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Museum Ludwig in Köln

Claes Oldenburg macht aus Fast Food Kunst

KÖLN Seine Objekte verwandeln das Museum zur Bühne. Und den urbanen Raum setzt Claes Oldenburg mit kolossalen Skulpturen in Szene, als wäre die Stadt sein Atelier. In nie gesehener Fülle breitet das Kölner Museum Ludwig die wichtigsten Werkphasen des 83-jährigen Ahnherrn der amerikanischen Pop Art aus.

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Er selbst isst Hamburger nur ohne das Brötchen, verriet Claes Oldenburg gestern in Köln.

Überdimensioniert: Zwei Meter lang sind die Pommes frites, die in Claes Oldenburgs Objekt »Shoestring Potatoes« von 1966 aus einer umgestülpten Tüte fallen.

Der aus Stockholm stammende, in New York aufgewachsene Künstler zählt neben Andy Warhol und Robert Rauschenberg zu ihren prominentesten Verfechtern. Seine Motive, die gar nicht banal genug sein können, hat Oldenburg von Beginn an aus Protest gegen elitäre Auswüchse aus der Konsumwelt und der unmittelbaren urbanen Umgebung bezogen. Kunst und Alltag sind hier kurzgeschlossen.Eingeteilt in Werkphasen Allerdings wird das Pop-Art-Klischee seinem opulenten Werk nicht vollends gerecht, wie Kurator Achim Hochdörfer aus Wien gestern bei der Vorstellung der Schau im Museum Ludwig betonte. Deshalb entschlossen sich die Ausstellungsmacher, die Arbeiten in Werkphasen einzuteilen.

Claes Oldenburg im Museum Ludwig

Claes Oldenburgs "Green Legs with Shoes" (Grüne Damenbeine mit Schuhen) entstand 1961.
Die "Shoestring Potatoes, Spilling from a Bag" schuf Claes Oldenburg 1966.
1962 bereitet Claes Oldenburg seine "Two Cheeseburgers" zu.
Claes Oldenburgs "Washstand - Hard Model" entstand in den Jahren 195/66.
Besucher stehen hinter dem Werk "Floor Cone, 1962".
Falsches Speiseeis und Früchte stehen in dem Werk "Mouse Museum, 1965-1972".
Der Künstler Claes Oldenburg steht vor seinem Werk "Shoestring Potatoes, Spilling from a Bag, 1966".
Ein Fotograf fotografiert das Werk "Floor Cake, 1962".
Eine Besucherin neben dem Werk "Mouse Museum, 1965-1972".
Dieses Foto von 1963 entstand vor der Dwan Gallery in Los Angeles.
Claes Oldenburgs "French Fries" bestehen aus Vinyl gefüllt mit Kapok.
Der "Soft Dormeyer Mixer" von Claes Oldenburg entstand 1965.
1966 gestaltete Claes Oldenburg aus Vinyl, Kapok, Draht und Acrylglas die "Soft Toilet".
Claes Oldenburgs "U.S.A." Flag entstand 1960 und besteht aus Musselin getränkt in Gips.
Vorzüglich gelungen ist das in Köln mit dem "Street"-Komplex von 1960. Zweidimensionale Objekten aus Karton hat Oldenburg wie Versatzstücke der Straßenkulisse kantig bemalt. Im folgenden Werkkomplex "The Store" verfremdet er die Warenwelt. In diesem Kontext entstanden auch überdimensionierte Fast-Food-Objekte. Ein doppelter Cheeseburger aus gipsgetränktem Musselin zum Beispiel oder die zwei Meter langen Pommes frites aus bemalter Leinwand, die aus einer kopfüber an der Decke baumelnden Tüte fallen.Seltsam erstarrt Bekömmlich wirkt das nicht, was Oldenburg auftischt. Seltsam erstarrt wirken seine kolossalen Objekte heute. Mal vergrößert Oldenburg Dinge wie riesige Dreifachstecker, mit glatter Vinyl-Oberfläche, mal verkleinert er sie wie in seinem berühmten, 1972 für die documenta 5 entstandenen Mouse Museum. Von Köln aus wandert die Schau weiter ins Guggenheim Museum Bilbao, ins New Yorker Museum of Modern Art und ins Walker Art Center. "Ohne uns war das gar nicht zu machen", sagt der scheidende Kölner Museums-Chef Kasper König.Größte Werkschau Dank des Sammler-Ehepaars Peter und Irene Ludwig, das früh auf diesen ungebärdigen Künstler setzte, ist das Museum Ludwig nämlich größter Leihgeber der auf die Sechziger und frühen Siebziger konzentrierten größten Claes-Oldenburg-Werkschau, die es je gab.

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