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Dario Fo schreibt für Münster

MÜNSTER Bombastische Flugmaschinen, metergroße Insekten, sinkende Schiffe und griechische Götter: Das münstersche Straßentheater Titanick begnügt sich nicht mit kleinem Firlefanz.

Dario Fo schreibt für Münster

Dario Fo im Ateno Theater in Rom 1999.

Im Jahr 2009 werden aber wohl nicht nur große Kulissen auf Münsters Straßen stehen, sondern ein noch größerer Name im Programmheft: Dario Fo. Der 81-jährige italienische Nobelpreisträger entwirft zurzeit ein Stück für die Titanicker. Das bestätigte gestern Theaterleiter Uwe Köhler auf Anfrage unserer Zeitung.

Welle der Begeisterung

Die Münsteraner lernten den Autor unter heiklen Umständen kennen: Im Mai spielten sie in Mailand ihr Klassiker-Stück "Titanic" über den Untergang des Luxusdampfers. Dario Fo, der in Italien an der Spitze der Straßentheaterszene steht, saß im weißen Anzug in der ersten Reihe - und bekam eine Welle des Atlantiks ab. Pitschnass tat er trotzdem seine Begeisterung kund und bot eine Zusammenarbeit an. Das war nicht nur so dahergeredet: Bei einem weiteren Treffen im spanischen Valencia wurden die Pläne konkreter. Zwei Konzepte stünden zur Auswahl, sagte Köhler: "Ein Stück über den Weltuntergang und eine Allegorie über den Traum vom Urkommunismus in China und was daraus geworden ist." Ein italienischer Produzent soll das Werk auf die Bühne bringen, Aufführungen sind 2009 in Italien, Spanien und Portugal geplant - und dann in Münster.

          Effekte wichtiger als Dialoge

Ein textlastiges Drama ist nicht zu erwarten: Die Stücke des Theaters Titanick setzen auf große Marktplätze und internationale Verständlichkeit. Viel wichtiger als Dialoge sind dabei bewegende, poetische Bilder und spektakuläre Effekte. Für Dario Fo, den volksnahen, politischen Autor und erfahrenen Theaterregisseur, dürfte das kein Problem sein. Bevor die große Nobelpreis-Kunst auf die Bühne kommt, setzen sich die Titanicker erst einmal selbst unter Strom - im wahrsten Sinne des Wortes. Im Herbst 2008 führen sie in der Schweiz ein Auftragsstück über Elektrizität auf. Auch dieses Werk soll seine 1000 Volt demnächst in unserer Region versprühen.

          

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