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Bochumer Theaterpreise verliehen

BOCHUM Gerührt zeigte sich am Montagabend Otto Sander. Er erhielt als erster den Bernhard-Minetti-Preis, den der Freundeskreis des Bochumer Schauspielhauses und der Kemnader Kreis an herausragende Künstler verleiht. Während diese Ehrung schon feststand, wurde das Geheimnis um die beiden Träger der Theaterpreise erst während der Verleihung gelüftet.

Bochumer Theaterpreise verliehen

Otto Sander ist der erste Preisträger des Bernhard-Minetti-Preises.

Martin Rentzsch erhält den mit 3000 Euro dotierten Theaterpreis als arrivierter Künstler. Der ebenfalls mit 3000 Euro dotierte Nachwuchspreis wurde Christoph Pütthoff überreicht.

Es war eine sehr persönliche Feier, bei denen sich drei gerührte Preisträger über die große Ehre freuten. Es waren immer Insider des Theaters, die den Zuschauern in ihren Lobreden nicht nur die Preisträger nahe brachten, sondern auch Eindrücke von der Arbeit eines Schauspielers vermittelten.  Wer kann das besser als die Regisseure, mit denen die Schauspieler zusammen arbeiten. Burghart Klaußner würdigte Otto Sander: „Am Theater erwies ihm seine Mischung aus Intelligenz und Melancholie die Möglichkeit, in vielen Stücken die Verbindung zwischen Abstrusem, Absurdem und Aberwitzigem einerseits, sowie dem Ernst tiefer Verzweiflung andererseits herzustellen, die aus Sander letztlich die Figur eines Suchenden geprägt hat.“, sagte der Schauspieler und  Regisseur. Er selbst hat zuletzt für die Inszenierung "Der Ignorant und der Wahnsinnige" von Thomas Bernhard mit Otto Sander zusammengearbeitet.  "Wie Sander sich dann in der gemeinsame Arbeit völlig uneitel dem Jungregisseur anheim gab und mit seiner Erfahrung von mehr als 40 Berufsjahren alle beteiligten verzauberte, gehört zu meinen schönsten Erfahrungen", sagte Klaußner.

Otto Sander beantragte in seiner Dankesrede spontan die Mitgliedschaft im Freundeskreis des Bochumer Schauspielhauses. In seinem Berufsleben habe er immer nur Auseinandersetzungen gehabt:  "Kampf war es immer". Gegen den inneren Schweinehund, das Text lernen, die Regisseure, die Kollegen, den Bühnenapparat...  Da will er jetzt auf Freundschaft setzen. Sein Dank galt aber auch dem Bochumer Publikum. "Wenn man in Bochum auf der Bühne steht, dann kommt einem etwas entgegen aus dem Publikum, das ist unglaublich aufbauend", teilt er diese Meinung mit vielen Kollegen.

Die Laudatio für Martin Rentzsch, zuletzt als "Macbeth" zu sehen, kam von der Regisseurin dieser Inszenierung Lisa Nielebock.  Sie beschreibt ihn als einen Schauspieler, der eigentlich alles spielen kann, „weil er auf seine eigene Art ,hingeht’ zu den Rollen und sich einlässt, weil er eine Konzentration und Achtung für die Figuren mitbringt, die es ihm erlaubt, etwas Tiefes und Wesentliches zu berühren“.

Prof. Marina Busse, Dekanin des Fachbereichs Darstellende Künste der Folkwang Hochschule Essen, freute es in ihrer Laudatio, zu sehen, dass Christoph Pütthoff am richtigen Ort, mit den richtigen Aufgaben und dem richtigen Publikum angekommen sei. „Talent, Disziplin, Selbstvertrauen, Nachhaltigkeit, Risikobereitschaft, ein eigener Kopf, Ungeduld und Persönlichkeit“ machen Pütthoff laut Busse aus. Er sei jetzt kein Anfänger mehr, sonder ein „Spieler“.

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