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Auktionshaus Villa Grisebach

Autor Florian Illies ist neuer Kollege von Wilfried Utermann

DORTMUND Wer Florian Illies nur als Autor der Bestseller "Generation Golf" oder "1913" kennt, der weiß längst nicht alles. Illies ist auch seit zwei Jahren Geschäftspartner des Dortmunders Wilfried Utermann in der Villa Grisebach. Als Mitgesellschafter hat Illies frischen Wind in jenes Berliner Auktionshaus gebracht, das der bekannte Dortmunder Galerist Utermann 1986 mitgegründet hatte.

Autor Florian Illies ist neuer Kollege von Wilfried Utermann

Florian Illies ist Geschäftspartner von WilfriedUtermann geworden.

Florian Illies (43) ist studierter Kunsthistoriker. Er war Chefredakteur der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und Feuilletonchef der Zeit. Seit dem Sommer 2011 ist er einer von sechs Gesellschaftern – sprich Inhabern – der Villa Grisebach, die unter den etwa zehn großen deutschen Auktionshäusern als Marktführer für die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts gilt. Dass sein neuer Kollege ein Promi-Faktor fürs Unternehmen ist, findet Utermann nicht weiter wichtig. „Was hilft ist, dass Illies ein wirklich kluger Kopf ist“, sagt er.

Wilfried Utermann hatte die Villa Grisebach GmbH 1986 gemeinsam mit Bernd Schultz gegründet, bis heute sind beide Gesellschafter. „Jetzt wollten wir die nächste Generation ins Haus holen“, so Utermann (68). Das sei gelungen: „Wir haben jetzt so viele positive Auseinandersetzungen wie zur Zeit der Gründung.“ Bisher lag der Schwerpunkt auf der Klassischen Moderne. Doch mit dem Neuzugang Illies und anderen jüngeren Partnern haben die zeitgenössische Kunst und die Kunst des 19. Jahrhunderts an Boden gewonnen. Experte Illies verschafft mit gut recherchierten Katalogen der Epoche nach 1800 neue Beachtung. Umgekehrt finden Sammler etwa in den Gemälden von Carl Blechen ein Gebiet, in dem die Preise noch bezahlbar sind. Die Frühjahrsauktion „Kunst des 19. Jahrhunderts“ erbrachte im Mai 2014 drei Millionen Euro – die erfolgreichste seit Einführung dieser Sparte 2011. Ein Rekordergebnis mit einer Million Euro erzielte auch die neue Grisebach-Abteilung „Third Floor“, in der Kunstfreunde Werke bis 3000 Euro ersteigern können – darunter Arbeiten bekannter Künstler wie Neo Rauch oder Stephan Balkenhol.

Bisher unfallfrei gefahren ist das Auktionshaus in Sachen Provenienzforschung. „Wir verfolgen die Werke möglichst bis zum Atelier zurück“, so Utermann. Allerdings wurden auch bei Villa Grisebach schon Werke eingeliefert, die sich als NS-Raubkunst entpuppten. Zur Versteigerung kam keines davon. Das Auktionshaus half bei der Einigung oder zog sich zurück, wenn die Parteien vor Gericht Klärung suchten. Was Fälschungen angeht, stellte sich in der Grisebach-Geschichte nur ein einziges Gemälde – angeblich von Gabriele Münter – als unecht heraus. Der Käufer bekam sein Geld auf Kosten des Auktionshauses zurück. Die Fälschung, die er lieb gewonnen hatte, ziert wohl bis heute seine Wohnung.   

Versteigerung


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