Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Ruhrfestspiele Recklinghausen

"Der Fall der Götter" bietet bissige Schlusspointe in Marl

MARL Selbstzerfleischung einer Familie. In Viscontis "Die Verdammten" schimmert kaum maskiert die Dynastie der Krupps durch, Stahlbarone, die von Essenbeck heißen. Nach dem Drehbuch zum Film haben Tom Blokdijk (Bearbeitung) und Stephan Kimmig (Regie) eine Bühnenversion erstellt: "Der Fall der Götter", gesehen im Theater Marl bei den Ruhrfestspielen.

"Der Fall der Götter" bietet bissige Schlusspointe in Marl

Beim "Fall der Götter" fliegen die Fetzen.

Eine Sippe zwischen Neid und Intrige, umklammert von den Nazis. Die Inszenierung vom Deutschen Schauspiel Hamburg geht das Ränkespiel als Groteske an. Auf der Bühne von Katja Haß stehen Flügel und Schlagzeug, die Musiker unterfüttern Dialoge oder stimmen eine Polka an. Hinten türmt sich eine Stuhlpyramide, vorne stehen Badewanne, Tisch, Stühle.Mehrere Rollen Die Akteure stemmen mehrere Rollen. Markus John spielt den Patriarchen Joachim, mit Sturmfrisur dessen Sohn, auch einen dritten, der Direktor werden will und Joachim umbringt. Das führt dazu, dass John sich selbst erschießt, Täter und Opfer spielt. Grotesk. Mord, Ehebruch, Erpressung, Vergewaltigung. Die Grausamkeit Shakespearscher Königsdramen trifft auf eine Faschismus-Analyse. Zum Wohl der Firma (und zum eigenen) heulen die Essenbecks mit den braunen Wölfen. Der SS-Mann (Lukas Holzhausen): "Die Moral des Individuums existiert nicht mehr, wir bilden eine Elitegesellschaft!"Kaspergrelles Tuntentheater Morbide Dekadenz umweht die Sippe. Ein Couplet wird kaspergrelles Tuntentheater, zackig tanzt der Hauptsturmführer. Tote tragen Engelsflügel - Verfremdungseffekte, mäßig witzig. Der Tenor des Stückes: Wer mit den Barbaren anbändelt, wird selber einer. Bissig ist die Schlusspointe, ein Tritt für die Restauration unter Adenauer. Weihnachten 1952. Der Ober-Nazi singt den "Lachenden Vagabund", die Essenbecks sind wieder obenauf.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Finanzierung steht noch nicht

Geplante Akademie in Dortmund soll digitale Zauberei fürs Theater lehren

DORTMUND Der Dortmunder Schauspielchef Kay Voges hat eine Vision. Er will für vier Millionen Euro eine „Akademie für Digitalität“ gründen, in der das Theater der Zukunft gelehrt wird. Und das ist spektakulär.mehr...

Grillo-Theater Essen

Die A40 trennt auch im Theater das Publikum

Essen Reicher Süden, armer Norden. Das erlebte das Publikum auch am Dienstagabend im Grillo-Theater in der Uraufführung von „Der Prinz, der Bettelknabe und das Kapital“ mehr...

Kunstmuseum Mülheim

Ausstellung zeigt das Kind in der Kunst

Mülheim Trotzige Rotznasen und eine Selbstmörderin – „Das Kind in der Kunst“ im Kunstmuseum Mülheim zeigt revolutionäre Zeichnungen. Und dass Künstler vor 100 Jahren plötzlich wie Kinder malten.mehr...

Märkisches Museum Witten

Sammlung Haniel hütet viele Schätze

Witten Das Märkische Museum in Witten präsentiert bis September den Kunstbesitz des Unternehmens. Der Umfang der Leihgabe ist einmalig.mehr...

Ausstellung im Wissenschaftspark

Fotos zeigen Menschen in zwei Heimaten

Gelsenkirchen. Das Pixelprojekt zeigt eine Ausstellung zur Migration im Ruhrgebiet. Zu sehen sind 38 Fotoserien von 39 Fotografen. Manche Fotos sind sehr privat.mehr...

Konzerthaus Dortmund

Dortmunder Philharmoniker spielten Rachmaninow auf Weltklasse-Niveau

Dortmund Rachmaninow, die Dortmunder Philharmoniker und Gabriel Feltz sind eine Traumkombination. Wie die nächste CD klingen wird, hörte das Publikum schon am Dienstag im fünften Philharmonischen Konzert im Konzerthaus Dortmund.mehr...