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Daniel Harding feierte ein ungewöhnliches Mozart-Fest

Konzerthaus Dortmund

Das Saisonmotto des Dortmunder Konzerthauses "Raus aus Deinen Hörgewohnheiten" gilt offenbar auch für die Musik von Mozart. - Im Konzert von Daniel Harding mit dem Mahler Chamber Orchestra am Mittwoch in doppelter Hinsicht.

DORTMUND

, 06.10.2016
Daniel Harding feierte ein ungewöhnliches Mozart-Fest

Daniel Harding dirigierte die drei letzten Mozart-Sinfonien im Konzerthaus Dortmund.

Zum einen ließ der 41-jährige Brite die drei letzten Sinfonien des Wiener Klassikers in Barockmanier forsch, kraftvoll, manchmal auch barsch klingen. Zum anderen hörte nicht nur das Publikum im Saal zu, sondern auch Klassikfreunde zu Hause am Internet-Fernseher oder PC.

Zum ersten Mal hat das Konzerthaus einen Abend über die Plattform "takt1" live ins Internet gestreamt. Das Konzert kann dort auch weiterhin abgerufen werden.

Drei Sinfonien als Einheit

Als Einheit ließ Harding die drei Sinfonien, die innerhalb von nur neun Wochen 1788, drei Jahre vor Mozarts Tod, entstanden sind, mit fast nahtlosen Übergängen spielen.

Das macht Sinn, weil man die mittlere Sinfonie, die große g-Moll-Sinfonie, als langsamen Satz sehen kann, das Es-Dur-Werk als theatralische Eröffnung und die "Jupiter"-Sinfonie als strahlendes Finale. Aber diese fast zweistündige, geballte Mozart-Macht kann ermüdend sein; vielleicht hätte Harding nicht alle Wiederholungen spielen lassen sollen.

Ein Gentleman am Pult

Der Mozart des Briten, der wie ein Gentleman am Pult, aber drahtig und agil wie ein Jockey wirkt, ist ruppig, fast atemlos, oft borstig. Der langsame Satz der "Jupiter"-Sinfonie war in der Folge der durchweg flott gespielten zwölf Sätze der einzige Ruhepunkt, die Menuette waren fast Scherzi in Wahnsinnstempi. - Vor allem in der g-Moll-Sinfonie, der Harding alle Anflüge des Süßlichen ausgetrieben hatte.

Knackig und kraftvoll klang das und anders als man sonst - auch in historischer Aufführungspraxis - Mozart hört. Jedoch ist das Mahler Chamber Orchestra nicht das beste aller Mozart-Orchester.

Der Eintritt in den virtuellen Konzertsaal bei kostet 8 Euro.

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