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Daniel Düsentriebs Enkel sind ihrer Zeit voraus

ISEA in Dortmund

DORTMUND Kaiser Wilhelm II. hasste die Impressionisten. "Rinnsteinkunst" nannte er jene Werke, die heute Millionenpreise erzielen. Ob der elektronischen Kunst auch ein solches Schicksal beschieden ist, weiß niemand. Aber sicher ist: Die "ISEA", die internationale Messe für elektronische Kunst, ist unserer Zeit weit voraus.

von Von Bettina Jäger

, 18.08.2010
Daniel Düsentriebs Enkel sind ihrer Zeit voraus

"Nucleus" heißt diese kinetische Skulptur von Krists Pudzens, die im RWE-Tower zu sehen ist. Durch schnelle Drehung bilden Leuchtdioden einen dreidimensionalen Körper.

680 Fachleute aus aller Welt kommen vom 20. bis 29. August zum "16. Symposium der elektronischen Kunst" ins Ruhrgebiet. Die insgesamt 1,2 Millionen Euro teure ISEA beschert uns aber auch fünf Ausstellungen in Dortmund, für die die drei "S" gelten: seltsam, schräg und absolut sehenswert! Malen und Zeichnen war gestern. Die ISEA-Künstler arbeiten mit Licht, Klang und Video. Computer hier, Maschinchen dort. Die Enkel von Daniel Düsentrieb zeigen ihr Können. Aus 1063 Bewerbungen haben es 17 Künstler in die größte der fünf Ausstellungen geschafft, die sich im Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) befindet. Verwesendes Laub Terike Haapoja schuf den Glassarg, in dem wir Laub beim Verwesen zuhören. "Das ist eine Arbeit auch über die Sterblichkeit", sagte die Finnin. Der Belgier Aernoudt Jacons lässt für sein Kunstwerk "Permafrost" Wasser gefrieren - ein Kommentar zum Klimawechsel. In Lucas Bambozzis Videoinstallation "Mobile Crash" werden Handys zertrümmert. Ist das Kunst für jedermann? "Unsere Welt wird bestimmt von dramatischen Neuerungen - etwa Handys oder das Internet", antwortet ISEA-Leiter Andreas Broeckmann. "Die Künstler beschäftigen sich mit solchen Veränderungen." Trotzdem schön, dass alle fünf Ausstellungen auch ästhetische Erfahrungen zu bieten haben. „Elektronische Atmosphären“, MKK, Hansastr. 3, bis 5.9. Ab 29.8. gelten die üblichen Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr, So 10-17, Do 10-20, Sa 12-17 Uhr. Eröffnung Donnerstag, 19.8., 19.30 Uhr.Die Ausstellungen liegen in der Dortmunder Innenstadt fußläufig beieinander – und zwar im Museum für Kunst- und Kulturgeschichte (MKK), im Kunstverein Dortmund, im Westfalen-Forum, im Dortmunder U und im RWE-Tower. Alle sind vom 20. bis 29.8. täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet.