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„Blick voraus in Freude“

OBERHAUSEN Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff kam nicht, und seine Vertretung, Eva Krings aus der Staatskanzlei, stand im Stau. So musste improvisiert werden bei der Feierstunde zur Verleihung des Künstlerinnenpreises NRW am Samstagabend im Theater Oberhausen.

„Blick voraus in Freude“

Preisverleihung in Oberhausen (v.l.): Stefan Keim (Laudator), Katja Lauken, Johannes Lepper (Intendant des Theaters Oberhausen), Carolin Mader, Michael Gruner (Laudator), Ulla Harting (Kulturabteilung der Staatskanzlei NRW Düsseldorf) und Ursula Theißen (Frauenkulturbüro NRW).

 Schließlich zeichnete Ulla Harting, Kulturbeauftragte in der Staatskanzlei, die beiden Theaterregisseurinnen Katja Lauken (Hauptpreis: 10 000 Euro) und Carolin Mader (Förderpreis: 5000 Euro) aus. Katja Lauken nahm den Preis unmittelbar vor der Premiere ihrer Inszenierung von John Osbornes „Blick zurück im Zorn“ im Malersaal des Theaters Oberhausen entgegen, die als „Public Viewing“ auch auf einer Videogroßleinwand im Großen Haus der Bühne zu sehen war.

GratwanderungIn seiner Laudatio würdigte Journalist Stefan Keim die 37-jährige Katja Lauken vor allem für ihre Oberhausener Regiearbeit „Die Schaukel“ von Edna Mazya aus dem Jahr 2005. Er lobte ihre bereits beim Regiedebüt mit „Die Präsidentinnen“ von Werner Schwab (Bochum 2002) zu beobachtende eigene Handschrift, die er als „Gratwanderung zwischen Stilisierung und Realismus“ beschrieb. Ihr viel versprechendes Gesamtwerk erlaube einen „Blick voraus in Freude“.

Misstrauen gegen KonventionellesFast noch besser weg als Lauken kam Förderpreisträgerin Carolin Mader, weil ihr Dortmunder Chef, Schauspieldirektor Michael Gruner, in seiner ebenso trockenen wie lakonisch-witzigen Lobrede mehrere ihrer Arbeiten liebevoll und genau beschrieb. Aus „bestem Stall“, nämlich von Andrea Breth am Wiener Burgtheater kommend, habe Mader mit „instinktivem Misstrauen gegen Konventionelles auf dem Theater“ in Dortmund bewegende und beeindruckende Inszenierungen von ganz großer Eindringlichkeit vorgelegt. „Kunst lässt keinen Stein auf dem andern, sie stellt Fragen quer zum Zeitgeist“, konstatierte Gruner und ermunterte seinen Schützling, auf ihrem eingeschlagenen Weg zu bleiben. 

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