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Ausstellung zeigt die große Vielfalt von Vietnam

LWL-Museum für Archäologie

Von der Idee bis zur Umsetzung der neuen Sonderausstellung des LWL-Museums für Archäologie in Herne hat es neun Jahre gedauert. Deshalb fiebern die Macher von "Schätze der Archäologie Vietnams" der Eröffnung am Freitag auch schon besonders entgegen. Bis zum 26. Februar 2017 gibt es mehr als 400 Exponate zu sehen, an Hand derer sich die kulturelle Vielfalt Südostasiens bis in die Steinzeit nachverfolgen lässt.

HERNE

, 05.10.2016
Ausstellung zeigt die große Vielfalt von Vietnam

Zwei Wächterfiguren aus Bronze begrüßen die Besucher am Eingang zu der Ausstellung in Herne.

Obwohl die Bezeichnung Steinzeit für den asiatischen Raum nicht wirklich zutrifft, wie LWL-Direktor Matthias Löb sagt: "Denn in dieser Epoche war dort bereits Bambus der Baustoff erster Wahl." Überhaupt ist es das erklärte Ziel der Organisatoren, den Besuchern einen Einblick in die Kulturgeschichte Vietnams zu ermöglichen, der vielen im Westen bisher verborgen geblieben ist.

Majestätische Torwächter

"Das, was viele über Vietnam wissen, ist, was die amerikanische Unterhaltungsindustrie in Kriegsfilmen präsentiert hat", sagt Löb. Vieles, von dem, was an Exponaten für die Ausstellung zusammengetragen wurde, ist jenseits von Asien noch nicht gesehen zu wesen, wie Museumsleiter Dr. Josef Mühlenbrock betont.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Schätze der Archäologie Vietnams

Am Freitag startet die Sonderausstellung Schätze der Archäologie Vietnams im LWL-Museum Herne. Anhand von über 400 Exponaten lässt sich die kulturelle Geschichte Südostasiens bis in die Steinzeit zurückverfolgen. Wir haben uns die Ausstellung vorab schon einmal angesehen.
05.10.2016
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Der Siegelstempel des Kaisers Minh Mang ist das wertvollste Exponat. Es besteht aus Gold und wiegt über 4 Kilogramm. Foto: Wolfram Kastl/dpa© Wolfram Kastl (dpa)
Eine Museumsmitarbeiterin im Laternenmeer. Foto: Wolfram Kastl/dpa © Wolfram Kastl (dpa)
Der Siegelstempel des Kaisers Minh Mang. Foto: Wolfram Kastl/dpa © Wolfram Kastl (dpa)
Eine acht Meter hohe Nachbildung eines Teils des Tempels Po Klong Garai in Vietnam ist zentral ausgestellt. Foto: Wolfram Kastl/dpa© Wolfram Kastl (dpa)
Pfeilspitzen aus Bronze gehören zu den Exponaten. Foto: Wolfram Kastl/dpa © Wolfram Kastl (dpa)
Zwei Wächterfiguren aus Bronze begrüßen die Besucher am Eingang zu der Ausstellung in Herne.© Foto: dpa
Eine der ältesten Trommeln Asiens gehört zu den Ausstellungsstücken.© Foto: Paffendorf
Ngao ist ein Mischwesen der asiatischen Mythologie.© Foto: Paffendorf
Dr. Andreas Reinecke führte im Vorfeld durch die Ausstellung.© Foto: Paffendorf
Hierbei handelt es sich um ein Musikinstrument.© Foto: Paffendorf
Klingende Steine aus Asien.© Foto: Paffendorf
Schmuckstücke des Altertums in Vietnam.© Foto: Paffendorf
Auch der Handwerkskunst Vietnams sind Vitrinen gewidmet.© Foto: Paffendorf
Ein Zepter aus der Eisenzeit.© Foto: Paffendorf
Handwerkskunst aus Südvietnam.© Foto: Paffendorf
Die Transportkiste einer Expeditionstruppe aus den 60er-Jahren. © Foto: Paffendorf
Ein besonderer Fokus der Ausstellung liegt auf Bronzetrommeln.© Foto: Paffendorf
Pflugscheren aus Bronze.© Foto: Paffendorf
Eine weitere große Trommel.© Foto: Paffendorf
Glocken aus Bronze aus der Eisenzeit.© Foto: Paffendorf
Eine acht Meter hohe Nachbildung eines Teils des Tempels Po Klong Garai in Vietnam ist zentral ausgestellt.© Foto: Paffendorf
Eine acht Meter hohe Nachbildung eines Teils des Tempels Po Klong Garai in Vietnam ist zentral ausgestellt.© Foto: Paffendorf
Diese Skulptur stammt aus dem 11. Jahrhundert.© Foto: Paffendorf
Dieses Hochrelief bildet eine asiatische Gottheit ab.© Foto: Paffendorf
Ein Stück eines Tempels.© Foto: Paffendorf
Eine der vielen imposanten Skulpturen im LWL-Museum.© Foto: Paffendorf
Trommeln nehmen einen wichtigen Platz in der südostasiatischen Kultur ein.© Foto: Paffendorf
Stilvoll in Szene gesetzte Kunstwerke.© Foto: Paffendorf
Die Ausstellung beinhaltet auch Repliken wie diese hier.© Foto: Paffendorf
Auch Fotografien gehören zur Schau.© Foto: Paffendorf
Das ist ein Zierelement eines Tempels aus dem 12. Jahrhundert.© Foto: Paffendorf
Eine weitere mythologische Gestalt.© Foto: Paffendorf
Viele der Exponate sind erstmals in Europa zu sehen.© Foto: Paffendorf
Das Highlight der Sammlung.© Foto: Paffendorf
Der Siegelstempel ist aus purem Gold und stammt aus dem Jahr 1827.© Foto: Paffendorf
Der Siegelstempel ist das Glanzstück der Ausstellung.© Foto: Paffendorf
22 Jahre lang begleitete Dr, Andreas Reinecke Ausgrabungen in Vietnam.© Foto: Paffendorf
Dr. Reinecke erläuterte die Hintergründe der Exponate.© Foto: Paffendorf
Einer der Torwächter der Ausstellung.© Foto: Paffendorf
Über 500 Seiten stark ist der Ausstellungskatalog.© Foto: Paffendorf

Eine Vielzahl der Ausstellungsstücke wurde erst in den letzten sechs Jahrzehnten von Archäologen ausgegraben. Dazu gehören auch die "ngao", majestätisch anmutende Mischwesen mit Löwenköpfen und Hundekörpern aus Bronze, Stein oder Terrakotta, die bis in das 19. Jahrhundert als Wächterfiguren vor Pagoden oder Palästen aufgestellt wurden.

Westliche Einflüsse

Zwei von ihnen flankieren den Eingangsbereich der Ausstellung, die sich im Grundriss am Aufbau eines vietnamesischen Tempels orientiert. "Anhand ihrer Gestaltung lässt sich erahnen, dass die nordasiatische Kultur während der späten Le-Dynastie im 17. und 18. Jahrhundert von westlichen Einflüssen geprägt gewesen sein muss", sagt Ausstellungskurator Dr. Andreas Reinecke.

Herzstück der Schau

Der frühen Neuzeit, genauer gesagt der Nguyen-Dynastie, ist das Herzstück der Schau zuzurechnen: der goldene Siegelstempel des Kaisers Minh Mang. Gegossen aus Gold von hundertprozentiger Reinheit und vier Kilo schwer ist das Stück. Eine Leihgabe des Nationalmuseums für Geschichte in Hanoi. "Von dort aus mussten viele der Exponate eine Strecke über 10000 Kilometer nach Herne zurücklegen, wie Dr. Andreas Reinecke erklärt.

Bootsgrab des Viet Khe

Und damit Stücke wie zum Beispiel das Bootsgrab von Viet Khe, das nun in Herne zu sehen ist, außer Landes gebracht werden durften, musste die Politik bemüht werden. "Einzelne Teile dieses Nationalschatzes durften nur mit der Unterschrift des vietnamesischen Premierministers versehen, das Land verlassen", so Dr. Andreas Reinecke. Bis zum vergangenen Wochenende fehlten sogar noch einzelne Unterschriften - eine Zitterpartie für die Organisatoren.

Kooperationsprojekt

Um "Schätze der Archäologie Vietnams" überhaupt in der gewünschten Form realisieren zu können, waren viele Kooperationspartner notwendig, betont Dr. Josef Mühlenbrock. Für die Ausstellung unter Schirmherrschaft des Außenministers Dr. Frank- Walter Steinmeier und des vietnamesischen Ministers Nguyen Ngoc Thien arbeiteten die Herner mit dem Staatlichen Museum Chemnitz und den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim zusammen. Ebenfalls mit an Bord: die Kommission für Archäologie Außereuropäischer Kulturen des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI).

: "Schätze der Archäologie Vietnams", 7.10. - 26.2. 2017, Europaplatz 1 in Herne, Mo/Di/Fr 9-17 Uhr, Do 9-19 Uhr, Sa/So 11 -18 Uhr. Katalog: 29,90 Euro.