produktion", so Jeff Lee. Für die krabbelt Alexander Klaws gerade zusammen mit seiner "Jane" alias Tessa Sunniva van Tol ausgelassen über den Boden des einstigen Studios "High Definition Oberhausen" (HDO). Eine szenische Probe unter Aufsicht von Jeff Lee steht an. Dass mitten im Raum große runde Pfeiler für die beiden Hauptdarsteller zu umspielen sind, ist für Lee kein Thema.

Ein neuer Baum

Er hat ein paar Seiten Papier mit Blümchen bemalt und sie auf die Pfeiler geklebt. "Das ist kein Hindernis mehr, das ist jetzt ein Baum", sagt Jeff Lee und fordert alle im Raum auf, den Baum doch zu umarmen. Klaws lässt sich das nicht zweimal sagen und drückt sich eng an den Pfeiler. Gesang, Spiel und die akrobatischen Einlagen seiner Akteure zaubern Zufriedenheit auf das Gesicht des Regisseurs.

Echte Knochenarbeit

Was spielerisch leicht daherkommt, ist allerdings das Ergebnis eines harten Trainings. "Hier dabei zu sein ist Hochleistungssport", sagt Alexander Klaws. Er muss es wissen, denn bereits bei der Inszenierung in Hamburg hatte der 33-Jährige die Titelrolle inne. "Ein guter Musical-Darsteller muss Schauspielen, Singen und Tanzen. Unsere Darsteller sollen auch fliegen können", formuliert Jeff Lee seine Anforderungen an das Ensemble.

50 Meter-Flüge

Im Metronom Theater sollen die Darsteller nämlich noch näher ans Publikum rücken, sollen sich an langen Seilen direkt über dessen Köpfen hin- und herschwingen - auf einer Strecke von über 50 Metern. Eben "fliegen", wie Lee es nennt. Der Mann, der seit dem "König der Löwen" hinter all den großen Broadway-Produktionen des Disney-Konzerns steckt, hat klare Vorstellungen. Und die Idee, den Tarzan nach Deutschland zu bringen, ist seiner Aussage nach auch damit einhergegangen, eben das Metronom Theater zu bespielen.

Alexander Klaws probt Tarzan

Das Proben der Choreografien ist harte Arbeit für die Darsteller.
Choreografin Leonora Stapleton fordert Höchstleistungen ein.
Patrick Stanke (Mitte) spielt den Affen-Chef Kerchak.
In über zehn Metern Höhe wird trainiert.
Zum "Flug"-Training wurde ein hohes Provisorium aufgebaut.
Artistisch müssen die Darsteller fit sein.
An starren und elastischen Seilen wird geprobt.
Nur Fliegen ist schöner.
Regisseur Jeff Lee (Mitte) ist ein Perfektionist.
Alexander Klaws und seine "Jane" alias Tessa Sunniva van Tol.
Frauen kennt der Herr der Affen noch nicht. Es wird die Jane daher genauer unter die Lupe genommen.
Na, na, na. Das Animalische hat Alexander Klaws voll drauf.
Und am Ende gibt's ein Liebes-Duett.

Bis die Choreografien aller Darsteller richtig sitzen, müssen sie im Studio unter Zuruf von Chef-Choreografin Leonora Stapleton ordentlich schwitzen. Schließlich ist das, was da am Boden geübt wird, auch später in zehn Metern Höhe an elastischen Seilen umzusetzen. Und: Jeder soll dabei noch einen individuell ausformulierten Affen-Charakter mit Persönlichkeit ausfüllen.

 

Vollmundiges Versprechen

Um Superlative ist das Team von Stage Entertainment nicht verlegen, wenn es um den Oberhausener Tarzan geht. Als "das spektakulärste Musical unserer Zeit" wird die Inszenierung angepriesen. Damit dies kein leeres Versprechen bleibt, verlangt der Disney-Konzern Perfektion von jedem einzelnen Mitwirkenden.

 

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