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Anselm Weber wird Intendant in Bochum

BOCHUM Der bisherige Intendant des Schauspiel Essen, Anselm Weber, wird zur Spielzeit 2010/11 neuer Intendant des renommierten Bochumer Schauspielhauses. Er werde für fünf Jahre berufen, teilte der Bochumer Kulturdezernent Michael Townsend am Freitag in Bochum mit. Der mehrfach ausgezeichnete 45 Jahre alte Regisseur folgt Elmar Goerden, der Ende Mai angekündigt hatte, seinen Vertrag nicht über 2010 hinaus verlängern zu wollen.

Anselm Weber wird Intendant in Bochum

Anselm Weber stellte sich am Freitag in Bochum vor.

Erst 2005 angetreten, hatte Weber mit dem kleinen Essener Grillo- Theater drei Jahre lang hintereinander - 2006, 2007 und 2008 - die Kritiker-Auszeichnung „Bestes Schauspielhaus in Nordrhein-Westfalen“ erhalten und die Besucherzahlen deutlich gesteigert. Das Bochumer Schauspielhaus gilt als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Bühnen. Die noch notwendige Zustimmung des Bochumer Stadtrates gilt als Formsache.

Townsend berichtete von großem Interesse an der Intendanz. Mit zehn Bewerbern habe er intensive Gespräche geführt. Weber selbst hatte nach eigenen Angaben in Essen versucht, für 2010 einen höheren Etat zu erhandeln, sich aber nicht durchsetzen können. In Bochum betreut er nun einen Jahresetat von rund 20 Millionen Euro. Sein Führungspersonal wie etwa die Dramaturgie oder die Betriebsdirektion will Weber mit nach Bochum nehmen, insgesamt rund ein Dutzend Mitarbeiter. Sein Hausregisseur in Essen, David Bösch, soll in Bochum „eine Art leitender Regisseur“ werden.Zadek und Peymann prägten den Ruf des Hauses

Das Bochumer Schauspiel umfasst drei Häuser mit insgesamt 1320 Plätzen. Beschäftigt werden rund 290 Mitarbeiter. Pro Spielzeit besuchen knapp 200000 Menschen die Aufführungen. Bekannte Intendanten wie Peter Zadek (1972-1979) oder Claus Peymann (1979- 1986) prägten den Ruf des Hauses. Das Grillo-Theater ist mit maximal 440 Plätzen etwa so groß wie das kleine Haus in Bochum, die Kammerspiele. "Sie sehen einen sehr glücklichen Menschen vor sich"

Weber äußerte sich erfreut über seine Wahl. „Sie sehen heute einen sehr glücklichen und stolzen Menschen vor sich.“ Allerdings spiele auch ein wenig Wehmut mit. „Wo ich weggehe, ist ein Ort, den ich sehr schätze und liebe.“ Es sei eine Entscheidung für das Ruhrgebiet. Zu seiner Konzeption sagte er: „Ich wünsche mir ein Theater, das die Gegenwart klar im Blick hat. Dieses Theater muss in Zukunft wieder eine identitätsstiftende Wirkung haben - über die Stadt und die Region hinaus. Das Ruhrgebiet ist eine sehr emotionale Region - wir müssen hier sehr leidenschaftlich Theater machen.“ Das Theater sei für ihn dabei auch ein „Ort des geistigen Diskurses“. Weber ist verheiratet und hat zwei Kinder."Wir lassen ihn mit Bedauern ziehen"

„Wir lassen ihn mit Bedauern und Stolz ziehen“, sagte eine Sprecherin der Theater und Philharmonie Essen GmbH und betonte, dass er noch bis 2010 bleiben werde. „Wir freuen uns auf eineinhalb Jahre, in denen er und sein Team mit uns und für uns tolle Projekte machen werden.“ Nach einem Nachfolger solle zu gegebener Zeit gesucht werden.

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