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Grillo-Theater

„Der Fall der Götter“ als schlichte Nacherzählung des Filmstoffs

Essen Jan Neumann erzählt Visconti-Film mit „Der Fall der Götter“ im Essener Grillo-Theater leider nur nach. Der Regisseur verpasst die Chance, in der Heimat der Krupp-Dynastie dokumentarisch zu arbeiten.

„Der Fall der Götter“ als schlichte Nacherzählung des Filmstoffs

Im blauen Königsmantel Konzernchef (Jens Winterstein) Foto: Kaufhold

Effektvoll mit einem pyrotechnischen Spektakel, das an die Stahlproduktion erinnert, startete die Premiere von „Der Fall der Götter“ im Essener Grillo-Theater am Samstag.

Theater verliert gegen bildermächtiges Kino

Doch dann folgt fast drei Stunden lang eine schlichte Nacherzählung des Films „Die Verdammten“ aus dem Jahr 1969 von Luchino Visconti, der sich von den Beziehungen der Essener Krupp-Dynastie zum NS-Regime inspirieren ließ.

Denn Überlegungen, dokumentarisch zu arbeiten, habe man verworfen, verrät Regisseur Jan Neumann im Programmheft. Schade, da kann das Theater gegenüber dem bildermächtigen Kino nur verlieren.

Eine Familie zerfällt

In der unambitionierten Inszenierung über den Zerfall einer Familie, nach dem Tod des Patriarchen, streiten die Jüngeren um die Nachfolge, dreht sich die abstrakte Bühne (Cary Gayler) mit ihren riesigen, rostfarbenen Quadern gefühlt den ganzen Abend lang, nicht nur bei der ausgiebigen Vorstellungsrunde der Figuren zu Beginn.

Jens Winterstein, der zuvor den Konzernchef Joachim von Essenbeck mimte, übernimmt den Part des Erzählers. In kleinen Szenen wird der Kinostoff nachgespielt – mit wenig gelungenen Regieeinfällen.

Überflüssiger Effekt gegen Ende

Da untermalt Stefan Migge seine Schüsse auf den Konzernchef mit „Peng, peng“, da muss Floriane Kleinpaß als Joachims Nichte brüllend um Hilfe bitten. Gegen Ende knallen riesige Hakenkreuz-Banner auf die Bühne – überflüssig.

ermine: 26.4., 5./6./

11./30.5.; Karten: Tel. (0201)8122200.

www.theater-essen.de

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