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„Der Berg ruft“

Das Matterhorn wächst vom Gasometer-Himmel

Oberhausen Noch ist das Industriedenkmal eine Baustelle. Doch schon Ende der Woche soll der Berg-Nachbau fertig sein. Auch bekannte Profis arbeiten mit.

Das Matterhorn wächst vom Gasometer-Himmel

Das Unternehmen „geo Die Luftwerker“ hat das Modell des Matterhorns angefertigt. Foto: dpa

Noch sieht das Gasometer nicht nach einer passenden Umgebung für einen gigantischen Berg aus. Überall liegen Materialien scheinbar wahllos verteilt herum und rund 20 Menschen müssen das Riesen-Puzzle zusammensetzen.

In der neuen Ausstellung „Der Berg ruft“ ist der Höhepunkt eine 17 Meter hohe und acht Tonnen schwere Nachbildung des Matterhorns. Die Skulptur ist mithilfe modernster 3D-Technik entstanden und soll kopfüber zehn Meter über den Köpfen der Besucher schweben. Eröffnet wird die Ausstellung am 16. März.

Stahlträger sorgen für Stabilität und Sicherheit

„Was wir hier machen, hat bisher noch niemand gemacht“, sagt Diplom Ingenieur Robert Meyknecht. Seine Firma „geo Die Luftwerker“ mit Sitz in Lübeck hat die Skulptur des Matterhorns entwickelt.

„Neuneinhalb Tonnen wiegt die Skulptur, wenn noch die zusätzlichen Träger dazugezählt werden, die extra eingebaut werden mussten“, erklärt Jeanette Schmitz, Geschäftsführerin des Gasometers. Die zusätzlichen Träger sorgen für mehr Stabilität und Sicherheit.

Größenverhältnis liegt bei 1:200

Ein Spiegel am Boden soll, wenn die Matterhorn-Skulptur fertig aufgebaut ist, den Berg in seiner richtigen Position wiedergeben. „Das Größenverhältnis von Skulptur und dem echten Berg ist 1:200“, sagt Meyknecht.

Die Skulptur wird mit besonderem Stoff bezogen. Er ist von außen Weiß, von innen schwarz. Die unterschiedlichen Farben hat der Stoff, damit „er lichtundurchlässig ist, wenn wir etwas darauf projizieren. Nicht, dass etwas durchscheint“, erläutert Heiko Wandrey vom Ingenieurbüro für Medientechnik Intermediate Engineering. Die Firma in Hamburg kümmert sich um die Lichtinstallationen. Gearbeitet wird auch mit Unterdruck- und Überdruckkammern, damit sich der Stoff der Skulptur anschmiegt.

Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Entstanden ist ein 3D-Modell des Berges, das auf die Matterhorn-Skulptur projiziert wird. Die Maße des Matterhorns hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beigetragen. Nils Sparwasser vom DLR hat mit seinen Kollegen Satellitendaten und Messungen aus dem Flugzeug heraus ausgewertet.

Für die Projektion sind am Montag 17 Projektoren im Gasometer eingetroffen. „Die Projektoren werden in Kürze installiert und haben immer einen eigenen Standort im Gasometer“, sagt Wandrey. So entsteht ein ganzheitliches Bild des Alpenberges. „Die Projektoren müssen exakt ausgerichtet werden und auch Minusgrade aushalten können“, sagt Wandrey.

Skulptur musste in Lübeck zusammengeschweißt werden

Um sich an das Projekt heranzutasten, haben Meyknecht und sein Team eine noch kleinere Version des Matterhorns nachgebildet. „Das Matterhörnchen, wie wir es gerne nennen, ist nur zwei Meter hoch“, erzählt Meyknecht und lacht.

Die 17 Meter hohe Skulptur konnte nicht im Ganzen in Oberhausen aufgebaut werden. „Wir haben einige Teile der Konstruktion auf einem Industriegelände in Lübeck zusammengeschweißt. Anschließend mussten wir manche Teile auseinandernehmen, um sie nach Oberhausen transportieren zu können“, sagt Meyknecht.

Wiedererkennbare, spezifische Form

Neben der Firma Seilpartner, die bei Christos Verhüllung des Bundestags mitgeholfen hat, sind auch andere Profis an dem Projekt beteiligt: Statiker messen die Kräfte, die auf den Trägern und Seilen lasten. „Wir müssen das wissen, um die Sicherheit zu gewährleisten. Mit einem motorbetriebenen Kettenzug können wir die Lasten besser verteilen“, sagt Meyknecht.

Wieso die Wahl auf das Matterhorn und nicht auf den Mount Everest gefallen ist, erklärt Schmitz so: „Das Matterhorn hat eine wiedererkennbare, spezifische Form.“

Die Ausstellung kostet 1,6 Millionen Euro

Worüber sich die Besucher freuen können, ist eine exklusive Leihgabe des schweizerischen Matterhorn-Museums: ein Stück Stein der Matterhornspitze. Besucher werden auch mehr über die Erstbesteigung des Matterhorns, bekannte Wanderrouten und den Kreislauf des Gesteins erfahren.

Insgesamt kostet die Ausstellung 1,6 Millionen Euro. „Das finanzieren wir alles selbst“, so Schmitz.

Gasometer Oberhausen: „Der Berg ruft“, 15.3. - 30.12. ,Arenastraße 11, Di-So 10-18 Uhr, Eintritt 10/7 Euro.

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