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Ruhrfestspiele Recklinghausen

"Der Meister und Margarita" feierte umjubelte Premiere

RECKLINGHAUSEN Mit dem virtuosen Höllenspektakel "Der Meister und Margarita" des Londoner Theatermachers Simon McBurney und seines "Complicite"-Ensemble ging am Mittwochabend die letzte Premiere im großen Haus bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen über die Bühne. Vermutlich wegen des Deutschlandsspiels bei der Fußball-EM blieben bei der bejubelten deutschen Erstaufführung viele Sitze leer.

"Der Meister und Margarita" feierte umjubelte Premiere

In der Straßenbahn lernen sich der Meister (Paul Rhys) und Margarita (Sinéad Matthews) kennen.

McBurneys Roman-Adaption von Michail Bulgakows satirisch-surrealem Werk ist eine phantastisch-multimediale Inszenierung, in der Medieneffekte in Perfektion zu bestaunen sind. Vor einer Hausfassade nehmen die Schauspieler auf Stühlen Platz - dann wird die Illusionsmaschine Theater angeworfen und erzeugt drei Spielstunden lang einen prächtigen Bilderstrom.Der Teufel, Paul Rhys als eine James-Bond-Bösewicht-Variante, die Englisch mit deutschem Akzent spricht, treibt sein dämonisches Spiel im Moskau der 1930er-Jahre: Die korrupte, ungläubige Gesellschaft lässt er in einem Chaos aus Tod und Zerstörung versinken, nur der Meister und Margarita kommen ungeschoren davon. Eng umschlungen segeln die beiden Gerechten am Ende durchs Universum. Zuvor ist Margarita, die fantastische Sinéad Matthews mit ihrer erotisch heiser-kieksenden Stimme, einen Pakt mit Mephisto eingegangen, um ihren geliebten Meister wiederzusehen. Und dafür lässt der Teufel nur seine schwarze Kleidung fallen und steht vor ihr als Meister.Doppeltes Spiel Oft wird das Spiel auf der Bühne mit Video-Einspielungen verdoppelt, bildet die Szenen aus der Vogelperspektive ab oder lässt die Protagonisten in einem der Fenster erscheinen. Die Hausfront dient auch als Projektionsfläche für Schneestürme und Margaritas Fenstersprung. Begleitet wird die Assoziationsflut durch knallige Soundeffekte.

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