Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Route durchs Revier

Auch die Loveparade ist "Erinnerungsort" in neuem Projekt

Essen Das Ruhrgebiet bekommt ein weiteres großes Projekt. "Erinnerungsorte" soll es heißen und, wenn es nach Dieter Nellen vom Regionalverband Ruhr (RVR) geht, ebenso erfolgreich wie die Route der Industriekultur werden.

Auch die Loveparade ist "Erinnerungsort" in neuem Projekt

Dieter Nellen olant das Projekt "Erinnerungsorte" für das Ruhrgebiet.

Eigentlich ist Dieter Nellen (64), seit 1996 in Diensten des RVR und zuletzt Referatsleiter Kultur und Sport, auf dem Weg in den Ruhestand. Sein Büro hat er jedenfalls zum 31. Mai ausgeräumt. Aber was heißt schon Ruhestand? Der Regionalverband hat ihn gebeten, das Projekt "Erinnerungsorte" weiterhin zu begleiten.

Nicht auf der Landkarte

Erinnerungsorte - bisher gab es dazu 2012 und 2013 zwei internationale Tagungen für Fachleute - sind im Gegensatz zu den Stätten der Industrie nicht nur tatsächliche Orte, die auf einer Landkarte zu finden sind. Es sind auch Ereignisse, geistige Orte, schöne und entsetzliche Erinnerungen. "Die Loveparade ist ein Beispiel", erklärt Nellen. "Das war eine Tragödie, die die Menschen sehr bewegt hat." Oder der Bombenkrieg im Dritten Reich, der die Menschen bis heute stark beschäftigt.

Villa Hügel und Phoenix-Gelände

Aber auch wirkliche Orte gehören in diese Reihe, etwa die Villa Hügel in Essen oder das Phoenix-Gelände in Dortmund. Mit Aufrufen an die Bevölkerung will der RVR herausfinden, welche Erinnerungsorte den Menschen im Revier wichtig sind.

Danach soll - ähnlich wie bei der Route der Industriekultur - eine reale Tour entstehen, auf der die Menschen die Geschichte erleben können.

Das Ruhrgebiet verankern

Auch im Internet wird es die Erinnerungsorte geben. Dass es dabei zu Überschneidungen mit der Route der Industriekultur kommen kann, ist Nellen klar. "Aber die Geschichte des Ruhrgebietes reicht doch viel weiter zurück", betont der studierte Historiker Nellen.

Die Erinnerungsorte können und sollen auch touristisch eine Rolle spielen. Aber Nellen will sie - ebenso wie den noch erringenden Welterbetitel der Unesco - dazu nutzen, das Ruhrgebiet stärker national zu verankern. Auch in Berlin soll das Ruhrgebiet als Teil der deutschen Geschichte begriffen werden.

Vorschlag für die RuhrKunstMuseen Einen ungewöhnlichen Vorschlag hat Dieter Nellen für die RuhrKunstMuseen parat: „Sie sollten stärker mit der Rheinschiene zusammenarbeiten.“ Er meint die Kunstsammlung NRW in Düsseldorf, aber auch die Häuser in Köln und Bonn. Für den internationalen Tourismus mache das Sinn. Der Wittener wird künftig als Berater in der Kommunikationsagentur von Christian Boros mit Niederlassungen in Berlin und Wuppertal tätig sein. Boros ist auch ein bekannter Kunstsammler.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Buchkritik

Elias Weiss Friedman: „1000 beste Freunde“

Wer Hunde mag, wird diesen Bildband lieben: „1000 beste Freunde“ hat Elias Weiss Friedman in Fotoporträts in seinem Buch versammelt. Mischlinge wie die immer beliebten Doodles sind ebenso darunter wie Vertreter von mehr als 200 Hunderassen.mehr...

Zeche Zollverein

Die Kohle kommt – allerdings nur noch ins Museum

Essen Im April 2018 eröffnet die Riesen-Schau „Das Zeitalter der Kohle“ auf der Essener Kokerei Zollverein. Wird es ein Abgesang auf die Vergangenheit?mehr...

Osthaus-Museum

Russische Künstler zeigen ihre geballte Kreativität

Hagen. Wer die Ausstellung „Russische Kunst heute“im Osthaus-Museum genießen will, braucht vor allem eines: Zeit. Jedes der 180 Werke ist der Betrachtung wert.mehr...

Buchkritik

Christian Pokerbeats Huber: „7 Kilo in 3 Tagen“

Wer kennt das nicht? Zu Weihnachten fährt man nach Hause und kehrt dann mit ein paar Kilo mehr auf den Rippen dank Braten, Stollen, Plätzchen, Torten wieder heim. mehr...

Sieg bei Kampfabstimmung

Dietmar Dieckmann wird neuer Kulturdezernent in Bochum

Bochum Der 56-jährige Dietmar Dieckmann (SPD) wird neuer Bochumer Kulturdezernent. Nach einer Kampfabstimmung im geheimen Wahlverfahren konnte sich der Gelsenkirchener in der letzten Ratssitzung des Jahres am Donnerstag klar gegen die Bochumerin Regina-Dolores Stieler-Hinz durchsetzen.mehr...