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Claes Oldenburg macht aus Fast Food Kunst

Museum Ludwig in Köln

Seine Objekte verwandeln das Museum zur Bühne. Und den urbanen Raum setzt Claes Oldenburg mit kolossalen Skulpturen in Szene, als wäre die Stadt sein Atelier. In nie gesehener Fülle breitet das Kölner Museum Ludwig die wichtigsten Werkphasen des 83-jährigen Ahnherrn der amerikanischen Pop Art aus.

KÖLN

von Von Bernd Aulich

, 21.06.2012

Der aus Stockholm stammende, in New York aufgewachsene Künstler zählt neben Andy Warhol und Robert Rauschenberg zu ihren prominentesten Verfechtern. Seine Motive, die gar nicht banal genug sein können, hat Oldenburg von Beginn an aus Protest gegen elitäre Auswüchse aus der Konsumwelt und der unmittelbaren urbanen Umgebung bezogen. Kunst und Alltag sind hier kurzgeschlossen.Eingeteilt in Werkphasen Allerdings wird das Pop-Art-Klischee seinem opulenten Werk nicht vollends gerecht, wie Kurator Achim Hochdörfer aus Wien gestern bei der Vorstellung der Schau im Museum Ludwig betonte. Deshalb entschlossen sich die Ausstellungsmacher, die Arbeiten in Werkphasen einzuteilen.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Claes Oldenburg im Museum Ludwig

Das Kölner Museum Ludwig zeigt in nie gesehener Fülle Werke von Claes Oldenburg. Es sind Stücke der wichtigsten Werkphasen des 83-jährigen Ahnherrn der amerikanischen Pop-Art.
21.06.2012
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Claes Oldenburgs "Green Legs with Shoes" (Grüne Damenbeine mit Schuhen) entstand 1961.© Foto: Museum Ludwig, Köln
Die "Shoestring Potatoes, Spilling from a Bag" schuf Claes Oldenburg 1966.© Foto: Museum Ludwig
1962 bereitet Claes Oldenburg seine "Two Cheeseburgers" zu.© Foto: Museum Ludwig
Claes Oldenburgs "Washstand - Hard Model" entstand in den Jahren 195/66.© Foto: Rudolf Nagel
Besucher stehen hinter dem Werk "Floor Cone, 1962".© Foto: dpa
Falsches Speiseeis und Früchte stehen in dem Werk "Mouse Museum, 1965-1972". © Foto: dpa
Der Künstler Claes Oldenburg steht vor seinem Werk "Shoestring Potatoes, Spilling from a Bag, 1966".© Foto: dpa
Ein Fotograf fotografiert das Werk "Floor Cake, 1962".© Foto: dpa
Eine Besucherin neben dem Werk "Mouse Museum, 1965-1972".© Foto: dpa
Dieses Foto von 1963 entstand vor der Dwan Gallery in Los Angeles.© Foto: Dennis Hopper
Claes Oldenburgs "French Fries" bestehen aus Vinyl gefüllt mit Kapok.© Foto: Lee M., Museum Ludwig
Der "Soft Dormeyer Mixer" von Claes Oldenburg entstand 1965.© Foto: mumok / Jerry L. Thomps
1966 gestaltete Claes Oldenburg aus Vinyl, Kapok, Draht und Acrylglas die "Soft Toilet".© Foto: Sheldan C. Collins
Claes Oldenburgs "U.S.A." Flag entstand 1960 und besteht aus Musselin getränkt in Gips.© Foto: Museum Ludwig
Vorzüglich gelungen ist das in Köln mit dem "Street"-Komplex von 1960. Zweidimensionale Objekten aus Karton hat Oldenburg wie Versatzstücke der Straßenkulisse kantig bemalt. Im folgenden Werkkomplex "The Store" verfremdet er die Warenwelt. In diesem Kontext entstanden auch überdimensionierte Fast-Food-Objekte. Ein doppelter Cheeseburger aus gipsgetränktem Musselin zum Beispiel oder die zwei Meter langen Pommes frites aus bemalter Leinwand, die aus einer kopfüber an der Decke baumelnden Tüte fallen.Seltsam erstarrt Bekömmlich wirkt das nicht, was Oldenburg auftischt. Seltsam erstarrt wirken seine kolossalen Objekte heute. Mal vergrößert Oldenburg Dinge wie riesige Dreifachstecker, mit glatter Vinyl-Oberfläche, mal verkleinert er sie wie in seinem berühmten, 1972 für die documenta 5 entstandenen Mouse Museum. Von Köln aus wandert die Schau weiter ins Guggenheim Museum Bilbao, ins New Yorker Museum of Modern Art und ins Walker Art Center. "Ohne uns war das gar nicht zu machen", sagt der scheidende Kölner Museums-Chef Kasper König.Größte Werkschau Dank des Sammler-Ehepaars Peter und Irene Ludwig, das früh auf diesen ungebärdigen Künstler setzte, ist das Museum Ludwig nämlich größter Leihgeber der auf die Sechziger und frühen Siebziger konzentrierten größten Claes-Oldenburg-Werkschau, die es je gab.

Museum Ludwig Köln: "Claes Oldenburg - The Sixties", 23.6.-30.9. Di-So 10-18 Uhr, an jedem ersten Donnerstag im Monat bis 22 Uhr.