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Auf Neanderthaler-Niveau

DORTMUND Die These ist die gleiche wie im Bühnensolo „Caveman“: Wir sind Sklaven unserer Neanderthaler-Gene - auch im neuen Film „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“.

Auf Neanderthaler-Niveau

Nicht als Missverständnisse zwischen Benno Fuermann als Jan und Jessica Schwarz als Katrin.

Leander Haußmanns neuer Streifen nennt sich selber einen „Lehrfilm“. Angelehnt an die Aufklärungsdidaktik eines Oswald Kolle werden kapitelweise Naseweisheiten über Männlein und Weiblein verbreitet. Warum Beziehungen in die Brüche gehen. Warum Männer immer Ratschläge geben. Eine Nummern-Revue. Ein Oberlehrer kommentiert aus dem Off: „Jan sieht sich einem dominanten Alpha-Männchen gegenüber, das mit starken Duftmarken sein Revier markiert.“ Der Prolog mit Kostümprimaten ist eine „2001“-Reprise, danach sehen wir moderne Nacktaffen aus Berlin. Jan (mit Herzensbrecher-Grinsen: Benno Fürmann) und Katrin (Jessica Schwarz) und das ewige Kreuz mit Liebe, Treue, Eifersucht.

Sie lieben und sie streiten sich

Sie lieben sich, sie streiten sich. Hinter ihnen ihr Neanderthal-Double, das die Reaktionsmuster vorgibt. Jan ist sauer, weil Katrin von einem Survival-Guru bebalzt wird. Uwe Ochsenknecht spielt ihn, schwer schwyzernd, als Mischung aus Rüdiger Nehberg und Reinhold Messner. Katrin verdächtigt Jan, ein Techtelmechtel mit der Sekretärin zu haben.

Tiefpunkt in Haußmanns Karriere

Kapriolen und mutwillig eingebrockte „Schwulitäten“. Nackt flieht Jan vor einer Horde Rocker. Mit Schürze vorm Piephahn platzt er in eine Travestie-Show, die die ‚Mutti des Monats' prämiert. Oder: Zwei Herren im Anzug tragen Penisfutteral wie die Eingeborenen auf Neu-Guinea. Hahaha. Haußmann greift in die Mottenkiste kindisch-schleimigen Humors, ist sich für keine Hanswurstelei zu schade. Die Musik von James Last hat noch gewisse Grandezza. Für Haußmann („Sonnenallee“, „NVA“, „Herr Lehmann“) ist es ein Tiefpunkt an Banalität.

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