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BAP vor 5000 Zuschauern

Schlusskonzert der Ruhrfestspiele

"Aff und zo jeht es ons gar nit schlecht." Als Wolfgang Niedecken zum Reggae-Schunkel-Beat den Refrain anstimmte, durfte man das als Botschaft sehen. Mager sieht er aus, doch seinen Schlaganfall erwähnt der Frontmann von BAP beim Schlusskonzert der Ruhrfestspiele am Samstag (16.6.) in Recklinghausen nicht.

RECKLINGHAUSEN

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 17.06.2012
BAP vor 5000 Zuschauern

Optimistische Geste: Wolfgang Niedecken in Recklinghausen.

Niedecken ging einfach seinem Job nach. Da oben steht der kölsche Rocker, sein Herz schlägt noch immer links, er schaut nicht zurück, sondern nach vorn. Als Niedecken vor 5000 Leuten "Arsch Huh, Zäng ussenander" spielt, lädt er ein, am 9. November nach Köln zu kommen, "dann machen wir das Ding nach 20 Jahren nochmal!"

 Das "Ding" meint ein Großkonzert gegen Rechts. Da dürfen BAP nicht fehlen, wie auch "Kristallnaach" in Recklinghausen nicht fehlen darf. "Arsch Huh" und "Kristallnaach", Lieder, die Flagge zeigen, haben Niedeckens Image als ehrliche Haut geprägt. Er ist de Kölsche Jong, ein Kumpeltyp, Lokalpatriotismus Teil seiner Identität.

Der Regen hörte auf

"Chlodwigplatz", Ode an den Fixpunkt seiner Jugend, wird auch in Recklinghausen vielstimmig mitgesungen. Der Regen ist vorbei, die Schirme sind eingeklappt, die Laune im Park wird immer besser. "Ihr singt richtig gut", bauchpinselt Niedecken das Publikum. "Verdamp lang her" ist ein Selbstläufer: großer Publikums-Chor. Mittleres Tempo, eingängiger Refrain - typisch BAP.

Der "Dylan der Südstadt" kann es noch

Für "Dreidüüvels Name" haben sich BAP Riff und Honky Tonk-Groove der Stones geborgt. "Rita" fächern sie mit Geige und Akkordeon melodisch breit auf. "Diego Paz" fängt an wie eine ZZ Top-Nummer und kippt in einen 70er-Rocker mit Orgel-Breitseiten und Gitarrenjaulen. "Für 'ne Moment", Niedecken an Mundharmonika und Akustikgitarre, zeigt, warum man ihn den "Dylan der Südstadt" taufte. Er ist zurück, die Fans freuen sich.