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LVR-Industriemuseum Oberhausen

Das Energieland im Wandel

Oberhausen Das Thema ist in aller Munde: Energiewende. Auch in Oberhausen ist der Dauerbrenner präsent. Eine Ausstellung im LVR-Industriemuseum erklärt, wie sich die Region verändert hat und blickt in die Zukunft.

Das Energieland im Wandel

In der Ausstellung sind auch Gegenstände aus vergangenen Zeiten zu sehen. Eine alte Zapfanlage von Aral beispielsweise. Foto: Freddy Schneider

Wie schafft eine von Zechen geprägte Region den Wandel zu erneuerbaren Energien? Das LVR-Industriemuseum in der Oberhausener Zinkfabrik Altenberg gibt Antwort mit seiner Sonderausstellung „Energiewenden – Wendezeiten“. Besucher erfahren auf fast 1000 Quadratmetern Wissenswertes über die Vergangenheit, die Gegenwart und eine mögliche umweltfreundlichere Zukunft.

Menschen und Tiere bewegen die Maschine

Zuerst wirft der Besucher einen Blick in die Geschichte: Da gibt es das Modell eines Göpelwerks. Drückt der Besucher einen Knopf, bewegen sich die hölzernen Zahnräder der Kraftmaschine wie von Geisterhand. Was heute ziemlich leicht wirkt, war im 14. Jahrhundert kein Zuckerschlecken: Menschen oder Tiere mussten unter einem großen Kraftakt die Maschine bewegen.

Wem dafür die Vorstellungskraft fehlt, kann gleich zu Beginn der Ausstellung testen, wie anstrengend Energiegewinnung sein kann: Besucher drehen an einem Rad und sehen, wie Glühbirnen erst schwach, dann stärker anfangen zu leuchten. Je schneller und kräftiger die Bewegung, desto heller scheinen die Lampen.

442 Werke am Netz


Ein Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit der Gegenwart. Wie viele Atomkraftwerke gibt es eigentlich auf der Welt? Und wo wird der Atommüll gelagert? Begleitet werden plakatgroße Fotos mit riesigen Tafeln, auf denen Fakten stehen. 2016 waren weltweit 442 Atomkraftwerke in Betrieb und 66 in Bau.

Deutschland betrieb acht Atomkraftwerke. Erschreckend ist auch: Bis 2010 entstanden auf der ganzen Welt etwa 250.000 bis 300.000 Tonnen Atommüll, den niemand lagern möchte. Neben großen Ausstellungsstücken – wie die Pleuelstange der Wasserhaltungsanlage der Zeche Oberhausen – finden sich in beinahe jeder Ecke der Ausstellungshalle interaktive Stationen.

Ein Globus dreht sich im Kreis

Ein Globus dreht sich inmitten des Raumes und zieht vor allem Kinder an. Der Globus vermittelt Beispiele für globale Energiewenden-Projekte. Schön gestaltete Infokärtchen entlocken dem Besucher Antworten auf Fragen wie „Wo steht das größte Solarturm-Kraftwerk?“. Nach dem Besuch ist man schlauer: Das Sonnenwärmekraftwerk Ivanpah liegt in Kalifornien und wurde 2014 ans Netz angeschlossen. Erst Luftbilder zeigen, wie gewaltig das 16 Quadratkilometer große Areal tatsächlich ist.

Wie viel Energie steckt in der Landschaft?

Besonders lehrreich und unterhaltsam ist das Spiel „Wie viel Energie steckt in der Landschaft?“. Besucher markieren auf einer Karte die Punkte mit einem Spielstein, an denen sie Solar- und Windanlagen platzieren würden. Eine Leuchte zeigt an, wie viel Energie durch die gesetzten Spielsteine gewonnen wird. Im Handumdrehen ist das Wissen vermittelt, und Spaß hat das Lernen auch noch gemacht.

Zum Abschluss gibt es eine Umfrage zu Umwelt-Themen. Aber: Es werden keine Kreuzchen auf einem langweiligen Blatt Papier gesetzt oder Meinungen auf einer Skala von eins bis zehn eingeschätzt.

Die etwas andere Umfrage

Mit Klebepunkten markieren die Besucher, wie sie zu verschiedenen Umwelt-Themen stehen. Ein Punkt im roten Feld bedeutet: „Diese Meinung teile ich nicht.“ Ein Punkt im grünen Bereich hingegen: „Da stimme ich zu.“ Eine kreative Alternative für eine abwechslungsreiche Ausstellung.

LVR-Industriemuseum Zinkfabrik Altenberg Oberhausen: „Energiewenden – Wendezeiten“, bis 28. 10., Hansastraße 20, Di-Fr 10-17 Uhr, Sa/So 11-18 Uhr, Eintritt: 6/ermäßigt 5 Euro, Katalog: 17,90 Euro.

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