Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Ausstellungshit "B 1/A 40" wird neu aufgelegt

Knüller der Kulturhauptstadt

Im Jahr der Kulturhauptstadt war die Ausstellung "B1/A 40 - Die Schönheit der großen Straße" ein Knüller. Toll, dass sie nun fortgesetzt wird. Ab Sommer 2014 werden 20 Kunstwerke entlang der Autobahn 40 zu sehen sein - darunter voraussichtlich zwei Projekte in Dortmund und eines in Bochum.

MÜLHEIM

von Von Bettina Jäger

, 11.08.2013

Die Schau "B1/A 40" hatte im Jahr 2010 viele Menschen in Bewegung gesetzt. Ganze Horden von Kunstfreunden wanderten damals durch die Grünzüge im Autobahnkreuz Kaiserberg ("Spaghettiknoten"), wo zum Beispiel die Künstlergruppe Finger Honig produzierte. Kein Wunder, dass die Ausstellung einen Preis von der deutschen Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbands erhielt.Emscherkunst ist teurer Die Urbanen Künste Ruhr, die Nachfolgeorganisation der Ruhr.2010, setzen die Schau im Jahr 2014 fort. Einen sechstelligen Betrag wird sie kosten dürfen. Der Etat liegt damit deutlich unter dem ihrer derzeit laufenden Konkurrenz, der sechs Millionen Euro teuren Emscherkunst. Aber die hat auch ein deutlich anderes Konzept.

Eichbaum-Container sind jetzt goldfarben

Auf einer Bustour am Samstag stellte Markus Ambach - der Düsseldorfer wird die Schau erneut kuratieren - einige Standorte der geplanten Schau vor. Zum Beispiel das "Eichbaumgold" direkt neben der A 40 in Mülheim. Wo 2010 die "Eichbaum-Oper" gefeiert wurde, wollen die Künstler Martin Pfeifle und Wanda Sebastian nun die lokale Musikkultur erforschen.Nächster Stopp war das Gebiet rund um den Schlachthof Bochum. "Das ist kein hipper Stadtraum", sagte Ambach. Stimmt auffallend! Das größte Bordell des Ruhrgebietes steht hier. Auf der anderen Seite der Autobahn gibt´s ein bizarres S/M-Fachgeschäft und gleich nebenan idyllische Schrebergärten tief unter der Fahrbahn. Die Künstlerin Elke Krasny wird sich mit dieser seltsamen Gemengelage auseinandersetzen.Internationale Künstler

"Das sind Landschaften, in denen wenig politische und ökonomische Kontrolle stattfindet", erklärte Ambach. Internationale Künstler wie Christine und Irene Hohenbüchler (Österreich), Jakob Kolding (Dänemark), John Miller (USA), aber auch Michael Fehr, der ehemalige Direktor des Hagener Osthaus-Museums, wollen die Vielfalt der A 40 erlebbar machen. Sie interessieren sich für alles, was neben der Autobahn wächst und gedeiht - und sei es auch noch so exotisch. Ambach sieht die großen Masterpläne für die Autobahn eher kritisch: "Wichtig ist, dass wir punktuell genau hinschauen."Kunst unter der Schnettkerbrücke

Auch Christa Reicher, Professorin an der TU Dortmund, empfahl: "Anhalten und aussteigen." Sie startet gemeinsam mit rund 40 Studenten das Projekt "Ruhrbanität". Die jungen Leute werden die "kleinräumige Lebensqualität" entlang der Autobahn erforschen. Anschließend ist daran gedacht, die Ergebnisse in einem Kunstprojekt im tiefen Tal unter der Dortmunder Schnettkerbrücke zu präsentieren.

Für ein weiteres Projekt sucht Ambach noch einen Standort in Dortmund: Die Gruppe "Kunstrepublik" aus Berlin möchte ein "Tor des Westens" (Arbeitstitel) errichten - und zwar vor einer Autowaschstraße. Mit Elementen wie einem Minarett wollen die Künstler auf die Zuwanderung nach Deutschland hinweisen und unsere "Begrüßungskultur" ironisch reflektieren. Ambach: "Die Künstler wissen, wie politisch brisant das Thema ist, gerade in Dortmund."