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Auf den Spuren des Regie-Titanen Ingmar Bergman

Neu im Kino

Margarethe von Trotta stellte in Essen ihre Doku „Auf der Suche nach Ingmar Bergman“ vor – und schließt sein Werk und Wesen wunderbar auf.

ESSEN

von Kai-Uwe Brinkmann

, 08.07.2018
Auf den Spuren des Regie-Titanen Ingmar Bergman

Sie reden über Ingmar: Margarethe von Trotta (r.) mit Bergmans Ex-Partnerin, Schauspielerin Liv Ullmann. © Weltkino

Als man ihr das Projekt antrug, habe sie aus Angst ablehnen wollen, gestand Margarethe von Trotta am Samstag in der Essener Lichtburg. „Eine Arbeit über meinen Meister Ingmar Bergman? Lieber nicht.“

Doch dann hat die Regisseurin Ja gesagt, und der Kinogänger wird es nicht bereuen. „Auf der Suche nach Ingmar Bergman“ ist eine Hommage in Filmausschnitten, Archiv-Material und Gesprächen mit Bergman-Kennern und -Gefährten.

Kinostart zwei Tage vor seinem 100. Geburtstag

Ein Film, der Leben und Schaffen des schwedischen Regie-Titanen nacherzählt und dabei die Persönlichkeit Bergmans eindrücklich aufbricht, dessen Geburtstag (14.7.2018) sich zwei Tage nach Kinostart der Doku zum 100. Male jährt.

„Ich hoffe, mein Film sagt etwas, das Sie nicht wussten“, schickt die Regisseurin voraus – und wirklich schält von Trotta Facetten in der Vita ihres 2007 gestorbenen „Meisters“ heraus, die man so klar nicht vor Augen hatte.

Religion und die Abkehr vom Glauben

Bergmans Themen waren erst die Religion, später seine Abkehr vom Glauben und daraus resultierend die Hinwendung zum Menschen (ohne Gott) und seine Beziehung zu anderen, die er pessimistisch sah: Schon in frühen Schwarzweiß-Filmen („Die Zeit mit Monika“, 1953) seziert er das Scheitern und die Unmöglichkeit erfüllter Liebe, lange vor seinem Melodram „Szenen einer Ehe“ (1972).

Da war Liv Ullmann (die er 1966 in „Persona“ erstmals besetzte) nicht mehr seine Partnerin, wohl aber Hauptdarstellerin dieser Zerfleischung für zwei.

Neun Kinder

Von Trotta sprach mit Ullmann, auch mit einigen von Bergmans neun Kindern, von denen Daniel, selber Regisseur, aus dem Nähkästchen plaudert: Ingmar war keiner, der Wärme zu den Kindern aufbauen konnte. Obwohl er zeitlebens auch Kind war (und alle Filmkinder Projektionen seiner selbst), blieb er kühl distanziert, wie wir bei von Trotta lernen. Schon sehr intim.

Ausführlich würdigt der Film Bergmans Werk: Von Trotta nennt „Das siebente Siegel“ (1956) ihre Erweckung in Sachen Regieberuf. Sie montiert Schlüsselszenen dutzender Filme aller Schaffensphasen, meist so, dass Bezüge zum Menschen Bergman sich auftun.

Münchener Jahre werden lebendig

Filmemacher Olivier Assayas, der ein Interview-Buch mit Bergman schrieb, spricht über ihn als Autor und Theaterregisseur. Ingmars Münchener Jahre werden lebendig. Wir gehen durch Bergmans Haus auf der Ostseeinsel Farö. Er ist uns plötzlich ganz nah nach diesem exzellenten Film.

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