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Daryl verführt die Frauen

Musiktheater im Revier

"Die Hexen von Eastwick" - schon der Roman von John Updike (1984) und der Film (1987) waren Welterfolge, schließlich auch das in London uraufgeführte Musical von Dana P. Rowe (2000); aber erst jetzt ist es hierzulande zu sehen - im Gelsenkirchener Musiktheater im Revier (MiR).

GELSENKIRCHEN

von Von Heinz-Albert Heindrichs

, 10.06.2012
Daryl verführt die Frauen

Drei Frauen in Eastwick träumen von einem potenten Mann.

Das MiR hat sich die deutsche Erstaufführung gesichert und dafür eine Crew deutschsprachiger Musical-Experten zusammengerufen. Allen voran den Folkwangprofessor Gil Mehmert als erfahrenen Musical-Regisseur, der zudem eine Schar seiner ehemaligen Schüler mit einbringt; sodann den Jazzspezialisten Jürgen Grimm, der als Dirigent den richtigen Sound garantiert, dazu die im Rock-Metier bewährte Choreografin Kati Farkas. Und geradezu spektakulär sind vor allem die Film- und Comic-Projektionen (Gerrit Jurda und Fufu Frauenwahl), die synchron perfekt zur Musik inszeniert sind.Die Handlung Die Story: Im spießigen Provinzstädtchen Eastwick beklagen Musiklehrerin Jane (Jeanette Claßen), Bildhauerin Alex (Stefanie Dietrich) und Journalistin Sukie (Anke Sieloff) ihr langweiliges, unerfülltes Frauenleben. Sie träumen sich einen potenten Mann herbei, und der erscheint, magisch angezogen, in Person des faszinosen Kunstsammlers Daryl van Horne (Kristian Vetter), und er ist der Teufel selbst. Er verführt die drei Frauen, macht sie zu "Hexen" und stellt die Moral des ganzen Städtchens auf den Kopf.Alle verfluchen Daryl Nur die sittenstrenge Bürgermeisterin Felicia (Gudrun Schade) und ihren Mann Clyde (Joachim G. Maaß) vermag er nicht zu korrumpieren. Als diese aber unglücklich umkommen, schlägt die Stimmung im Ort um. Alle verfluchen Daryl, und die drei Frauen, des Hexens nun tatsächlich kundig, verwünschen ihren Verführer in die Hölle. Aber ihr Triumph darüber ist nur kurz.Unbeschreiblicher Jubel

Bis in die vielen Nebenrollen, bis in die Auswahl der Musiker ist die Produktion musical-like professionell besetzt, szenisch und bühnentechnisch top geführt und obendrein auch noch ein Festival der Kostüme (Heike Meixner). Das MiR bietet mit dieser Erstaufführung wirklich alles auf, um die Musi-cal-Tempel im Umfeld in den Schatten zu stellen. Trotz des parallel laufenden Spiels Deutschland - Portugal war die Premiere denn auch restlos ausverkauft, und der Jubel unbeschreiblich - und zwar vor allem für das, was das Team aus dem Stück zu machen versteht.

Termine: 15./23.7.; 7./8.7.; Karten: Tel. (0209) 4 09 72 60.