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Ausstellung feiert Schirmer als Pionier der Landschaftsmalerei

Museum Kunstpalast Düsseldorf

DÜSSELDORF Die Franzosen der Schule von Barbizon gelten als Erfinder der Freilichtmalerei, die den akademischen Blick auf die Landschaft überwand. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Schon in der Blüte der Romantik suchte der Düsseldorfer Maler Johann Wilhelm Schirmer das unmittelbare Naturerlebnis vor Ort.

von Von Bernd Aulich

, 24.08.2010

Das Düsseldorfer museum kunst palast feiert ihn als Pionier der Landschaftsmalerei. Schirmer, 1807 in Jülich geboren und 1863 in Karlsruhe gestorben, brach keineswegs mit dem akademischen Lehrbetrieb, als er 1827 in Düsseldorf zusammen mit Carl Friedrich Lessing den "Landschaftlichen Komponierverein" ins Leben rief.Duft der Ferne Vier Jahre später übertrug ihm Düsseldorf die Leitung der ersten Klasse für Landschaftsmalerei an einer deutschen Kunstakademie. Gut 280 Landschaftsmaler hat Schirmer als einer der bedeutendsten deutschen Kunstpädagogen des 19. Jahrhunderts ausgebildet, zunächst in Düsseldorf und ab 1855 als Gründungsdirektor der Karlsruher Kunstakademie. Als größtes Haus widmet sich das museum kunst palast unter dem Titel "Ein bläulich silbriger Duft der Ferne - Schirmer in Italien" dem Höhepunkt seines Schaffens: den vom Licht Italiens inspirierten Freilichtstudien, die ab 1839 in den Bergnestern südostlich von Rom entstanden. Empfangen wird der Besucher jedoch durch vorangegangene Naturstudien aus dem Neandertal.Mit Akribie gemalt Im Halbdunkel des Flüsschens Düssel hat Schirmer die großblättrige Pestwurz mit solcher Akribie gemalt wie im Park der Villa d'Este am Rande von Tivoli die wogenden Zypressen. Seine Italienreise markiert den Entwicklungssprung von der Frosch- zur Vogelperspektive, vom Detail zum grandiosen Landschaftspanorama. Die Farbpalette hellt sich auf, die Konturen werden weicher. Und schon die kleinformatigen Ölstudien auf Papier lassen ahnen, worum es ihm in seinen erst im Atelier großformatig ausgeführten Gemälden ging. Um Stimmungsbilder einer idealisierten arkadischen Landschaft. Darin ist er doch wieder Verfechter einer akademischen Sicht.Ouvertüre für 2011 Für das museum kunst palast ist "Schirmer in Italien" Ouvertüre zu einem Großprojekt. Der Aufbau eines Dokumentationszentrums zur Düsseldorfer Malerschule, zu der auch Schirmer zählt, mündet in die Schau "Die Düsseldorfer Malerschule". Vom 24. September 2011 bis 23. Januar 2012 rund 350 Werke aus der eigenen Sammlung und aus aller Welt die frühe Bedeutung Düsseldorfs als Kunstmetropole. Museum kunst palast Düsseldorf, Ehrenhof 4-5: "Schirmer in Italien", bis 29. 8., Di-So 11-18 Uhr, Do 11-21 Uhr; Katalog 39,95 Euro.

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