Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

"Der gestiefelte Kater" mal frech, mal musikalisch

Doppelte Auswahl

BOCHUM/HAGEN Der Premierenreigen der Weihnachtsstücke geht in den Endspurt. Gleich zwei Bühnen, nämlich Bochum und Hagen, haben sich für den „Gestiefelten Kater“ entschieden. Und es gilt: Wer noch Karten haben will, muss sich sputen.

von Von Ronny von Wangenheim/ Karsten Mark

, 27.11.2009

Alle Vorstellungen von betulichem Märchentheater kann man im Schauspielhaus Bochum getrost über Bord werfen. Wolf-Dietrich Sprenger hat aus dem Grimmschen „Gestiefelten Kater“ ein buntes, phantasievolles Theaterstück gemacht, das die Kinder immer wieder von den Sitzen reißt. Die Bühne von Achim Römer zeigt: Der böse Zauberer hat die Welt, die hier zum Theaterkasten wird, fest im Griff. Hier kloppen sich die drei rotschopfigen Müllersöhne Hans, Heinz und Horst um ihr Erbe, hier ist der König lediglich eine Marionette des Zauberers.

Es wird viel gekalauert und gesungen, 100 rote Stiefel fallen vom Himmel, bis der Zauberer zur Maus und damit vernichtet wird. Christoph Iacono, der mit wirren Haaren vor der Bühne am Klavier sitzt, hat fetzige Lieder geschrieben, mit denen vor allem der schmeichelnde Kater (Timur Isik) auftrumpft. Zur Freude der Eltern hat Sprenger ein wenig Kapitalismuskritik hineingepackt. Solch politische Töne stören die Kinder nicht. „Ihr könntet doch alle König werden“, lockt der Kater. Doch die Kinder skandieren: „Hans, Hans...“

  • Karten: Tel. (0234) 33 33 55 55.

Das Märchen in HagenMüllersohn Hans ist in Hagen erst mal sauer. Der Vater ist gestorben und hat den ganzen Besitz seinen Brüdern vermacht. Für Hans bleibt nur der Kater als Erbe. Und was soll er mit dem schon anfangen? Zum Glück erweist sich die Samtpfote aber nicht nur als unerwartet klug, sondern auch als echte Stimmungskanone. „Ich will in meinem Leben lachen“, sagt der Kater, „drum lass ich´s jetzt so richtig krachen.“

Den erwachsenen Zuschauer mag es irritieren, wie locker-flockig Hans und sein neuer Gefährte den Schicksalsschlag mit einem swingenden Song vom Tisch wischen. Das kleine Publikum aber stört sich nicht weiter daran. Hans Steinmeier und Werner Hahn haben am Theater Hagen aus dem Märchen ein komisches Kindermusical gemacht. Unter der Regie von Intendant Norbert Hilchenbach treten die meisten Figuren in witzig-karikierender Überzeichnung auf. Im Fell des Katers, der singt, tanzt und katzenhaft geschmeidige Purzelbäume schlägt, steckt Bettina Kenney. Musikalisch setzt Hans Steinmeier nicht auf lahme Kinderliedchen, sondern handfeste, eingängige Tanzmusik von Swing bis Salsa, die von einem Jazz-Quartett druckvoll intoniert wird und auch vielen Erwachsenen gefallen dürfte.  

  • Karten: Tel. (02331) 2 07 32 18.