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Buchtipp der Redaktion

Christiane Nitsche und der Vogel der Trauer

DORTMUND Passend zur Frankfurter Buchmesse - auf der auch in diesem Jahr wieder unzählige Lesebegeisterte erwartet werden - haben sich unsere Redakteure ihre Lieblingsbücher vorgenommen, um sie Ihnen vorzustellen. Christiane Nitsche empfiehlt "H wie Habicht".

Christiane Nitsche und der Vogel der Trauer

Die Buchtipps aus unserer Redaktion.

"Der Habicht war all das, was ich sein wollte: ein Einzelgänger, selbstbeherrscht, frei von Trauer und taub gegenüber den Verletzungen des Lebens", schreibt Helen Macdonald in ihrem autobiographischen Roman. Sie nimmt ihre Leser in einer klaren, schönen Sprache mit auf eine Reise, spannend wie ein Abenteuerroman. Der Habicht heißt Mabel. Und er wird nach dem plötzlichen Tod des Vaters der britischen Historikerin zu ihrem Lebensinhalt.

"H wie Habicht" wurde vom Verlag in die Schublade "Lebensberatung/Esoterik" gestopft, gehört da aber nicht hin. Der Roman will kein Handbuch für Trauertherapie sein. Er erzählt von etwas Schlichtem: dem apokalyptischen Schmerz, den der Verlust des geliebten Vaters bei Helen auslöst. Den Weg durch die Krise schafft sie schließlich nicht zuletzt dank der Einsicht, dass es ohne professionelle Hilfe nicht geht - und durch die Höhen und Tiefen in der Beziehung zu Mabel. Vom Vater hatte sie als Kind die Kunst der Falknerei gelernt. Bei dieser Erinnerung knüpft sie an, als sie in einer Trauerdepression zu versinken droht

Einen Habicht abzurichten, ist die höchste denkbare Falknerschule - eine Aufgabe, der sie mit sturem Trotz sogar Job und Haus opfert, bis am Ende Helen wie Mabel befreit sind. Nebenbei ist dabei ein Sachbuch über Falknerei entstanden. Dass es Macdonald gelingt, eine Leser zu begeistern, die mit Falknerei sonst nichts am Hut haben, spricht für sich: Sie ist eine großartige Erzählerin. Am Ende möchte man beinahe selbst einen Vogel haben.

Informationen zum Buch


 

 

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