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LWL-Museum für Archäologie

Ausstellung zeigt die große Vielfalt von Vietnam

HERNE Von der Idee bis zur Umsetzung der neuen Sonderausstellung des LWL-Museums für Archäologie in Herne hat es neun Jahre gedauert. Deshalb fiebern die Macher von "Schätze der Archäologie Vietnams" der Eröffnung am Freitag auch schon besonders entgegen. Bis zum 26. Februar 2017 gibt es mehr als 400 Exponate zu sehen, an Hand derer sich die kulturelle Vielfalt Südostasiens bis in die Steinzeit nachverfolgen lässt.

Ausstellung zeigt die große Vielfalt von Vietnam

Zwei Wächterfiguren aus Bronze begrüßen die Besucher am Eingang zu der Ausstellung in Herne.

Obwohl die Bezeichnung Steinzeit für den asiatischen Raum nicht wirklich zutrifft, wie LWL-Direktor Matthias Löb sagt: "Denn in dieser Epoche war dort bereits Bambus der Baustoff erster Wahl." Überhaupt ist es das erklärte Ziel der Organisatoren, den Besuchern einen Einblick in die Kulturgeschichte Vietnams zu ermöglichen, der vielen im Westen bisher verborgen geblieben ist.

Majestätische Torwächter

"Das, was viele über Vietnam wissen, ist, was die amerikanische Unterhaltungsindustrie in Kriegsfilmen präsentiert hat", sagt Löb. Vieles, von dem, was an Exponaten für die Ausstellung zusammengetragen wurde, ist jenseits von Asien noch nicht gesehen zu wesen, wie Museumsleiter Dr. Josef Mühlenbrock betont.

Schätze der Archäologie Vietnams

Der Siegelstempel des Kaisers Minh Mang ist das wertvollste Exponat. Es besteht aus Gold und wiegt über 4 Kilogramm. Foto: Wolfram Kastl/dpa
Eine Museumsmitarbeiterin im Laternenmeer. Foto: Wolfram Kastl/dpa
Der Siegelstempel des Kaisers Minh Mang. Foto: Wolfram Kastl/dpa
Eine acht Meter hohe Nachbildung eines Teils des Tempels Po Klong Garai in Vietnam ist zentral ausgestellt.  Foto: Wolfram Kastl/dpa
Pfeilspitzen aus Bronze gehören zu den Exponaten. Foto: Wolfram Kastl/dpa
Zwei Wächterfiguren aus Bronze begrüßen die Besucher am Eingang zu der Ausstellung in Herne.
Eine der ältesten Trommeln Asiens gehört zu den Ausstellungsstücken.
Ngao ist ein Mischwesen der asiatischen Mythologie.
Dr. Andreas Reinecke führte im Vorfeld durch die Ausstellung.
Hierbei handelt es sich um ein Musikinstrument.
Klingende Steine aus Asien.
Schmuckstücke des Altertums in Vietnam.
Auch der Handwerkskunst Vietnams sind Vitrinen gewidmet.
Ein Zepter aus der Eisenzeit.
Handwerkskunst aus Südvietnam.
Die Transportkiste einer Expeditionstruppe aus den 60er-Jahren.
Ein besonderer Fokus der Ausstellung liegt auf Bronzetrommeln.
Pflugscheren aus Bronze.
Eine weitere große Trommel.
Glocken aus Bronze aus der Eisenzeit.
Eine acht Meter hohe Nachbildung eines Teils des Tempels Po Klong Garai in Vietnam ist zentral ausgestellt.
Eine acht Meter hohe Nachbildung eines Teils des Tempels Po Klong Garai in Vietnam ist zentral ausgestellt.
Diese Skulptur stammt aus dem 11. Jahrhundert.
Dieses Hochrelief bildet eine asiatische Gottheit ab.
Ein Stück eines Tempels.
Eine der vielen imposanten Skulpturen im LWL-Museum.
Trommeln nehmen einen wichtigen Platz in der südostasiatischen Kultur ein.
Stilvoll in Szene gesetzte Kunstwerke.
Die Ausstellung beinhaltet auch Repliken wie diese hier.
Auch Fotografien gehören zur Schau.
Das ist ein Zierelement eines Tempels aus dem 12. Jahrhundert.
Eine weitere mythologische Gestalt.
Viele der Exponate sind erstmals in Europa zu sehen.
Das Highlight der Sammlung.
Der Siegelstempel ist aus purem Gold und stammt aus dem Jahr 1827.
Der Siegelstempel ist das Glanzstück der Ausstellung.
22 Jahre lang begleitete Dr, Andreas Reinecke Ausgrabungen in Vietnam.
Dr. Reinecke erläuterte die Hintergründe der Exponate.
Einer der Torwächter der Ausstellung.
Über 500 Seiten stark ist der Ausstellungskatalog.

Eine Vielzahl der Ausstellungsstücke wurde erst in den letzten sechs Jahrzehnten von Archäologen ausgegraben. Dazu gehören auch die "ngao", majestätisch anmutende Mischwesen mit Löwenköpfen und Hundekörpern aus Bronze, Stein oder Terrakotta, die bis in das 19. Jahrhundert als Wächterfiguren vor Pagoden oder Palästen aufgestellt wurden.

Westliche Einflüsse

Zwei von ihnen flankieren den Eingangsbereich der Ausstellung, die sich im Grundriss am Aufbau eines vietnamesischen Tempels orientiert. "Anhand ihrer Gestaltung lässt sich erahnen, dass die nordasiatische Kultur während der späten Le-Dynastie im 17. und 18. Jahrhundert von westlichen Einflüssen geprägt gewesen sein muss", sagt Ausstellungskurator Dr. Andreas Reinecke.

Herzstück der Schau

Der frühen Neuzeit, genauer gesagt der Nguyen-Dynastie, ist das Herzstück der Schau zuzurechnen: der goldene Siegelstempel des Kaisers Minh Mang. Gegossen aus Gold von hundertprozentiger Reinheit und vier Kilo schwer ist das Stück. Eine Leihgabe des Nationalmuseums für Geschichte in Hanoi. "Von dort aus mussten viele der Exponate eine Strecke über 10000 Kilometer nach Herne zurücklegen, wie Dr. Andreas Reinecke erklärt.

Bootsgrab des Viet Khe

Und damit Stücke wie zum Beispiel das Bootsgrab von Viet Khe, das nun in Herne zu sehen ist, außer Landes gebracht werden durften, musste die Politik bemüht werden. "Einzelne Teile dieses Nationalschatzes durften nur mit der Unterschrift des vietnamesischen Premierministers versehen, das Land verlassen", so Dr. Andreas Reinecke. Bis zum vergangenen Wochenende fehlten sogar noch einzelne Unterschriften - eine Zitterpartie für die Organisatoren.

Kooperationsprojekt

Um "Schätze der Archäologie Vietnams" überhaupt in der gewünschten Form realisieren zu können, waren viele Kooperationspartner notwendig, betont Dr. Josef Mühlenbrock. Für die Ausstellung unter Schirmherrschaft des Außenministers Dr. Frank- Walter Steinmeier und des vietnamesischen Ministers Nguyen Ngoc Thien arbeiteten die Herner mit dem Staatlichen Museum Chemnitz und den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim zusammen. Ebenfalls mit an Bord: die Kommission für Archäologie Außereuropäischer Kulturen des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI).

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